Trump, Schulden, China: Bricht die Dollar-Dominanz? | Asset Class #83

Shownotes

Trump, China, Öl, Ukraine, KI: Die globale Ordnung formiert sich neu, mit drastischen Folgen auch für die Kapitalmärkte. Im Gespräch mit Christian W. Röhl zeichnet der Ökonom Dr. Martin Lück das „Big Picture“ der Zeitenwende und erklärt, was der Aufstieg des Populismus, das Ringen zwischen den USA und China und die ausufernde Staatsverschuldung für dein Depot bedeuten.

Egal, ob es um das Ende der Dollar-Dominanz, Gold als Krisenwährung, die Perspektive für Rüstungsaktien oder den Konflikt um Taiwan geht: Der Gründer des unabhängigen Thinktanks Makro Monkey, zugleich Kapitalmarkt-Stratege beim Vermögensverwalter Franklin Templeton, spricht Klartext – betreibt dabei aber kein „Doomscrolling“. Stattdessen zeigt er auf, wie sich ein Portfolio wirklich breiter aufstellen lässt und warum er gerade für Europa Chancen sieht.

Erwähnte Aktien aus der Folge im Scalable Broker: Intel Corp (US4581401001): https://de.scalable.capital/broker/security?isin=US4581401001 Rheinmetall (DE0007030009): https://de.scalable.capital/broker/security?isin=DE0007030009 Taiwan Semiconductor Manufacturing (US8740391003): https://de.scalable.capital/broker/security?isin=US8740391003

Kapitalanlagen bergen Risiken. Keine Anlageberatung.

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00:00:00: Heute bei asset class warum politische Börsen vielleicht kurze Beine haben, aber lange Schatten werfen.

00:00:09: als politisches Konzept, als Prinzip funktioniert.

00:00:12: Was Trump eigentlich vorhaltt ist eine andere Gesellschaft zu erschaffen.

00:00:15: Ich kann es mir also nicht leisten zu sagen ich fasse mein Portfolio einmal an stelle die strategische SLA-Location auf und dann gehe ich schlafen.

00:00:33: Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung Bergenrisiken.

00:00:40: Du entscheidest in was du investierst!

00:00:48: Herzlich willkommen, Dr.

00:00:50: Martin Lück von Macro Monkey.

00:00:53: Martin?

00:00:54: Du bist Ökonom, hast über Geldpolitik in Italien promoviert, warst viele Jahre für renommierte Investmenthäuser unterwegs wie Kreditagrikoll, Keppler, UBS.

00:01:06: Zuletzt warst du Chefkapitalmarktstrategie bei BlackRock für die Dachregion.

00:01:13: Aber dann so zwanzig, vierenzwanzig und zwanzighinzwanziger hast du dich quasi auf eigene Faust nochmal neu erfunden.

00:01:21: Das stimmt, erst mal vielen Dank für die Einladung Christian Schön hier mit dir zu sprechen.

00:01:26: Ich habe genau... ich hatte das eigentlich immer schon so ein bisschen als Ziel auch nochmal nach vielen, vielen Jahren auch als Angestellter Kapitalmarkt Volkswirt und Strategie mich selbstständig zu machen im Prinzip mit meinem eigenen Label nur das zu machen was mich gerade interessiert hat und so.

00:01:45: Und das hab' ich dann eben auch in den Jahr zwanzig gemacht, hab' Macron Monkey gegründet Und das läuft auch weiter und macht sehr viel Spaß.

00:01:53: Du bist jetzt bei Macro Monkey ja als Berater tätig, unter anderem für Asset Manager, für Family Offices aber auch für einen sehr bekannten US-Invester?

00:02:06: Richtig!

00:02:06: Bei dem bin ich sogar wieder als Angestellter auf der Payroll wie man so schön sagt – bei Franklin Templeton.

00:02:13: Das ist tatsächlich auch geschuldet einer langjährigen Freundschaft und kollegialen Zusammenarbeit mit meinen Kollegen dort, vor allen Dingen dem Countryhead Christian Martz der auf die glorreiche Idee kam wieder zusammen hier zu arbeiten wie wir das damals bei BlackRock gemacht haben um diesmal eine andere große amerikanische Marke in Deutschland an den Platz zu bringen wo die Marke hingehört.

00:02:36: Das ist Franklin Templeton.

00:02:38: da habe ich gesagt dass klingt so spannend, da möchte ich gerne mitmachen.

00:02:41: Deshalb habe ich jetzt praktisch beide Hüte auf und auch das ist funktioniert sehr gut.

00:02:47: Ich bin jetzt seit einem knappen Jahr bei Franklin Templeton an Bord und insofern war das die richtige Entscheidung.

00:02:52: Ja, glorreich Idee!

00:02:54: Auch der Name Macro Monkey und dein Logo ist ja tatsächlich ein Affe.

00:03:00: also warum bist du der Macro Affe?

00:03:03: Ja, mein Logo ist tatsächlich der Affe in der Denker-Pose.

00:03:10: Das ist ganz bewusst so gewählt.

00:03:13: Für mich schließt sich da ein Kreis.

00:03:14: als ich... In den neunziger Jahren nach Frankfurt kam, nach der Promotion und habe als Investmentbank Volkswirt gearbeitet.

00:03:23: Da war ich so ein bisschen das Makro-Effchen ja.

00:03:25: Ich war zuständig für alles was mit Makrodaten zu tun hat.

00:03:28: Ich musste die Daten zusammentragen, kommentieren mit dem Makroregationsmodell der Bank arbeiten usw.

00:03:34: Und dieses Dateneffchen, Makroefchen zu sein, da hab' ich gesagt es ist doch nett wenn sich der Kreis jetzt schließt Richtung Ende meiner Berufslaufbahn bin ich jetzt wieder der Macromonkey.

00:03:45: Und wenn mich Leute fragen, warum bezeichnest du dich selbst denn als Affe?

00:03:48: Dann sag ich naja das musste dir hier auch leisten können.

00:03:51: Ja und der Affe ist ja wendig, er ist beweglich, der ist im Dschungelteil anzutreffen.

00:03:59: Das Makroumfeld ist ja auch ein Dschunge und in vielen Filmen, in denen Affen eine Rolle spielen sind sie ein bisschen eigensinnig.

00:04:09: Sie haben ihren eigenen Kopf, ihren eigenen Willen und wer dich verfolgt du bist ja sehr präsent in den Medien häufig auch entschalten der ARD vom Börsenparkett zu sehen Spiegelinterview eine ganze Reihe von Veröffentlichungen jetzt auch schon wieder mit Makromanky Der merkt Du bist nicht der Mainstreamökonom der merkt, du sprichst sehr gerne Klartext.

00:04:38: Was ja so ein bisschen verloren gegangen ist meiner Ansicht nach in den letzten Jahren insbesondere wenn wir mal auf die andere Seite des Atlantiks schauen nämlich die meisten US-Analysten Ökonomen erscheinen mir persönlich relativ ruhig, gleichgültig oder opportunistisch zumindest mit Blick auf das was in den USA passiert.

00:05:07: Also die Zölle von Trump nach dem Liberation Day wie er ihn nannte waren ja schon ein Epochenbruch.

00:05:16: Ja, Märkte sind runtergegangen und es wurde dann gefordert man musste etwas machen.

00:05:20: aber ich hätte eigentlich rein verbal Allein damals, mit viel mehr Widerstand gerechnet.

00:05:28: Ist das etwas was du auch merkst?

00:05:31: Ja absolut und das ist ja auch nichts Neues.

00:05:33: Auch ich habe das schon in früheren Rollen durchaus gemerkt dass man als Unternehmen sich daraus halten möchte Dass darauf geachtet wird, dass einzelne Mitarbeiter sich nicht allzu dezidiert als zu klar äußern.

00:05:48: Das ist natürlich auch vernünftig.

00:05:50: Man will das eigene Geschäftsmodell nicht beschädigen.

00:05:53: Man hat gesehen wie die Trump-Administration gegen Unternehmen vorgegangen ist sie im Nichtkonform Verhalten haben in Anführungszeichen oder gegen Universitäten wo doch die Freiheit der Forschung erheblich infrage gestellt worden ist und dergleichen mehr.

00:06:10: dazu kommt, dass es in der Finanzbranche immer mehr auch einen Trend gegeben hat, sehr stark die Dinge durch Compliance-Regeln glattzuschleifen.

00:06:20: Und das ist eine Kombination aus diesen beiden Dingen, dass man einerseits so ein bisschen Angst hat wie das Kaninchenen vor der Schlange auf die US-Administration guckt und auf der anderen Seite Compliance Abteilungen in einem immer größeren Rolle gespielt haben, an einer immer größere Macht haben in Finanzunternehmen, in Banken bei Fondsgesellschaften etc.. Und das ist natürlich dann der Punkt, was am Ende rauskommt.

00:06:44: Ist eine doch sehr reduzierte Meinung?

00:06:47: Das kann man im besten Fall noch zwischen den Zeilen lesen.

00:06:50: Was da gesagt wird aber die klare Sprache geht verloren.

00:06:52: Also Klartext will wir heute sicherlich genug sprechen wenn ich einfach mal so auf unsere Agenda schaue, was wir so im Vorfeld besprochen haben worüber wir uns unterhalten wollen.

00:07:02: Trump is sicherlich ein Motiv warum die Wall Street schweigt.

00:07:08: Warum auch Unternehmer zu vielem schweigen, Manager angestellte CEOs?

00:07:13: Weil man sich Business Opportunities nicht kaputt machen möchte.

00:07:18: Man möchte vielleicht auch mit verdienen.

00:07:21: Wir erinnern uns an dieses Dinner der Tax-CEOs im Weißen Haus.

00:07:26: Das ist vielleicht das Ende aber vielleicht sind wir ja auch was diese politischen Themen angeht so ein bisschen eingeschläfert worden in den letzten Jahren und Jahrzehnten zumindest vor Trump.

00:07:37: Weil es gibt ja auch diesen schönen Spruch, der Wall Street ist am Ende egal wer unter ihr Präsident ist nach dem Motto Politik is nicht so wichtig.

00:07:46: wir haben diese alte Börsenregel politische Börsens haben kurze Beine und wir haben ja dann auch solche Experten wie Peter Lönch den legendären Manager des Maglernfans der einmal gesagt hat if you spend thirteen minutes a year on economics and macro Wasted Ten Minutes.

00:08:05: Also naja, dieses Thema Makro-Äffchen ja ja lass ihn mal reden.

00:08:11: am Ende, entscheinend eh die Börse ist das schon was wo wir vielleicht auch eine Zeitenwende erleben dass das politische was wir so lange Zeit irgendwie als rauschend verdrängt haben jetzt seit einigen Jahren.

00:08:25: immer wichtiger wird

00:08:26: also die Relevanz von Makro für die Märkte.

00:08:29: die hat es immer gegeben im großen Schema der Dinge.

00:08:33: Und das ist, wenn man jetzt über langfristige Zeiträume denkt, zehn Jahre und mehr... dann kann man sicherlich diese Aussage unterstützen, dass es der Börse egal ist.

00:08:42: Der Wall Street egal ist wer unter ihr Präsident ist.

00:08:45: ja weil im Grunde ging es natürlich auch den amerikanischen Präsidenten immer darum den Rahmen zu setzen innerhalb dessen sich die Unternehmen gut entwickeln konnten innerhalb dessens ich die Gewinne gut entfalten konnten und damit war dann im Prinzip eine Situation gegeben wo es Sinn gemacht hat in diese Unternehmen zu investieren.

00:09:03: das heißt die Börsen sind gut gelaufen.

00:09:05: Die entscheidende Frage jetzt zur Zeitenwende zurück, ist unter Donald Trump die, ob die Welt noch diejenige ist wie wir sie kennen.

00:09:14: Weil was Trump eigentlich vorhat, ist eine andere Gesellschaft zu erschaffen.

00:09:19: Was Trump vorhat ist im Prinzip und das ist wirklich im brutalsten Sinne disruptiv, was er vor hat, die Welt wie wir Sie kennen zu verändern.

00:09:28: Und dass zum Beispiel dieses America Firsts, was Trump vorhatt es ja eigentlich in Amerika alone und dass das Amerika sich im Prinzip auf sich selbst zurückzieht, ein mehr kantilistisches System pflegt.

00:09:40: Im Grunde seine eigene Machtbasis ausweitet egal wie es um Allianzen bestellt ist die multipolare Welt oder auch die multipolare Handelsabkommen usw.

00:09:52: sind.

00:09:52: im Prinzip gehören der Vergangenheit an wenn überhaupt.

00:09:55: Amerika macht nur noch was seinen eigenen Interessen nutzt.

00:09:58: Und das ist etwas... völlig anderes.

00:10:00: Es ist diametral entgegensetzt zu dem, was wir in den letzten achtzig Jahren nach Weltkrieg II gesehen haben das nämlich Amerika sich verstanden hat als die globale Ordnungsmacht

00:10:12: durchaus ja auch im eigenen Interesse.

00:10:14: Das darf man nicht vergessen, Amerika hat sehr davon profitiert und Trump zumindest von der Rhetorik her aber auch von Maßnahmen wie Der One Big Beautiful Bill mit ihren ganzen Steuersenkungen will ja auch das Paradies erschaffen für Unternehmen dass sie gedeihen können.

00:10:31: also auf der Seite haben wir jetzt nicht so die Zeitenwende.

00:10:34: wo siehst du jetzt konkret diese Zeitenwände abgesehen davon?

00:10:39: Dass Außenpolitik eben immer Interessen geleitet war.

00:10:42: Ist richtig, aber Amerika zieht sich zurück im Prinzip aus dem Feld als globale Ordnungsmacht und zwar sowohl was die strategische Geschichte angeht also die strategischen Sicherheit die Amerika geleistet hat im Prinzip die Sicherheit in der Welt zu garantieren zum Beispiel auch für Europa.

00:11:00: das ist ja etwas was wir durchaus kritisieren können.

00:11:02: dass wir uns in europa zu lange darauf verlassen haben dass die amerikaner für unsere Sicherheit garantieren Das ist natürlich auch so ein bisschen unter dem Schutzschild der NATO gelaufen.

00:11:12: Aber Amerika war halt im Prinzip die Institution das große Land, dass alles garantiert hat.

00:11:18: und das zweite ist, dass Amerika auch ökonomisch die Ordnungsmacht der Welt gewesen ist indem sie nämlich dafür gesorgt hat, dass die Welt die Leitwährung zur Verfügung hat den US-Dollar.

00:11:32: Dass die Welt einen Safe Asset hatte, Staatsanleihen, Treasuries.

00:11:37: Und genau an diesen beiden Fundamenten wird jetzt gesägt.

00:11:41: Die Amerikaner sagen wir wollen strategisch nicht mehr, wollen sein Militär nicht mehr bereitstellen um Europa zu beschützen oder zu verhindern dass die Russinnen und die Ukraine und dann wer weiß was alles noch in Europa überrennen.

00:11:51: und das ist Punkt eins und Punkt zweis Amerika will auch nicht mehr die globale Leidwährung zur Verfügung stellen und das Safe Asset sein.

00:11:59: Das ist eine Kombination.

00:12:01: da wird tatsächlich erstmal an den Fundament der der globalen Ordnung gesegt.

00:12:07: Und zweitens seht Amerika damit übrigens auch an dem Ast, auf dem es selber sitzt.

00:12:13: Also das ist eine irrationale Politik in gewisser Weise.

00:12:16: Sie ist eine Politik die sehr stark verfängt bei den Wählern im mittleren Westen und das sind Leute, die Donald Trump in erster Linie wählen.

00:12:23: Das ist ein Systembruch Und es ist eine massive Veränderung auch für die Kapitalmärkte.

00:12:29: Warum?

00:12:30: Weil im Grunde alles das, was wir uns über Jahrzehnte angeguckt haben, wir hatten zum Beispiel immer bewussten und das ist auch der Punkt warum man sagen kann, der Börse ist egal wer grad regiert.

00:12:40: Das war eigentlich immer so dass in der langen Frist sich die Dinge normalisiert hat.

00:12:43: Wir nennen das Mean Reversion, wir gehen zurück zur Normalität.

00:12:47: Was ist denn jetzt die Normalität zu der wir zurückgehen?

00:12:50: Wenn man eine massive Finanzkrise sieht, wenn man uns irgendwann mal alles um die Ohren fliegt was ich nicht unbedingt sehe.

00:12:55: Aber das könnte passieren!

00:12:56: Wir haben schon so viele Finanzkrisen gesehen.

00:12:59: Gilt dann diese Mean Reversion-Annahme genauso wie in der Vergangenheit?

00:13:03: Wir haben eine andere Welt.

00:13:04: Du hast jetzt die Wähler im mittleren Westen erwähnt und auf die möchte ich noch einmal zurückkommen auch mit Blick auf Steve Mirrand, einer der Vordenker von Trump ist.

00:13:17: Und er argumentiert ja, dass die Rolle des Dollars als Weltleitwährung und auch der US-Militärschirm also letztendlich diese ganze Pax Amerikaner zu einer Überbewertung des DollARS und zur Zerstörung der US Industrie geführt haben.

00:13:35: Hat er da nicht irgendwo schon einen Punkt den Politiker und Ökonomen vielleicht zu lange auch ignoriert haben?

00:13:43: Nämlich das Zumindest in den letzten zehn Jahren breite Bevölkerungsschichten, nicht nur in den USA eben keinen realen Wohlstandszuwachs erlebt haben.

00:13:55: Dass dieser American Dream nicht mehr fassbar ist und dass sie sich deswegen auch abgehängt fühlen!

00:14:02: Ja, das ist absolut so.

00:14:04: Und ich habe selber der Steven Mirren da hat ja bevor er in die US-Administration eintrat als Chefberater von Donald Trump war ja Chefstrategie bei einem Asset Manager und Hedgefonds bei Hudson Bay Capital.

00:14:20: Kurz, so um die Zeit von Donald Trumps Wahlsieg in den Jahr zwanzig vierundzwanzig.

00:14:24: Da hat er ein Paper geschrieben und wird dann später bekannt unter dem Namen Alago Paper.

00:14:28: Und da hat er genau das argumentiert.

00:14:29: ich habe das Paper gelesen und hab im Prinzip die ganze Zeit genickt.

00:14:33: wie du sagst es ist absolut sinnvoll zu sagen ja strukturell überbewertete Währungen, weil wir stellen der Welt die Leitwährung zur Verfügung.

00:14:40: Die will jede Zentralbank haben, weil darin speichert sie ihre Währungsreserven.

00:14:44: Das sorgt für eine struktuelle Übernachfrage nach dieser Währung und bei gleichem Angebot heißt das dass der Preis steigt mit anderen Worten der US Dollar Wechselkurs.

00:14:51: Das wiederum bedeutet, dass US Produkte, die in der Industrie hergestellt werden, für die ganze Welt teurer werden.

00:14:57: Wir müssen halt für die Dollars dann mehr bezahlen so.

00:15:00: Die Argumentation ist richtig, der folge ich auch soweit zu sagen dass man mit einer dollar abwertung dann entsprechend dafür sorgen kann das die eigenen produkte in der welt wieder günstiger werden und dass man dadurch auch eventuell der industrie das Leben leichter machen kann.

00:15:15: So weit kann ich

00:15:16: folgen.".

00:15:17: Ich habe aufgehört zu nicken beim Lesen dieses Papers, als es dann darin ging, dass er gesagt hat also die komplette Verehlendung des mittleren Westens, die Entstehungen des Rust-Bells und die Verehlenden dort bis hin zur Opioid-Krise sei eine Folge dieses völlig überbewerteten West-Dollar.

00:15:34: Da hab' ich dann gesagt so jetzt wird's mir zu wild!

00:15:37: Und man kann ja auch sagen, dass das kein neues Phänomen ist.

00:15:40: Also Stephen Mirren hat da die Welt nicht neu erfunden.

00:15:43: das Phänomen, dass der US-Dollar strukturell überbewertet ist.

00:15:46: Das ist schon in den Achtzigerjahren aufgetreten wahrscheinlich sogar schon früher.

00:15:51: In den AachtzigerJahren wurde es ganz virulenter als der US Dollar auch viel zu stark geworden.

00:15:56: und die Länder, die damals auf dem amerikanischen Fokus waren, das war nicht wie heute China in erster Linie sondern das waren Japan und Deutschland.

00:16:06: Und damals hat die US Regierung Man ging damals noch deutlich zivilisierter miteinander um.

00:16:12: Man hat damals dann die Zentralbankchefs- und Finanzminister von Deutschland und Japan freundlich nach New York eingeladen in das schöne Plaza Hotel, da gab es einen Abendessen und man hat sich darauf geeinigt dass die Deutschen und die Japaner ihre Währung auch mal aufwerten und damit den US Dollar abwerten lassen.

00:16:32: Das wurde bekannt unter dem Namen Plaza Accord aus dem Jahr.

00:16:38: Diese Idee, dass der US-Dollar strukturell zu stark ist, die gibt es also nicht erst seit gestern.

00:16:41: Die hat Steven Murrin erfunden.

00:16:43: Jetzt nur statt den Partner, dem man da gerne überreden möchte seine eigene Währung mal aufwerten zu lassen zum Essen einzuladen ins schöne Plaza Hotel nach New York und das Ganze auf zivilisierte Weise zu lösen, das hat Steven irgendwie anders im Kopf.

00:17:01: Er möchte nämlich lieber dem Handelspartner allen voran China, aber auch der EU die Knarre an den Kopf halten und sagen möchte das mit nackter Drohung, nackte Gewalt machen indem er zum Beispiel insinuiert sagt wir haben Leistungsbilanz Defizite gegenüber diesen Ländern Und die haben natürlich im Gegenzug vor allem die Chinesen auch sehr viele US-Staatsanleihen gekauft.

00:17:22: jetzt könnten wir natürlich als Strafmaßnahme praktisch diese US Staatsanleihen dieses Schuldscheine praktisch entwerten.

00:17:29: Wir könnten sagen, ihr kriegt das Geld nicht zurück oder erst in hundert Jahren und Zinsen kriegt dafür schon mal gar nicht mehr.

00:17:35: Diese Drohung praktisch mit hier mit zinslosen Ewigkeitsanleihen zu arbeiten im Raum steht auch in diesem Paper

00:17:42: drin.

00:17:42: Als Maalago-Akord ja auch inzwischen in die Öffentlichkeit eingesickert?

00:17:48: Für realistisch hältst du an solches Szenario?

00:17:52: ist es nur eine droge Bärde oder ist das etwas was wir als Investoren einpreisen müssen in Form von Risikoprämien, in Form der Diversifikation.

00:18:06: Wenn man einen solchen Super-Gau überhaupt vernünftig einpreisten kann?

00:18:12: Der Markt fängt bereits anders einzupreisen.

00:18:14: Wir haben jetzt die zehnjährige amerikanische Staatsanleiber über fünf Prozent.

00:18:18: Die Inflationserwartungen, zumindest die marktbasierten Inflationserwartung sind erstaunlich stabil geworden.

00:18:24: Das heißt was wir da ansehen ist ein Anstieg der Risikopträmie.

00:18:26: Investoren verlangen eine höhere Risikoprämie, um den USA ihr Geld zu leiden.

00:18:30: Ist ja immer noch so dass irgendwie die US Treasuries als der letzte sichere Hafen im Zweifelsfall dann doch gelten?

00:18:38: Jetzt sehen wir ja das dieses Narrativ der Status des Dollars als Leidwährung erodiert durchaus eingängig ist.

00:18:47: deswegen begegnet es uns auch immer wieder.

00:18:51: Die Frage ist halt nur welche Währung soll denn Füllen, die der Dollar gerne aufmachen würde oder die Trump und Marin und Co.

00:19:02: gerne für den Dollar aufmachen würden?

00:19:04: Der Euro etwa?

00:19:08: Kunstgebilde, was ja unter vielfältigen strukturellen Problemen hier in Europa leidet.

00:19:13: Wir müssen ja auch mal bedenken, Populismus ist ja jetzt nicht nur ein Thema der USA sondern das haben wir auch hier in europa alleine.

00:19:20: nur einmal die blockade Situation in Frankreich in einem hoch verschuldeten Land, was eigentlich auf Autopilot fährt wo sich bei der Präsidentschaftswahl nichts zum Besseren wenden kann.

00:19:34: Wird's China sein, wo die Währung nicht frei handelbar ist?

00:19:38: Oder ist es wirklich das olle Gold was dann am Ende in die Lücke stößt.

00:19:44: Ausgerechnet gold ein Jahrtausende altes Asset als der große Gewinner von Disruptionen im KI-Zeitalter?

00:19:53: Ich glaube, wir müssen zwei Dinge auseinanderhalten.

00:19:55: Das eine ist die Transaktionswährung.

00:19:58: Das wird immer stärker auch in Bereiche gehen wo andere Währungen reindrängeln.

00:20:02: Der Euro hat inzwischen einen signifikanten Anteil, immer noch ein deutlich kleineren Anteil.

00:20:06: nach wie vor sind so gut sechzig Prozent der globalen Warentransaktionen, die in US-Dollar abgewickelt werden.

00:20:14: Da werden aber tatsächlich andere Wähungen eher eine Rolle spielen Was die internationale Leitwährung, wenn man das mal so nennen will angeht an der sich vieles orientiert.

00:20:23: Da wird der Dollar auch eine große Rolle behalten und es wird vorallem kein schneller Prozess sein dass sich das ändert.

00:20:29: Aber als Reservewährung, da hat tatsächlich auch – das hat sich auch im Jahr fünfundzwanzig, es ging schon vierundzwanzigh los.

00:20:35: Aber Fünfund zwanzig ganz massiv weiter gezeigt wie beispielsweise die People's Bank of China in ihren eigenen Währungsreserven US-Dollar Anleihen durch Gold ersetzt hat genau.

00:20:44: Das ist der Punkt.

00:20:45: Es ist übrigens auch einer der wesentlichen Gründe gewesen, warum der Goldpreis im Jahr zwanzichfünfundszwanzige um sechzig Prozent gestiegen ist.

00:20:51: Weil plötzlich diese Nachfrage, da war nach so viel Gold, dass natürlich gar nicht entsprechend viele Anbieter in dem Moment hatte.

00:20:58: also mehr Nachfrage als Angebot heißt immer steigende Preise.

00:21:01: Wenn ich bei Gold kurz einhaken darf, dann haben wir gesehen im Januar diesen Jahres so einen Überschießen.

00:21:07: das war dann so das Momentum was dann reinkam wenn zu viel spekulatives Geld mit drauf springt und seitdem ist es um gold merkwürdig ruhig geworden.

00:21:17: Wir sehen auch beim Goldpreis in den letzten Monaten fallende Tiefs.

00:21:23: Das ist und fallen der Hof.

00:21:25: Es ist jetzt nicht irgendwie ein gutes Zeichen für ein starkes Essen, das da jetzt gerade Nachfrage ist.

00:21:33: Ist es nur eine kurze Phase deiner Meinung nach?

00:21:38: Weil immer noch nicht alles spekulative Interesse draußen ist oder müssen wir auch mal wieder so einen Risiko auf dem Schirm haben wie wir das zehntelnd elf bis zwei tausend achtzehn hatten als Gold?

00:21:57: Da sind natürlich mehrere Dinge zu nennen.

00:21:58: auf der einen Seite, mehrere Entwicklungen von verschiedensten Esselklassen die wir am Anfang des Jahres erwarteten und auf dem Schirm hatten.

00:22:07: massiv geändert durch den Angriff der USA und Israels auf den Iran.

00:22:12: Und die Mittelost-Krise, die wir seitdem an der Backe haben.

00:22:15: Das ist ganz massiv auch beim Golderfall gewesen?

00:22:18: Ja, gold war überkauft am Anfang des Jahres.

00:22:20: Wir hatten einen zu starken Einstieg gesehen.

00:22:22: da war eine Korrektur sowieso fällig aber dann kam die natürlich auch.

00:22:26: jetzt hätte man normalerweise sagen können ja wenn so ein geopolitischer Konflikt aufbricht dann müssten die Leute ja eigentlich umso mehr Nachfrage nach Gold entwickeln.

00:22:34: In diesem Fall war das aber so, weil der Goldpresso stark gelaufen war, weil es jetzt fühlte sich nicht an wie ein sicheres Asset.

00:22:39: da haben sie die Leute gesagt ich kaufe das jetzt nicht um mich in Sicherheit zu bringen meine Spanisse auf die Seite zu bringen sondern weil ich befürchte dass es da eine Korrektur gibt.

00:22:48: dazu kam noch etwas das ein steigender Dollar für die Goldpreis einfach schlecht ist.

00:22:55: Und das haben wir natürlich auch gesehen, dass mit dem Ausbruch des Krieges im mittleren Osten einfach die Nachfrage nach Dollar-Liquidität dramatisch zugenommen hat.

00:23:02: Warum?

00:23:03: Weil mit der Sperrung der Straße von Hormuz knappheit an vielen Rohstoffen da war – allen voran Öl, LNG aber auch Düngemittel und andere – und diese Rohstoffe fast alle in US-Dollar gehandelt werden.

00:23:15: Das heißt, das ist eben der hohe Anteil an der Transaktionswährung US-dollar.

00:23:19: Das heißt, da haben viele eben gesagt ich habe jetzt eine Präferenz für Dollar-Liquidität und damit ist der eigentliche Verfall des Dollarkurs, den wir durch ganz Fünfundzwanzig, ich hab es gesagt gesehen haben.

00:23:29: Und der auch in den ersten beiden Monaten sich fortgesetzt hat.

00:23:32: Wir erinnern uns, wir haben am zwanzigsten Januar – ich hab nachgeschaut – im Zwanzigste Januar dieses Jahres den Euro-Dollar bei ein Zwanziger gehabt.

00:23:39: Dieser Dollarverfall hörte dann aber mit dem Kriegsbeginn auf Und das war dann eben auch, dass der Dollar sich dann wieder so stark befestigt hat bis zum Sommer auf einst dreizehn fünfzig zum Euro.

00:23:48: Das hat natürlich dem Goldpreis geschadet und das heißt wir sehen im Prinzip eine Disruption dieses Trends den wir vorher hatten.

00:23:55: und die Frage ist jetzt natürlich in erster Linie wie lange dauert der Krieg im mittleren Osten noch?

00:23:59: erst dann werden wir wieder Aussagen über die langfristigen Trends bezüglich Dollarkurs Bezüglich gold treffen können.

00:24:07: Wie

00:24:07: groß wird der Schaden dieses Krieges?

00:24:10: Der Schaden dieses Krieges ist ja jetzt schon ... Riesen groß, weil man im Grunde die gesamte ja sehr fragile Ordnung, die dort geherrscht hat.

00:24:18: Im mittleren Osten einmal in die Luft geworfen hat und einmal sich neuert setzen lassen.

00:24:24: was Trump und seine Leute ich muss auch mal überlegen Pete Hexeth der Verteidigungsminister jetzt nennt er sich sogar Kriegsminister ist ein ehemaliger Fox News Kommentator der Ja im Irakrieg gedient hatten da Veteranes aber im Prinzip kein hoch dekorierter Offizier sondern und auch relativ wenig Ahnung Ansonsten und der dann solche Abenteuer will ich mal sagen zu befähigen hat.

00:24:46: Das ist ein Stück aus dem Tollhaus, ja?

00:24:48: Wir haben natürlich gesehen Trump war offensichtlich schwer beeindruckt von den sagen wir mal gut gegangenen Operationen im vor allen Dingen Venezuela.

00:24:56: das ist ja auch für... Es war eine

00:24:57: Special Operation eigentlich.

00:24:58: es war kein Militärschlag wie gegen den

00:25:02: Iran.

00:25:03: Richtig, das kann man so nicht vergleichen.

00:25:04: Ein Militärschlag auch ein hochpräziser und sehr erfolgreicher war stattdessen im Juni-二undzwanzig passiert als mal mit diesen bunkerbrechenden Bomben die Atomanlagen in Fordow, Isfahan usw.

00:25:15: angegriffen hat und das war extrem erfolgreich.

00:25:17: Das hat Trump auch sehr beeindruckt und dann hatte sich einfach von Netanyahu da gibt es ja auch einen Stück von der New York Times dieses genau recherchiert haben rein quatschen lassen in diesem Krieg.

00:25:27: Und was wir inzwischen gesehen haben ist diese die Folgen fatal sind.

00:25:30: Die Welt ist eine unsichere geworden.

00:25:32: Die Amerikaner haben alleine ... an den sogenannten Interceptors, also das sind Raketenabwehrsysteme wie Patriot und so weiter.

00:25:42: So viel Zeug im mittleren Ostenkrieg in diesen wenigen Kriegswochen verschossen um zum Beispiel die US-Basen um den Golfer rumzuschützen dass sie fünf Jahre brauchen bei aktuellen Produktionsniveaus um das wieder hochzufahren und wieder die Bestände aufzufüllen.

00:25:58: Da darf noch

00:26:00: keine weitere Militäroperationen kommen.

00:26:02: Das heißt dieser Krieg kann... Die Kosten

00:26:03: sind natürlich auch immens.

00:26:05: Also der Congressional Budget Office hat ja jetzt zwischen zwei bis drei Milliarden Dollar pro Monat für den momentanen Zustand des Krieges veranschlagt.

00:26:17: Wenn die Kämpfe sich wieder intensivieren sollten, wird das natürlich alles

00:26:21: noch teurer.

00:26:21: Richtig im Moment wird ja relativ wenig gekämpft.

00:26:23: in den ersten Kriegstagen hat man gesagt so große Morde ungefähr eine Milliarde pro Tag.

00:26:28: Das heißt in den ersten fünf, sechs Kriegswochen sind da ungefähr eine Milliarde über ein Tisch gegangen.

00:26:33: Inzwischen reden wir von einem so für die ersten Wochen etwa thirty- bis neun dreißig Milliarden Dollar, die alleine das gekostet hat.

00:26:39: und dann kommen jetzt natürlich die Kosten dazu zwei bis drei Milliarden pro Monat, die das Congressional Budget Office jetzt schätzt für den aktuellen Zustand bei dem im Prinzip nichts passiert.

00:26:48: Unabhängig jetzt vom strategischen Thema.

00:26:52: ganz zynisches Kalkül amerikanische Rüstungswerte Long Weil es muss ja alles irgendwie wieder aufgestockt werden, was da verschossen wurde.

00:27:00: Ja nicht nur amerikanische Rüstungswerte – wir sind auch in Europa bestrebt jetzt deutlich mehr selbst aufzubauen und wir sehen ja schon wie stark diese Werte gelaufen sind und wie stark die Unternehmen gefragt sind.

00:27:11: Aber

00:27:11: wir sehen das gerade auch die europäischen Rüstungswerte so eine Atempause nehmen.

00:27:18: Wir gucken dann in Deutschland sicherlich als Gratmesser auf Rheinmetall wo wir als Pass pro Toto zumindest mal wahrnehmen können, ja das Wachstum ist leider muss man sagen auf jeden Fall da.

00:27:32: Die Nachfrage ist da aber es ist halt ein physisches kapitalintensives Geschäft und Du kannst es nicht einfach so schnell skalieren, wie jetzt eine Software.

00:27:44: Einfach nochmal in drei Tausend Lizenzen rauszugeben und da gibt's ja dann auch Bremsspuren.

00:27:49: das Beschaffungswesen ist komplex.

00:27:52: Aufträge verzögern sich bevor sich Ankündigungen materialisieren dauert es.

00:27:59: Dann kommt so ne Fregattengeschichte die dann im letzten Moment doch nicht zu rein Metall geht zum Wettbewerber.

00:28:05: Ist dieser Defenseboom Börsenmäßig jetzt durch?

00:28:11: Oder ist das etwas, wo man sagen kann auf Sicht von fünf bis zehn Jahre wird allein diese Ausrüstungsinvestition dafür sorgen dass diese Unternehmen nochmal zynisches Kackül weiter steigende Umsätze haben und dann die Kurse auch wieder mitgehen.

00:28:28: Ja es ist leider so Und es ist ja auch, wir sind hier alle vielleicht so ein bisschen der Illusion aufgesessen.

00:28:35: Dass Francis Fukuyama recht hat mit dem Ende der Geschichte und das Buch hat dann in den Jahr neunzehnt neunzig geschrieben nach dem Fall der Sowjetunion, der eiserne Vorrang gefallen.

00:28:45: Alle lagen sich in den Armen.

00:28:46: Deutschland wurde wiedervereinigt Und das Ende der Geschichte ist erreicht.

00:28:51: Es gibt keine Feinde mehr und dieser Illusion sind wir auch erlegen, ja?

00:28:55: Wir hatten Anfang der neunziger Jahre noch fast fünftausend ... Ende der achtziger, Anfang der Neunzig-Jahre so um die fünftausend Leopardpanzer in Deutschland.

00:29:03: Wir haben heute noch dreihundert.

00:29:05: also da sieht man wie dramatisch das runtergegangen ist Und das wird Jahre vielleicht Jahrzehnte dauern, bis wir überhaupt wieder verteidigungsfähig sind.

00:29:13: Wenn wir eine Welt sehen in der wir wieder wesentlich stärker in ja auch gegensätzlichen Szenarien denken und der wir nicht denken dass sie von einer Globalisierung in der alle irgendwie im gleichen Boot sitzen und wollen im Prinzip miteinander nette Geschäfte machen die Länder bereisen die Kulturen kennenlernen sondern wir stehen uns tendenziell eher ablehnend gegenüber und wir haben sogar wieder einen extrem aggressiven Feind Im Osten, das was Putin gemacht hat ist der brutalste Angriffskrieg seit neununddreißig.

00:29:45: Das muss man sich mal vorstellen, seitdem Hitler Polen überfallen hat.

00:29:49: und das was wir sehen ist Wir haben es mit einem absolut bösen Reich im Osten zu tun dass jederzeit Und jetzt fast jeden Tag uns provoziert durch Drohnenüberflüge, durch terroristische Angriffe, durch Cyber-Angriffe und andere Dinge.

00:30:04: Und die Notwendigkeit, auch wenn mir das persönlich überhaupt nicht gefällt.

00:30:09: Aber die Notwendigkeit, dass zu tun liegt doch auf der Hand.

00:30:12: und diejenigen, die sagen ja lass doch mal mit Putin reden!

00:30:15: Mit dem kann man nicht reden?

00:30:17: Wie soll man denn mit einem solchen Verbrecher- und Mafia-Boss

00:30:20: reden?!

00:30:21: Jetzt hast

00:30:21: du gerade den Feind im Osten erwähnt und ich wusste am Anfang noch gar nicht wo willst Du jetzt drauf hinaus Russland?

00:30:30: Ja ist es ein Thema aber eigentlich hängt Russl... ja noch an einem anderen Land dran, nämlich an China.

00:30:38: und da sind wir ja eigentlich vielleicht wirklich beim Kern dieser ganzen Spannungen.

00:30:45: Nämlich dieses epische Ringen um die Vormachtstellung in der Welt politisch-wirtschaftlich technologisch zwischen den USA und China.

00:30:54: ist das nicht am Ende dieses Leitmotiv unserer Zeit, auf das sich sehr viele Entwicklungen zurückbringen lassen.

00:31:05: Sowohl KI als auch Rohstoff-Nationalismus als auch Zölle als auch Dädolarisierung?

00:31:14: Ja!

00:31:15: Das ist natürlich der Punkt und wenn man so ein bisschen böse malen will... Ich weiß es nicht ganz trennschaft dieses Bild.

00:31:20: aber wenn man's mal so ein bißchen böse Malen will ist natürlich dass das Putin im Grunde den dreckigen Job für Peking macht.

00:31:34: Im Grunde sind die Russen, das russische Militär ist Putin und seine Helfershelfer.

00:31:42: Das sind in Prinzip diejenigen, die für einen anderen, wenn man so will, den Anführer im Camp der Schurken starten, nämlich China, die Drecksarbeit

00:31:54: macht.".

00:31:54: So kann man sagen, weil China möchte auf gar keinen Fall so wahrgenommen werden wie Russland wahrgenommen wird.

00:31:59: Aber China unterstützt Russland an allen möglichen Fronten und es geht bis zu Komponenten.

00:32:03: Die Russen wären in ihrer Drohnenproduktion, ihrer Marschflugkörper-Produktion niemals so potent, niemals auch was die Skalierung angeht wenn sie nicht extreme Unterstützung aus China bekommen würden.

00:32:14: das tun Sie an allen Ecken und Enden.

00:32:16: Das ist der Punkt dass wir hier tatsächlich ein großes Ringen sehen indem Wahrscheinlich Putin ist auch gar nicht sie.

00:32:24: Russland ist ja längst keine Welt, macht mehr.

00:32:25: Putin vergleicht sich gerne mit Peter dem Großen aber Putin ist nur im Prinzip der Wadelbeißer.

00:32:32: Das ist der kleine Terrier von Xi Jinping vorgeschickt wird um hier Europa weitwunden zu schießen weil natürlich für China es viel leichter ist mit einem geschwächten Europa das militärisch abgelenkt ist dass viele Ressourcen in die militärische Aufrüstung stecken muss, umzugehen als mit einem starken geeinten Potent in Europa.

00:32:52: Das heißt Putin hat hier seine Aufgabe, hasso fass und China lehnt sich im Hintergrund zurück und sagt wir sind ein großer Bär, aber nur ein großer Panda-Bär der frisst nur Bambus.

00:33:04: Wir wollen nur Handel treiben, wir sind eine friedliche Macht, wir haben keine Ambitionen die Weltherrschaft an uns zu reißen.

00:33:11: In Wirklichkeit befinden wir uns längst in diesem Virus angesprochen hast.

00:33:15: Großen globalen Ringen um die Führerschaft, um die Staffelstabübergabe oder eben nicht von der dominierenden Macht des zwanzigsten Jahrhunderts – das war eindeutig Amerika – zu der dominierenen Macht des einundzwanzigste

00:33:29: Jahrhunderts.".

00:33:31: Und wir müssen jetzt aufpassen, der griechische Militärphilosoph Tykidi das hat mal gesagt und er hat damals am Beispiel von dem Krieg zwischen Sparta und Athen dargestellt.

00:33:42: Das ist eigentlich keine Ablösung einer Großmacht durch andere Großmachts geben kann ohne dass es kriegerisch vollzogen wird.

00:33:50: Dann sind wir wieder im Kalten Krieg wo wir ja auch diese Stellvertreter Kriege hatten wie beispielsweise damals in Afghanistan, was letztendlich eine Auseinandersetzung zwischen den USA und der Sowjetunion war.

00:34:05: Weil man eben auf beiden Seiten entsprechend supported hat.

00:34:09: aber wenn wir jetzt über Kriegsgefahr sprechen dann sind wir gerade mit Blick auf China auch bei so einem Elefant im Raum nämlich die Taiwan-Frage.

00:34:18: Jeder weiß, dass China klare Begehrlichkeiten Richtung Taiwan hat.

00:34:24: Gleichzeitig ist China das Zentrum der globalen Mikroelektronik, der Chipfertigung nicht nur wegen Taiwan Semiconductor Manufacturing – da gibt es auch noch viele andere Unternehmen, die wirklich kritisch sind für die weltweiten Hightech-Lieferketten.

00:34:40: Ja was machen wir denn wenn China irgendwie in den nächsten Jahren Taiwan angreift oder auch nur, in Anführungszeichen nur, Taiwan blockiert.

00:34:50: Sind das auch irgendwie nur düstere Gedankenspiele?

00:34:54: Oder ist es etwas womit wir uns konkret beschäftigen und was wir vielleicht als Erklärung dafür nehmen, dass zum Beispiel die USA so massiv in Halbleiterfertigung investieren wie man das beispielsweise jetzt ja durch die Beteiligung von innen an Intel nochmal forciert hat.

00:35:13: Ja genau so ist es, das sind strategische Fragen.

00:35:16: man versucht natürlich in Amerika relativ schnell von dieser Abhängigkeit auch von Taiwan loszukommen.

00:35:24: Chinas Strategie in Taiwan sieht so aus dass man auf jeden Fall das Land bis zum hundertjährigen Jubiläum der Volksrepublik China, das ist im sozusagen heim ins Reich geholt haben will, würde ich jetzt fast sagen.

00:35:38: Also das ist... Wobei man darf zu sagen muss dass Taiwan natürlich niemals Teil der Volksrepublik war.

00:35:44: Natürlich war Taiwan ein Teil des chinesischen Kaiserreiches und der Republik aber dann eben nicht Teil der der VolksRepublik die es ja explizit nur auf dem Land gegründet worden auf den Festlanden und nicht eben in Taiwan so.

00:35:55: Das heißt das ist auch eine schiefe Geschichtsdarstellung von chinesischer Seite.

00:36:00: Eine Kriegsgefahr sehe ich unmittelbar nicht, weil China bisher andere Strategien verfolgt um Taiwan so auszubluten könnte man schon sagen.

00:36:11: Natürlich erfolgt ständig Druck.

00:36:12: Man setzt Politiker unter Druck und versucht mit Beeinflussungen, mit Cyberattacken, mit Trollen die öffentliche Meinung beeinflussen mit Fake News und der gleichen Kampagnen die da eingesetzt werden aber auch natürlich die militärische Bedrohung hoch zu halten.

00:36:28: Es gibt fast täglich Luftraumverletzungen und chinesische Jets, die in den thaiwanisischen Luftraum eindringen.

00:36:33: Es gibts jeden Tag Provokation wo thaiwanesische Fischerbote Traula aufgebracht werden.

00:36:40: von chinesischem Frigatten oder anderen Kriegsschiffen also im Strait of Taiwan ist ständig auch schon der physische Konflikt zu spüren.

00:36:49: Dennoch glaube ich dass die Kriegsgefahr relativ gering ist weil China erstens seine internationale Wahrnehmung weiter hochhalten will, wie gesagt der harmlose große ja aber harmlosen panda bear.

00:37:02: die wollen nur handeltreiben und china würde mit einem moment in einem Augenblick die maske abziehen und sich der welt zu erkennen geben als extrem aggressives Land als extrem brutale Diktatur, die es ja nun mal wirklich ist.

00:37:16: Und das will man nicht.

00:37:18: Das heißt, man versucht erst andere Strategien.

00:37:20: Man versucht erstens Teilwaren auszubluten indem man beispielsweise sagt so wo wird dann in Zukunft in Semiconductor oder andere Hochtechnologiefelder investiert?

00:37:31: zu verhindern, dass das in Taiwan passiert ist Strategie Nummer eins.

00:37:34: Man versucht die dann in andere Länder zu locken natürlich idealerweise nach China selbst oder auch in anderen

00:37:40: Ländern.

00:37:40: Aber in dem Kalkül muss ja selbst eine TSMC-Fabrik positiv sein für China, weil die Fabrik ist dann zumindest nicht mehr in Taiwan.

00:37:48: Absolut

00:37:49: und in dem Moment wo die Welt das Interesse verliert an Taiwan, weil das eben nicht mehr der Semiconductor Hub ist, weil es nicht mehr da wichtigste Produktionsstandort für solche Hochtechnologie-Komponenten ist, verliert die Insel angewicht.

00:38:02: und das ist ja auch das Kalkül von Trump, der im Grunde sagt so wir wollen im Prinzip Beiden hat noch gesagt, wir werden Taiwan auch notfalls militärisch unterstützen.

00:38:13: Das hat kein Präsident so deutlich vor ihm gesagt.

00:38:17: Trump will das nicht.

00:38:18: und aber dazu gehört der Satz muss etwas anders heißen Wir wollen Taiwan nicht mehr verteidigen müssen.

00:38:27: Und deswegen eben Kooperation Unterstützung Subvention für Intel und andere möglichst das Ziel möglichst viel Chips der absoluten Top-Nodge-Qualität, also die absolut technologisch führenden Komponenten in den USA selbst zu bauen.

00:38:44: Der zweite Punkt ist das man zunehmend Länder vor die Wahl stellt.

00:38:47: Man sagt so wollt ihr mit uns Geschäfte machen?

00:38:49: Mit der Volksrepublik oder wollt Ihr mit Taiwan-Geschäften machen?

00:38:52: Wenn ihr mit Taiwan geschäftemachen wollt, fein!

00:38:54: Da macht ihr aber mit uns keine mehr.

00:38:56: und diese Erpressung sorgt natürlich auch für eine zunehmende Isolierung Taiwanens.

00:39:01: dazu muss man einfach auch noch sehen, zwanzig neunvierzig ist noch ein paar Jahre hin.

00:39:05: Die Chinesen wissen dass sie Zeit haben, sie denken auch in viel längeren Zeiträumen.

00:39:09: Sie müssen ja nicht in Wahlperioden von vier oder fünf Jahren denken, die denken in Dekaden wenn nicht noch länger.

00:39:16: und deshalb sagt man so, nee wir warten jetzt erstmal ab wie das funktioniert?

00:39:20: Wir sind militärisch bereit.

00:39:21: es wird brutal aufgerüstet.

00:39:23: China hat Tausende von Landungsbooten gekauft mit denen mal also Seeoperationen gerade so beispielsweise Eroberungen von Inseln durchführen kann.

00:39:32: warum wohl?

00:39:33: Man rüstet die Flotte die auch grade die Flugzeugflotte um den Administrator of Taiwan massiv auf.

00:39:39: Man will militärisch vorbereitet sein, aber das ist aus meiner Sicht nur die Ultima Ratio.

00:39:43: Das ist das letzte Mittel.

00:39:44: man wird versuchen vorher Taiwan auszubluten und zu schwächen um es für die Welt möglichst wenig interessant zu

00:39:50: machen.".

00:39:50: Wenn ich jetzt deine Beschreibung mal Revue passieren lasse erinnert mich dass sehr an einen Satz von Ronny Stöverle im World Gold Report.

00:39:59: der schrieb nämlich Amerika spielt all in China spielt mit langem Atem Go und Europa hat schon mal einen Ethikbeirat gegründet, der die Regeln erlassen soll.

00:40:15: Das passt dann irgendwie!

00:40:16: Und zwar ja nicht nur wenn wir über den politischen Preis sprechen sondern auch über das was wirtschaftlich läuft.

00:40:23: Da sind wir bei dem KI-Rennen wo wir in Amerika wirklich eine Billionen Bonanza sehen.

00:40:32: ermutigt Durch die Regierung geben die Hyperscaler dieses Jahr tatsächlich eine Billion aus, um KI-Infrastruktur zu erschaffen.

00:40:42: Parallel kriegen wir immer wieder Nachrichten aus China das Open Source Modelle ja nicht da sind wo Anthropic ist oder Open AI bisschen nur schlechter.

00:40:52: für die meisten Alltagsanwendungen reicht das so wie mit den Maschinen und da droht ja dann irgendwie dasselbe, wie bei den billigen Industriegütern.

00:41:03: Wie jetzt aktuell beispielsweise bei E-Autos, wo China auch den Markt flutet.

00:41:10: Wir sehen es bei Chemikalien, wo sie Überkapazitäten auch im Land haben die sich dann auf dem Weltmarkt entladen.

00:41:17: und das heißt sind wir also den nächsten Chinaschock in der KI?

00:41:21: Und der All-In-Spieler Amerika wird irgendwann die Chips zählen müssen.

00:41:26: Schock, zwei Punkt Null gesprochen.

00:41:29: China-Shock eins Punkt NULL hat ja damals den mittleren Westen praktisch leer geräumt.

00:41:34: Dass die Amerikaner so viele Fabriken verloren haben damals im Mittleren Western und das was Mirren haben wir vorher drüber gesprochen in seinem Paper geschrieben hat – das lag ja nicht nur zumindest am zu starken West-Oller es lag vor allen Dingen auch am ersten China-shock!

00:41:47: Und das ist ein großes Problem.

00:41:49: jetzt trifft uns der zweite China-Shock und der trifftens v.a.

00:41:51: in sehr etablierten Industrien bei uns hier in Deutschland vor allem in der Automobilindustrie.

00:41:56: Und das, was die Chinesen da gemacht haben.

00:41:58: Das ist vielleicht ein ganz gutes Beispiel um es auch auf die Technologie Hochtechnologie, vielleicht künstliche Intelligenzentwicklung zu übertragen.

00:42:06: Sie haben nämlich Leapfrogging gemacht.

00:42:08: Das heißt sie sind praktisch einfach weiter gespunt.

00:42:09: Sie haben gesagt immer nur zu kopieren wird uns niemals zur führenden Weltmacht hier in der Hochtechnologie machen.

00:42:17: wir gehen einfach eine Stufe weiter.

00:42:19: und wenn ja zum Beispiel bei den Autos hat man so gemacht dass mal gesagt Wir werden nie als so gute Verbrenner bauen wie die Deutschen.

00:42:25: Das schaffen wir nicht.

00:42:26: Wir sind da immer ein Stück hinten dran und statt ständig hinterher zu rennen und im Prinzip nur die Krümel aufzusammeln von dem ganzen Business, versucht man sich an die Spitze zu setzen.

00:42:35: Die Chinesen haben also eine All-in Wette auch an der Stelle gemacht.

00:42:37: Da haben gesagt, wir gehen all in die Elektromobilität und vor allen Dingen was sie besser gemacht haben als das haben viele deutsche Automobilhersteller gar nicht verstanden nämlich in die Batterieentwicklung gegangen ja?

00:42:49: Und wenn man das jetzt überträgt und sagt, dass machen die in der KI Entwicklung Das nächste große Nächste im Bereich der Hochtechnologie, das ist die sogenannte Superintelligenz.

00:43:00: Das ist genau das, wovor Dario Amidei von Anthropic jetzt gewarnt hat usw.

00:43:08: Bisher ist das alles noch eine, sagen wir mal eher sequenzielle Entwicklung.

00:43:12: Ja die KI-Systeme werden immer besser, sie werden auch immer autonomer aber sie sind nicht rekursiv.

00:43:20: also rekorsiv heißt Sie können sich im Prinzip selbst lesen analysieren und verbessern.

00:43:25: inzwischen werden ja in den meisten KI Schmieden auch was weiß ich?

00:43:28: Achtzig Prozent des Codes werden ja von KI System selbst geschrieben.

00:43:31: Das heißt die Dinger sind schon dabei sich selbst immer besser zu machen Und irgendwann wird dieser Sprung erreicht sein Und da könnte es eben sein, dass China genau dahin will.

00:43:40: Was das dann bedeutet vermag ich nicht zu sagen?

00:43:42: Das ist sicherlich nicht gut aber das eben China nicht anstrebt einfach zu sagen wir geben uns mit dem Abstand zufrieden sei er auch noch so knapp geworden sondern wir machen Leapfrogging Wir springen im Prinzip in die nächste Entwicklungsstufe.

00:43:55: Wir gehen all-in und machen eine Wette und setzen alle Chips auf diese Karte.

00:44:00: Das hat im Automobilbereich grandios und für uns in Deutschland verheerend funktioniert Und es könnte auch in der Hochzeit Technologie funktionieren, dann wahrscheinlich zu Lasten Amerikas.

00:44:10: Ja was insbesondere auch die Hyperscaler treffen würde und alle die in diese teure KI-Infrastruktur jetzt eben investieren gerade und dann werden diese Investition sich nicht oder deutlich langsamer amortisieren.

00:44:26: und da hängt ja inzwischen auch eine Menge dran, nicht mehr nur Eigenkapital.

00:44:31: Auch Fremdkapital wird ja in Zwischen dort eingesammelt.

00:44:34: Damit sind wir bei einem letzten Punkt den ich nochmal gerne mit dir besprechen wollte bevor wir überhaupt dann noch mal auf Ableitung für Investoren ganz konkret eingehen.

00:44:46: Fremddkapital diese Schulden Wir sehen irgendwie ja, wie der Holger Chapitz es schon vor fünfzehn Jahren mal geschrieben hat.

00:44:54: Schulden ohne Sühne.

00:44:56: Lange Zeit wurden einfach immer mehr Schulden aufgenommen zu zinsen... die ja teilweise ganz weg waren.

00:45:03: Es gab auch genügend Ökonomen, die gesagt haben, der Zins kommt nie wieder!

00:45:07: Der ist jetzt einfach tot.

00:45:08: und dann gab es diese wunderbaren Grafiken seit fourteenhundert irgendwas das die Zins eigentlich immer nur gesunken sind und dass es geradezu zwangsläufig ist, dass Zins jetzt negativ sein müssen.

00:45:18: Jetzt werden wir seit einigen Jahren belehrt, dass dem doch nicht so ist.

00:45:21: Gerade in den letzten Wochen wieder dramatischer... Wir gucken natürlich auf Unternehmensverschuldung, wir gucken aber noch mehr auf Staatsverschulungen.

00:45:31: uns doch, wenn wir diese Zahlen sehen.

00:45:33: Auch in Relation zur Wirtschaftsleistung und weil du ja auch Klartext sprichst ist es überhaupt realistisch dass diese Haushaltsdefizite die wir jetzt schon in wirtschaftlicher noch halbwegs stabilen Zeiten sehen, überhaupt noch zurückgefahren werden?

00:45:49: Dass diese Verschuldung überhaupt noch irgendwie einzubremsen ist?

00:45:53: oder laufen wir nicht um's mal ganz offen zu sagen auf ein Szenario zu in dem Schuldenberge nur noch auf zwei Arten abge- werden können, entweder über massive Inflation oder über einen harten Schuldenschnitt.

00:46:07: So ist es!

00:46:08: kann man nicht einer sagen.

00:46:09: Das ist übrigens ein Szenario, dass wir auch schon während der Euro-Krise diskutiert haben und gesagt wurden wie kommen überhaupt aus dieser Nummer jemals wieder raus?

00:46:17: Die Staaten verschulden sich immer mehr.

00:46:19: es gibt auch keine Mechanismen die das irgendwie einschränken können.

00:46:22: wer sollte den Amerikanern verbieten einen Haushaltsdefizit von sieben vier Prozent zu haben?

00:46:29: Wie ist der internationale Währungsfonds jetzt schätzt?

00:46:31: Wir haben in Europa uns irgendwie während der euro Krise alle Mühe gegeben das irgendwie in den Griff zu bekommen mit austeritäts Programme usw.

00:46:38: Das ist nur ansatzweise gelungen, wir haben jetzt beispielsweise ein europäisches Land mit Frankreich das eine Schuldenquote von deutlich über hundert Prozent hat.

00:46:48: und da auch die natürlich die Frage steht werden sie überhaupt jemals in der Lage sein diese ganzen Schulden zurückzuzahlen?

00:46:54: Die

00:46:54: Zahlen inzwischen mehr Zinsen als Griechenland!

00:46:56: Ja

00:46:56: es gibt am Ende des Tages nur zwei Möglichkeiten wenn der politische Wille nicht da ist wirklich Schulden zurückzuführen.

00:47:04: Mit anderen Worten, Primärbeschüsse zu erwirtschaften um jedes Jahr praktisch die Schulden ein Stück weit abzutragen.

00:47:09: Sollen sie denn herkommen?

00:47:10: Weil der Schneeball kommt ja jetzt auch erstmal richtig ins Rollen wenn jetzt die Anleihen die noch vor fünf Jahren zur Nullzinsen begeben wurden Die fünfjährigen Bundesobligation zu drei Komma irgendwas Prozent wieder refinanziert werden müssen.

00:47:26: Ja absolut, genau das ist der Punkt und deshalb ist es im Grunde.

00:47:29: wie du ja auch gesagt hast gibt's eigentlich nur zwei Möglichkeiten dass die wahrscheinlichere Möglichkeit ist dass man eben diese sogenannte Financial Repression versucht dass man sagt über die Schulden weg zu inflationieren und das ist natürlich auch ein politisch zweischneidiges Schwert weil Inflation auf der anderen Seite immer Regierungen, die praktisch nicht in den Griff kriegen.

00:47:53: Die, die nicht wirklich kontrolliert kriegen schadet.

00:47:57: Das sieht man jetzt in den Vereinigten Staaten wo wir erst mal einen Gallonenpreis von sechs Dollar für die Gallone Diesel gesehen haben.

00:48:04: Dass auch das der politische Rückschlag für die amtierende Regierung ist dann schwierig.

00:48:08: Das heißt auch mit Inflationen Schulden zu reduzieren also praktisch die Schulden von heute mit billigerem Geld in der Zukunft zurückzuzahlen.

00:48:18: Weginflationierung von Schulden.

00:48:19: Das wird nur begrenzt funktionieren.

00:48:22: und ja das wird sich noch eine ganze Weile weiter aufbauen, es wird dann natürlich auch noch das Tool geben dass die Zentralbanken immer mehr praktisch zur Unterstützung herankommen.

00:48:31: wir haben in der Vergangenheit gesehen das sogenannte Quantitative Easing hat das ja auch im Zuge der Euro-Krise.

00:48:38: Schöne Wortschöpfung oder?

00:48:39: Also man könnte auch sagen können Brrrr einfach der Drucker läuft!

00:48:44: Ja also Das ist natürlich auch ein Punkt.

00:48:49: Es ist aber auch, dass das in der öffentlichen Debatte häufig sehr kurz behandelt wird – so wie Holger Schäpitz das gemacht hat mit Schuld ohne Sühne.

00:48:58: Das ist ja eine Verballhornung des Dostoyevsky-Klassikers «Schuld und Sühnen».

00:49:02: Und im Grunde geht es hier um eine unglückliche Parallelität der Begriffe «Schult» Ja, also das hat nichts zu tun mit Schuld.

00:49:17: Jemand der sich verschuldet ist ja nicht schuldig dem Sinne dass er etwas Böses getan oder was auf sich geladen.

00:49:23: schulgen können wie wir als Ökonomenwissen natürlich sehr sehr segensreich sein wenn man mit dem Geld, dass man aufnimmt und sich leid eine Investition tätigt die höhere Erträge erwirtschaftet als der Zinsdienst, den ich für die Schulden zu leisten habe.

00:49:40: Insofern ist Schuld nicht immer oder sind Schulden nicht immer schlecht.

00:49:43: es ist tatsächlich im deutschen eine wenig segensreiche Parallelität der Begriffe das Schuld und Schulden so dicht bei sammeln liegen.

00:49:50: aber damit hat man natürlich auch den öffentlichen Diskurs hier sehr stark geprägt.

00:49:55: Und jetzt ist tatsächlich die Entwicklung so dass man sagen muss es gibt im moment politisch viele Versäumnisse gerade hierzulande.

00:50:03: Wir wissen, dass die Straßen sind nicht in Ordnung, die Bahn fährt nicht, die Schulen sind nicht sauber und was weiß ich?

00:50:10: Wir sind in der Digitalisierung vorletzer Platz in Europa.

00:50:13: Das darf alles nicht so bleiben.

00:50:14: wir brauchen massive Investitionen das ist alles fein!

00:50:18: Und wir haben Gott sei Dank in der Vergangenheit ja so relativ moderat gewirtschaftet, deutlich niedriger sind als der europäische Durchschnitt, es wird sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren ändern.

00:50:31: Auch weil wir die Niedrigzinsphase eben nicht genutzt haben?

00:50:33: Ja das war natürlich genau das was uns jetzt noch die Füße fällt.

00:50:38: Österreich hat ja ein bisschen etwas gemacht mit diesen hundertjährigen Anleihen zu, ich glaube die günstigste Coupon ist irgendwie Null Komma

00:50:45: Acht

00:50:46: Fünf.

00:50:46: Aber selbst der zwei Prozenter ist natürlich aus Österreich.

00:50:49: so sich großartig.

00:50:51: in Deutschland hat Armin Laschet das gemacht?

00:50:53: In dem Land Nordrhein-Westfalen immerhin.

00:50:55: Sonst haben wir es nicht gemacht.

00:50:56: aber wenn wir das jetzt mal alles eindampfen Was wir jetzt hier so in der letzten knappen Stunde besprochen haben, also Pax Amerikaner ist am Ende klassische Weltordnung damit auch.

00:51:07: Wir sollten nicht hoffen dass nach Trump alles besser wird, nicht nur wegen der Republikaner sondern die Demokraten haben ja auch bisweilen sehr merkwürdige Anwandlungen dann eben am anderen Rand des Hufeisens.

00:51:21: Wir haben die Bedrohung durch Russland, wir haben die bedrohungen durch China, zu wachen, sondern wirklich aus dem Bett zu kommen und unsere Wirtschaft zu modernisieren.

00:51:34: Dann das KI-Thema Taiwan Conflikt.

00:51:38: Also für diejenigen, die jetzt noch dabei sind, das war eine ganz schön negative Dröhnung!

00:51:45: Alles ziemlich düsteres Szenarien.

00:51:47: aber irgendwie du stehst ja trotzdem jeden Morgen auf Sieht jetzt auch nicht so aus, dass du gleich auf eine einsame Insel fährst, wo du als Prepper schon deine Dosen suppen und deine Büchse im Schrank hast.

00:52:03: Wo liegen in diesem schwierigen Umfeld deiner Meinung nach denn irgendwo auch Chancen gerade mit Blick auf Geldern lagen?

00:52:11: Warum lohnt sich ein bisschen Zuversicht?

00:52:13: Es lohnt es sich auf jeden Fall, weil ich glaube am Ende des Tages doch an die Vernunft des Menschen.

00:52:20: Die Ratio und wir haben sehr vieles gesehen also ... Wir haben gesehen in der Welt das Verdummung als politisches Konzept, als Prinzip funktioniert's.

00:52:30: Wir haben es bei Trump gesehen, da haben wir reichlich davon, wir haben es beim Brexit gesehen, wir sehen es beim Hochkommen der sogenannten AfD hier in Deutschland.

00:52:39: Ich glaube aber am Ende des Tages, dass Dummheit keine besseren Ergebnisse erzielt und das sie sich deshalb auch überleben wird.

00:52:46: Ich glaube auch deshalb, dass viele der ordentlichen hart arbeitenden ehrgeizigen Menschen in diesem Land – die Mehrheit sind nicht dumm – sich diesen Gedanken zurückholen werden, dass wir sagen, wir wollen nach vorne.

00:53:01: Wir wollen eine bessere Zukunft für unsere Kinder!

00:53:03: Wir wollen ein besseres Land!

00:53:04: Wir haben das schon mal geschafft.

00:53:06: Deutschland war im Urteil des Economists in den Jahr- und Neunzehn-Ninzen-Sicht, The Sick Man of the Eurozone, so hieß der berühmte Artikel.

00:53:13: Und wir haben es damals geschafft mit der Agenda, das Land wieder nach vorne zu bringen.

00:53:17: Die ersten Schritte sind ja gemacht.

00:53:19: Die gegenwärtige Regierung ist nicht sehr beliebt, ja das ist richtig.

00:53:23: Aber sie bringt Reformen auf den Weg und sie kann noch wesentlich mehr Reformen auch auf dem Weg bringen.

00:53:28: die sind nicht immer einfach, die sind auch schmerzhaft da gibt es Widerstände.

00:53:31: aber das macht mich zuversichtlich dass wir da auf dem weggegangen sind, dass wir die Talsole durchschritten haben Amerika überlebt.

00:53:40: Und dass auch die Amerikaner irgendwann mal sich schütteln werden und zur Realität kommen werden, und sagen wir werden wahrscheinlich ... Wir werden weder einen verkappten Diktator wie Trump oder irgendeinen völlig verstrahlten Nachfolger also alle denkbaren Nachfolge im Bereich der Republikaner sind ja ein bisschen schräg oder auch wie du sagst den Kommunisten als Demokraten wählen sondern wir werden auch wieder vernünftige Präsidenten oder vielleicht mal eine Präsidentin in den USA sehen, die dieses Land Ein Stück weiter.

00:54:08: Schön, wenn sich ein paar davon aus der Deckung wagen!

00:54:11: Das wird nach dem Mittwoch passieren.

00:54:12: Ich glaube da wird die Debatte losgehen.

00:54:14: aber du fragst es mich noch zuversichtlich und das macht mich zuversichtig dass auch dieses Land noch nicht aufzugeben ist.

00:54:19: wir leben in dunklen Zeiten hast du völlig recht und das war sicherlich jetzt keine besonders optimistische Folge von eurem Podcast.

00:54:24: Aber nochmal Frühjahr morgen bevor's hell wird ist es immer am dunkelsten ja Und das mag jetzt so einen Punkt sein wo wir sagen können wir können zuversichtigt nach vorne Schauen, weil wir kein Erkenntnisproblem haben.

00:54:37: Wir sind vernunftbegabte Menschen.

00:54:39: Wir haben die Missstände erkannt und müssen jetzt ins Handeln kommen um die richtigen Entscheidungen zu treffen und ich glaube das sind wir schon dabei.

00:54:46: Und wir haben natürlich auch in der Forschung und Technologie sehr viele Innovationen Die uns eigentlich helfen könnten unsere Probleme zu lösen.

00:54:54: also was verfügbarkeit sauberer CO-neutraler Energien angeht Was generell den Kampf gegen den Klimawandel angeht was dem Kampf gegen krank Wir hätten eigentlich alles, wir müssen es nur zusammenfügen.

00:55:11: Nur wie mein lieber Freund Horst von Butler gerne sagt die Welt ist nicht so gut wie wir sie gerne hätten und deswegen gibt es eben entsprechende Schwankungen.

00:55:20: Deswegen haben wir eben auch dann mal diese Düsternis.

00:55:24: Lass uns zum Abschluss mal darüber reden was dieses ganze Picture jetzt wirklich im Portfolio eigentlich heißt.

00:55:31: So klassischerweise Ja Referenz, so dieses Sechzig-Vierzig Portfolio in den USA noch viel mehr als hier in Europa.

00:55:42: Sechszig Prozent Equities also Aktien, vierzig Prozent Bonds also Anleihen.

00:55:48: jetzt macht man natürlich in Amerika sagt man jetzt sechzig Prozent S&P Fivehundred bei den Aktien.

00:55:55: Das muss man ja wirklich erklären, dass es noch Aktien außerhalb des Eifens in der Aktienmarkt gibt.

00:56:01: Nun ist auch sehr breit, sehr tief, sehr diversifiziert der Aktianmarktart.

00:56:05: aber gucken wir mal auf die Sechzig Prozent.

00:56:08: für viele hierzulande ist das der MSCI All Country World als Basis Investment mit den ganzen bekannten Themen der Techklumpen und der USA Klumpen wenn wir jetzt so die Auflösung dieser klassischen globalisierten Ordnung gerade erleben.

00:56:26: Wie sinnvoll ist denn deiner Meinung nach überhaupt noch ein globaler Index, der also im Grunde sagt One World, One Index völlig egal wo ein Unternehmen seinen Juristischen sitzt hat?

00:56:38: Wir brauchen alle Industrie, alle Schwellenländer das ganze Kapitalisierung gewichtet.

00:56:42: Passt das zu deinem Bild oder wäre dein Bild nicht eher dass man sagt Man muss das viel granularer angehen und stärker auf beispielsweise ETFs, auf Länderindices gehen.

00:56:57: Dass man sagt also X-Prozent USA dann Kanada separat beim Mischen.

00:57:02: Eurozone ist vielleicht noch ein halbwegs homogener Block aber UK ist schon mit etwas anderes Japan natürlich China sowieso Australien dass man das wieder entzerrt.

00:57:15: Du hast ja den MSCI World erwähnt und das ist einfach so, dass der für meinen Geschmack in der aktuellen Situation ein viel zu hohen US-Dollar oder beziehungsweise ein vielzu hohes Gewicht amerikanischer Unternehmen hat.

00:57:29: Und innerhalb dieser amerikanischen Unternehmen habe ich noch mal ein gewaltiges Gewicht von Technologieunternehmen.

00:57:34: Das heißt, ich hab innerhalb dieses Aktien Blocks ein, ein gewaltiges Klumpenrisiko.

00:57:40: Wenn ich das jetzt wirklich in diesen Index nur investiere meine sechzig Prozent Aktien dann lande ich schon mal bei einer viel zu hohen US-Konzentration.

00:57:47: Das heißt ich müsste im Prinzip dann sagen nein der MSCI World oder All Country oder was auch immer ist nur ein Teil meines Aktienportfolios und ich mische, wie du es genannt hast bei, ich sage auch Europa-Bei.

00:57:58: Ich mische vor allen Dingen auch Schwellenländer dabei.

00:58:00: Wenn ich sage zum Beispiel... Was

00:58:02: sind denn für dich Schwellennländer?

00:58:03: Also das Witzige ist ja dass wir Südkorea als Schwelleland bezeichnen, Taiwan und China.

00:58:10: Das sind die drei Ländern, die sechzig Prozent vom MSCI Emerging Markets ausmachen beinhalten, was man normalerweise so mit Schwellenländern früher hat man gesagt zweite Welt assoziiert.

00:58:21: Das ist richtig und aber das habe ich auch ganz bewusst, dass habe ich diese Kategorie bewusst so genannt wie sie auch gemeint ist nämlich tatsächlich diese Länder wenn wir beispielsweise Technologie erfinden wollen nicht nur nach Amerika.

00:58:33: Man will aber trotzdem, man will Technologie ja und man will die ganze Entwicklung von KI usw.

00:58:38: spielen ein Portfolio.

00:58:40: dann guckt man nicht nach Europa, da haben wir einfach zu wenig.

00:58:42: Dann guckt genau die Länder, die du genannt hast.

00:58:44: Man guckt nach Korea, man guckt auch nach China und investiert dort.

00:58:48: Das heißt letzten Endes ist auch wenn das keine wirklichen Schwellenländer mehr sind, dann heißen sie nach wie vor nach der Indexkategorisierung so egal ob wir die für falsch halten.

00:58:58: Die muss man aber dabei haben.

00:59:00: Und dazu muss man auch sagen dass es wahrscheinlich auch Sinn macht jetzt langsam mal den Blick zu richten wer werden denn die großen Nutznieser von KI sein.

00:59:09: In welchen Branchen kann es dann die größten Entwicklungssprünge geben?

00:59:12: Ist das vielleicht die Biochemie, ist das die Umwelttechnik?

00:59:15: ja grüne Energie, die du angesprochen hast?

00:59:17: Gibt's ganz viele Bereiche wo sich so erst jetzt so Anwendungsmöglichkeiten von KI ansatzweise zeigen... Wo

00:59:23: siehst Du die spannende Perspektive?

00:59:24: wenn wir jetzt das Potenzial mal in Relation zur aktuellen Bewertung sehen.

00:59:30: Es ist ja häufig auch sehr viel schon eingepreist.

00:59:33: Ja, das stimmt.

00:59:34: Aber ich glaube wir haben über mehrere Bereiche gesprochen und wir haben auch gesprochen über emerging Asia also noch offizielle Schwellenänder als Beimischung oder zumindest eine deutlich größere Anteil im Aktien-Portfolio natürlich nach wie vor Amerika.

00:59:49: Wir müssen aus Amerika heraus diversifizieren.

00:59:51: Das heißt aber nicht was wir Amerika in Bauschenbogen verkaufen.

00:59:54: aber ich würde auch nicht komplett Europa abschreiben.

00:59:56: Und da sind ein paar Bereiche die absolut zukunftsweisen und vielversprechend sind.

01:00:01: Ein Bereich wo Europa kompetitiv ist, auch was die technologische Entwicklung angeht.

01:00:07: Zum Beispiel Verteidigungsindustrie.

01:00:09: Da haben wir wirklich viele Unternehmen, die dort eine Rolle spielen.

01:00:11: Ob uns das gefällt oder nicht noch mal, haben wir vorhin schon darüber gesprochen.

01:00:14: Zweitens der Bereich der ganzen Bioscience und Pharmaindustrie Gesundheit insgesamt als Sektor.

01:00:22: Und das dritte Beispiel, dass ich machen würde wäre eben auch nachhaltige Energie.

01:00:28: Man könnte noch eins dazufügen, dass wir sagen können, wir werden das ein bis fünf Grad Ziel krachend verfehlen.

01:00:33: Wir können froh sein, wenn wir ja das zweite Grad Ziel erreichen.

01:00:36: Das heißt aber... eine extreme Zunahme an Extremwetterereignissen haben werden und zum Beispiel Präventionstechnik dafür zu entwickeln.

01:00:45: Das könnte auch eine Branche sein, in der sich Europa – weil wir einfach so ein dicht besiedelter Kontinent sind – hervortugen können.

01:00:51: Wir haben es gesehen durch die Waldbrände im Sommer in Südeuropa und Überschwemmungen an anderen Stellen.

01:00:57: Da gibt's mit Sicherheit etwas wo Europa einen ganz großen Beitrag leisten kann.

01:01:02: Ich würde aber noch was zur Portfoliopositionierung.

01:01:04: und wie können sich Anleger schützen?

01:01:07: vor dieser immer bekloppteren Welt da draußen, ja?

01:01:10: Vor dieser immer düsteren Welt in dem sie auch über das Sechzig-Vierzig-Portfolio hinausdenken.

01:01:16: In dem Sie nämlich wirklich sich breiter aufstellen, auch in Asset-Klassen die wir vielleicht zuletzt nicht so auf den Schirm hatten.

01:01:21: Auch gerade wenn es um das Thema Altersvorsorge beispielsweise geht und weniger Liquid Anlageklassen wie zum Beispiel die Private Markets, Private Credit und Private Equity.

01:01:32: Das sind oder Investitionen in Infrastruktur.

01:01:35: Die werden dann allen Ecken und Enden gebraucht.

01:01:36: da wird es Finanzierungsmodelle geben wo auch Investoren, Anleger, auch Privatanleger gefragt sein werden zu helfen dieses Geld aufzubringen.

01:01:45: das Geld wird dann langfristig investiert und die Erträge werden mehr oder weniger garantiert weil staatlich oder halbstaatliche Projekte sein werden.

01:01:52: Wo denkst du dann dran?

01:01:53: Denkst du denn wirklich an LTIFS, wie wir ja auch bereits im Scalable Broker haben, oder sagst du eher über notierte Unternehmen die zum Beispiel Infrastruktur-Konzessionen haben, wie jetzt Nevency aus Frankreich oder erneuerbare Energienkontraktoren, Brookfield Renewable

01:02:12: Sowohl als auch.

01:02:13: Ich würde das jetzt gar nicht unbedingt des einen oder das andere ausschließen wollen, es kommt noch ein bisschen auf die Anlegerpräferenz an und es kommt darauf ein bisschen an wie das Portfolio gestrickt ist, auf regulatorische Limits dies da geben kann.

01:02:24: Da würde ich aber sagen, da gibt's verschiedene Finanzierungskanäle.

01:02:27: am Ende des Tages gehts ja immer so wie wir Volkswirte immer sagen die Kunst ist die Ersparnis zur Investition zu bringen, dass große S gleich i der heilige Grail der Volkswirtschaftslehre das am Ende

01:02:41: plummet irgendwie zu mobilisieren für den Aufbruch Europas und insbesondere Deutschland.

01:02:47: Wobei, darüber hatten wir ja eine Folge mit Denise Koch mit Blick auf Rentenvermögen auf Staatsfonds das da natürlich schon die Rendite im Vordergrund stehen muss und dass man nicht irgendwie einen politischen Büttel daran züchtet der am Ende dann wahrscheinlich beide Ziele nämlich sowohl die Renditen zu sichern für die Rente als auch das Land voranzubringen, nicht realisieren kann.

01:03:12: Lass mich noch mal kurz zu einem anderen Thema aus Sächsigvierzig kommen nämlich aus den Vierzig die Rolle von Anleihen.

01:03:19: wenn wir jetzt sagen naja es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten in so Long Run entweder über Inflation oder über einen harten Schuldenschnitt von dieser Verschuldungsspirale runterzukommen dann dürfte man eigentlich keine Anlein haben oder?

01:03:35: Das ist sicherlich so.

01:03:36: und wenn wir mal überlegen, wir haben ja vorhin schon darüber gesprochen was treibt im Prinzip auch die langfristigen Zinsen.

01:03:43: Im Moment es ist weniger die Inflationserwartung, auch wenn das vielleicht auf den ersten Blick naheliegend erscheinen mag aber es ist eher die Risikoprämie.

01:03:50: Und wenn man sich mal anschaut die Risikopräme wird natürlich sehr stark auch getrieben von der Verschuldung.

01:03:55: Das heißt je höher die Schuldenlast steigt desto mehr.

01:03:59: schaue ich als Anlage gläubiger drauf so will ich dem noch mein Geld leihen?

01:04:02: Der hat ja schon so viel Schulden kann der D-Wop noch zurückzahlen.

01:04:04: Und fall ich eventuell dann am Ende mit meiner Forderung aus?

01:04:07: Das heißt, ich schaue natürlich auch hin, wo gibt es denn eventuell Staatsanleihen die gute Renditen abwerfen, die aber vielleicht einen wesentlich niedrigeren Schuldenstand haben?

01:04:16: und die finde ich in den Schwellenländern.

01:04:18: Wenn wir zum Beispiel nach Asien schauen, dort haben wir Volkswirtschaften, die deutlich niedrigger verschuldet sind als im Westen.

01:04:26: Der durchschnittliche Schuldenstand in den eher bei bei bei dreizig Prozent als bei als bei neunzig Prozent.

01:04:35: Und das heißt, der der Unterschied ist dann oder bei vierzig Prozent vielleicht?

01:04:38: Der Unterschied ist also sehr sehr eklatant und das heißt man hat auch hier die Möglichkeit gerade in Zeiten eines schwächeren Dollar durchaus auch in emerging markets online zu investieren.

01:04:48: Dann

01:04:48: aber ein lokaler Währung.

01:04:50: Das kann man dann eben je nachdem welchen Kohlmann auf die auf die Währungsentwicklung macht.

01:04:54: Aber dass würde ich dann tatsächlich im gegenwärtigen Umfeld in lokaler Währung wahrscheinlich vorzugsweise machen, wobei...

01:05:02: Euro-Bond gibt es relativ wenige aus Schwellenländer.

01:05:05: Man kann natürlich dann wieder über ein ETF die Hardware uns anleihen, die dann in der Regel dollaranleihen sind, wieder sichern gegen euro US Dollar.

01:05:12: aber dann wird's irgendwo auch komplex und dann wirds irgendwo auch teuer.

01:05:16: Deshalb

01:05:16: man will dann die dollar Anleihen ja auch nicht haben, fragt man sich wo ist das größere Risiko?

01:05:20: Ist das die lokale Währungen oder ist das denn der US Dollar?

01:05:23: wenn ich da nicht tatsächlich die eurobasierte Anleihe kaufen kann lasse ich gleich

01:05:26: Ja, über Gold haben wir ebenfalls schon gesprochen.

01:05:29: Deswegen zum Abschluss eine grundsätzliche Frage!

01:05:32: Wir haben uns ja sicherlich auch die letzten jahre Jahrzehnte daran gewöhnt, dass Geldanlage passiv auch durch so eine Rebalancing-Modelle laufen kann.

01:05:41: Es muss jetzt nicht sechzig-vierzig sein – es kann ja auch sein.

01:05:44: Sechszig, zwanzig, zwannsich Jahrsechzig Prozent Aktien, zwansich Prozent wirklich kurzfristiger Anleihen und Tagesgeld und zwanzich Prozent Gold und Alternative Investments also Illiquide Anlein.

01:05:58: Das macht man dann mit so einem Rebalancing.

01:05:59: Das ist eigentlich das Primat der strategischen Asset Allocation, das ist ja nach allen wissenschaftlichen Studien auch das was am Ende wirklich entscheidend für den langfristigen Anlage erfolgt.

01:06:11: Wenn wir jetzt ein so fragiles Umfeld haben wie du es hier beschrieben hast wird die taktische Allokation nicht wichtiger?

01:06:20: müssen wir dann nicht aktiver auch am Markt sein, auch aktiver mal umschichten.

01:06:26: Vielleicht kürzere Rebalancing-Zyklen haben?

01:06:29: müssen wir mit Momentum einzelne Trends spielen?

01:06:32: wird vielleicht Trading generell wichtiger?

01:06:35: sehen wir künftig Hedge Fund oder Managed Futures ETFs Mal wieder mehr nachdem wir ja lange Zeit nur Long Only gesehen haben?

01:06:46: Also die Antwort auf deine erste Frage ist ein eindeutiges Jahr.

01:06:50: Also die taktische Allokation gewinnt in so unsicheren und hoch auch disruptiven Zeiten, wie wir sie gerade erleben einen höheren Stellenwert gegenüber der strategischen asset allocation.

01:07:00: Ich kann es mir also nicht leisten zu sagen ich fasse mein Portfolio einmal an, stelle die strategische asset allocation auf und dann gehe ich schlafen.

01:07:07: Ja das muss also tatsächlich schauen Wie passt sich das ganze taktisch an?

01:07:13: Ich muss da, wenn man so will opportunistischer auch vorgehen können.

01:07:17: Und ja, da spielen dann alle möglichen Essentklassen mit rein.

01:07:21: Da kann es auch mal sein dass man sehr hoch spekulative Elemente ganz bewusst mit Einmisch, zum Beispiel eben Hedgefondsstrategien oder auch Krypto.

01:07:30: Wenn man im Grunde sagt so ich will vielleicht eine Periode spielen wo ich vielleicht das Ganze hebeln möchte wenn ich sage Ich habe jetzt eine sehr gute Perspektive, ich hab ne sehr gute Erwartung bezüglich der Entwicklung einer bestimmten Esseklasse die ist riskanter als er durchnimmt meines Portfolios.

01:07:47: aber ich gewichte die jetzt mal ganz bewusst höher.

01:07:50: Nur das eine, nie alle Eier in einen Korb ganz klar.

01:07:53: Aber dass man die mal temporär höher gewichtet und es erfordert, dass wir häufiger hinschauen.

01:07:57: Dass wir häufig das Portfolio der Realität anpassen einer sich ständig wandelnden Realität Und das ist eben die taktische asset allocation Die damit einen höheren Stellenwert gewinnt.

01:08:09: Martin Lück Vielen, vielen herzlichen Dank für diese Tour d'Orison durch die Welt der Geopolitik.

01:08:14: Wir haben festgestellt politische Börsen mögen kurze Beine haben aber sie werfen sehr lange Schatten.

01:08:20: und wie man diesen Schatten ein bisschen entkommen kann darüber haben wir auch gesprochen und es ist ja dann am Ende doch noch ein bisschen zuversichtlich.

01:08:29: auf jeden Fall konstruktiv geworden.

01:08:32: dass du Klartext sprechen würdest das war klar.

01:08:34: ich hoffe du konntest was mitnehmen für deine eigenen Anlageentscheidungen vielleicht auch den einen oder anderen thematischen Vorschlag, wo du sagst Mensch.

01:08:43: Also da müsst ihr noch mal ein bisschen mehr drauf eingehen.

01:08:47: im Podcast.

01:08:48: dann freue ich mich natürlich wenn du mir eine E-Mail schreibst an podcastadscalable.capital.

01:08:54: kannst natürlich auch gerne einen Kommentar dazu lassen wenn dich zum Beispiel interessiert was sich hinter Schwellenländer anleihen in Lokalwährung tatsächlich verbirgt oder was für Möglichkeiten es eigentlich gibt in Infrastruktur zu investieren auch sonst alles, was dich bewegt entweder per E-Mail oder gerne auch in den sozialen Netzwerken adscalable.capital oder addcvröel einfach direkt an mich weitergeben.

01:09:20: Ansonsten wenn es dir gefallen hat dann sagst gerne weiter gib uns Sterne lass ein Abo da oder einen Daumen nach oben.

01:09:28: das war's für heute tschüss aus Berlin.

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