Monatliche Dividenden mit Mittelstands-Zinsen? Main Street Capital | Asset Class #75

Shownotes

Monatliche Dividenden – und das nicht von der Wall Street, sondern von der Main Street. Main Street Capital finanziert den amerikanischen Mittelstand und hat damit in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr Gesamtrendite eingefahren als der S&P 500. Christian W. Röhl und Katharina Brunsendorf analysieren im Deep Dive das Geheimnis hinter dieser Zinseszinsmaschine. Es geht um die Funktionsweise der steueroptimierten Business Development Companies (BDCs), um lukrative Equity Kicker bei Mittelständlern und um die Frage, warum Main Street an der Börse mit einem satten Aufschlag gehandelt wird – und welche Risiken im aktuellen Private-Credit-Boom lauern.

Erwähnte Aktien aus der Folge im Scalable Broker: Main Street Capital (US56035L1044): https://de.scalable.capital/broker/security?isin=US56035L1044 Waste Management (US94106L1098): https://de.scalable.capital/broker/security?isin=US94106L1098 Quanta Services (US74762E1029): https://de.scalable.capital/broker/security?isin=US74762E1029 Vulcan Materials (US9291601097): https://de.scalable.capital/broker/security?isin=US9291601097 Ares Capital (US04010L1035): https://de.scalable.capital/broker/security?isin=US04010L1035 Blue Owl Capital (US69121K1043): https://de.scalable.capital/broker/security?isin=US69121K104

Kapitalanlagen bergen Risiken. Keine Anlageberatung.

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00:00:00: Mehr als sechs Prozent Dividenden.

00:00:02: Mehr als dreimal so viel wie beim IPO.

00:00:05: Naja, wobei jetzt eine Verdreifachung in knapp zwanzig Jahren nicht wirklich aufregend ist?

00:00:11: Dann hast du damit ne Basis für satte Cash Fluss schon mal gelegen!

00:00:15: Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatungen.

00:00:18: Kapitalanlagen bergen Risiken.

00:00:20: Du entscheidest in was du investierst.

00:00:28: Hallo und herzlich willkommen bei Acid Class, deinem Podcast über Wachstum und Werte.

00:00:34: Ich bin Christian Veröl und heute habe ich für dich monatliche Dividenden!

00:00:40: Und die kommen mal nicht von der Wall Street sondern von der Main Street also von dort Wo der Mittelstand zu Hause ist, Main Street Capital finanziert kleine und mittlere Unternehmen.

00:00:53: Und hat damit in den vergangenen gut zwei Jahrzehnten mehr Rendite eingefahren als der S&P-Fünfhundert.

00:01:01: Welches Geheimnis hinter der Zinseszinsmaschine steckt?

00:01:06: Was der KI Gewinner Quantas Services damit zu tun hat?

00:01:10: Warum die Aktie an der Börse mit einem fetten Aufschlag gehandelt wird – und welche Risiken?

00:01:16: du unbedingt auf dem Schirm haben solltest, dass und mehr jetzt in unserem Dieb-Dive wie immer zusammen mit meiner Kollegin Katharina Brunsendorf Head of Content hier bei Scalable Capital.

00:01:28: Hallo Katharina schön, dass Du da bist!

00:01:31: Hallo Christian ja dann haben wir uns heute wirklich ein spezielles Unternehmen vorgenommen.

00:01:35: keine Weltmarke wie Amazon oder L'Oréal keine überhundertjährige Geschichte oder Historie wie bei Coca Cola oder auch dem Scottish Mortgage Trust.

00:01:44: all diejenigen hatten im Podcast.

00:01:47: Dafür haben wir heute aber ein spannendes Lehrstück, wie in einer vermeintlichen Nische einen Milliarden-Imperium entstehen kann und das mit ganz vielen Querbezügen.

00:01:56: Wirtschaftsförderung unter Ronald Regan die Texas Connection der Enron Skandal Die Finanz Krise.

00:02:04: Und das alles in einer Geschichte wo der Unternehmer nicht einmal ein Wikipedia Eintrag hat!

00:02:11: Ja, sieht man selten.

00:02:12: Aber hat vielleicht auch damit zu tun dass die Geschichte von Main Street Capital zunächst die Geschichte eines Wirtschaftsprüfers ist?

00:02:22: Die gelten ja gemeinhin als eher trocken und unglamoureus!

00:02:26: Und wenn es Forster um den geht der entspricht genau diesem Klischee.

00:02:32: anders als viele Firmengründer, redet er überhaupt nicht über sein Elternhaus und es gibt jetzt auch keine Anekdoten aus der Kindheit die man dann im Rückspiegel schon als frühe Weichenstellung für so eine erfolgreiche Unternehmerkarriere verklären könnte was ja viele gerne tun.

00:02:50: Und dazu war Forster nicht einmal auf einer Elite-Uni.

00:02:54: Man würde ja jetzt denken, okay da kommt Stanford, Harvard, MIT – Nix!

00:02:58: Fehlanzeige geboren in den US-Bundestadt Michigan.

00:03:03: Hat er auch gleich in der Heimat studiert an der Michigan State University und zwar Rechnungswesen.

00:03:11: Warum ausgerechnet das?

00:03:13: Das ist tatsächlich eine der wenigen Geschichten von seiner Jugend, die Winz Foster mal auf einer Alumni-Veranstaltung seiner Universität preisgegeben hat.

00:03:26: Ein Studienberater hat ihm gesagt, Accounting sei ein schwieriges Fach und Foster dachte sich dann, that seemed to fit!

00:03:35: Also genau das, was zu mir passt.

00:04:04: Wanderer gegründet und war damals eben ein Sehnsuchtsort für alle Accounting Studenten.

00:04:10: Es war eine der mächtigsten Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei der Welt mit legendären Korpsgeist, untadeliger Reputation und innovativen Drive.

00:04:20: Und bereits in den Siebzigerjahren baute Arthur Andersen parallel zum klassischen Buchprüfergeschäft eine eigene IT- und Strategieberatung auf, die im Sommer ein eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht wurde.

00:04:34: ExCenture war das – mit zweistelligen Umsatz- und Gewinnwachstum lange Zeit ein Star an der Wall Street im Hoch.

00:04:41: Zwanzig, einundzwanzig zeitweise zweihundertfünfzig Milliarden Dollar wert!

00:04:46: Bevor die Angst vor der Disruption durch KI, die Berateraktio um zwei Drittel gedrückt hat.

00:04:52: Ja da ist er!

00:04:53: Der erste, der Querbezüge von denen du eingangs gesprochen hast.

00:04:57: Wie ging es weiter mit Arthur Anderson?

00:04:59: Für die kam diese Trennung des IT-Beratungsgeschäfts sozusagen in letzter Sekunde nämlich kurz vor dem Enron Debakel das amerikanische Vorbild für Wirecard nur in einer anderen Branche.

00:05:16: Der Energiekonzern Enron hatte in den Neunzehnt neunziger Jahren als Milliarden schweres Wachstumswunder gegolten, aber dann kam raus die Bilanzen waren durchweg manipuliert.

00:05:28: Die Umsätze größtenteils erfunden und die Wirtschaftsprüfer von Arthur Anderson von dieser großen reputierten Firma hatten nicht nur jahrelang nichts davon gemerkt sondern hatten zum Schluss auch noch versucht für ihr Fehlverhalten zu vernichten, nachdem die Sache ans Licht gekommen war.

00:05:50: Ende vom Lied Die Mandanten liefen scharenweise zur Konkurrenz über und Arthur Anderson wurde tatsächlich nach fast hundert Jahren bestehend zerschlagen.

00:06:02: Gibt's heute nicht mehr?

00:06:03: Deswegen spricht man nicht von den Big Fives oder nur noch von dem Big

00:06:08: Four

00:06:09: bei den großen Prüfungskanzleien!

00:06:11: Aber kommen wir zurück zu Vince Foster, der hat ja noch in der Blütezeit von Arthur Anderson dort gearbeitet.

00:06:19: und zwar direkt nach dem Studium, wie du gesagt hast.

00:06:22: Und er wurde dann relativ bald aus seiner Heimat Michigan in das damals Buhmen der Texas abkommandiert.

00:06:31: Dort warteten allerdings nicht, wie man es jetzt bei so einer großartigen Adresse vermuten könnte – Weltkonzerne wie ExxonMobil, Texas Instruments oder AT&T auf den jungen Wirtschaftsprüfer sondern Mittelständler!

00:06:48: Wir nehmen die USA ja heute vor allem so als Home of the Mega Caps war, also als Heimat der großen weltumspannenden Konzerne.

00:06:58: Klar, die gab es auch damals schon aber die US-Wirtschaft war damals in den fragmentiert, abertausende kleine und mittlere Unternehmen mit starken lokalem Fokus.

00:07:15: Und wenn man ehrlich ist muss man zugeben in sehr vielen Sektoren ist das auch heute noch so.

00:07:22: Bei Arthur Anderson erkannte man frühzeitig eben das Potenzial einer Konsolidierung ganzer Branchen.

00:07:31: Also hat man für Mandanten das Entworfen, was man heute Roll-up Strategien nennt.

00:07:38: Viele kleine Unternehmen aus derselben Branche zusammenkaufen und steuereffizient integrieren und daraus zumindest eine Regionalmacht formen – im besten Fall natürlich einen nationalen Champion!

00:07:52: So wie Waste Management.

00:07:55: Beraten von Arthur Anderson haben zwei Geschäftsleute, nämlich Wayne Huizenga und Dean Buntrock in den neunzehnhundertsebziger-achtzigerjahren.

00:08:05: In rasantem Tempo tausende oft Familien geführte Müllerpfuhr und Deponiebetriebe in ganz Nordamerika aufgekauft und daraus eben einen börsennotierten Entsorgungskonzern geschmiedet der heute fünfundzwanzig Milliarden Dollar Umsatz macht und der ja auch in vielen Depots im Scalable Broker hier zu finden ist, weil das Unternehmen sich eben im Laufe der Zeit als super solider Compounder etabliert hat mit einem blüten weißen Dividendentrack-Rekord.

00:08:40: Und da hat ja auch einige inzwischen sehr reputierte Aktionäre angezogen beispielsweise Bill Gates mit seiner Stiftung, einer der größten bei Waste Management.

00:08:52: Ja, Wastemanagement war damals als die ganze Sache entstand noch in Illinois beheimatet und kam erst im Zuge Diffusion mit US Waste Services nach Houston.

00:09:05: Deswegen gehen wir mal davon aus dass Vince Foster mit diesem Deal nichts zu tun gehabt hat.

00:09:12: Und weil die Berater ja allgemein so eine ziemlich verschwiegende Zunft sind, lässt sich leider heute auch nicht mehr nachvollziehen an welchen Roll-ups er denn konkret mitgearbeitet hat.

00:09:25: Fakt ist aber – er muss seine Sache bei Arthur Anderson ziemlich gut gemacht haben!

00:09:31: Denn schon in den letzten Jahren wurde er nicht nur zum Achtung toller Titel Director Corporate Finance and Mergers & Acquisitions für den Südwesten der USA befördert, sondern – und das ist ja das wo es auch finanziell interessant wird – er wurde in dem Kreis der Partner von.

00:09:54: Arthur Anderson

00:09:55: aufgenommen.

00:09:56: Ja und damit war dann mal mit gerade zweiunddreißig Jahren einer von rund tausend Fünfhundert Miteigentübern von Arthur Anderson, mit einem Einkommen das damals so um die zweihandtfünfzigtausend Dollar gelegen haben dürfte.

00:10:10: Das wäre in heutigen Gelds ungefähr siebenhunderttausende Dollar!

00:10:13: Und im Wirtschaftspum der neunzehnhundertneinziger Jahre soll er dann sogar zum Einkommensmillionär geworden sein.

00:10:19: und gleichzeitig sah Foster natürlich Bei ihm.

00:10:22: als Berater landeten nur die paar Krümel.

00:10:25: Das ganz große Geld, das machen die Manager hinter den Rollups – diejenigen, die die Firmen kauften, verschmolzen, finanzierten und dann am besten noch an die Börse brachten.

00:10:35: Und so wagte er Anfang of nineteen ninety-seven nach neunzehn Jahren dann den Absprung.

00:10:40: Und gemeinsam mit seinem Arthur Anderson Buddy Todd A. Rappert dem operativen Mastermind der später bei Main Street den Maschinenraum dann zusammenhalten sollte hat er dann sein eigenes Roll-up-Fonds gegründet.

00:10:53: Und ja, es handelt sich hierbei um Main Street Merchant Partners ausgestattet mit fünfzehn Millionen Dollar – teilweise eigenes Vermögen!

00:11:02: Teilweise Investoren, Gelder.

00:11:04: und na klar als Arthur Anderson Alumdi haben die beiden ja über ein gutes Netzwerk und großes Netzwerk verfügt.

00:11:10: Und bevor wir dann mal in eines der ersten Projekte der Beiden schauen würde ich nochmal ganz kurz einen Blick auf Todd L. Rappert werfen.

00:11:17: Der hat nämlich deinerneunzig sein Bachelor in Accounting an der Texanischen Baylor University erworben und dazu auch die Lizenz as Certified Public Accountant im Bundesstaat.

00:11:28: Als Jüngerer der beiden Gründer hat er so den Gegenpol In den entscheidenden Jahren des Wachstums und während des Börsenkampfs besetzte er bei Main Street Capital die Schlüsselposition als President, Chief Financial Officer und Executive Vice Chairman.

00:11:44: Immer toll!

00:11:44: Dieser amerikanische Täter

00:11:46: viel

00:11:46: besser als ein deutscher Aufsichtsratsvorsitzender.

00:11:50: Das ist so langweilig und jetzt ist das alles ein bisschen narrativer.

00:11:53: Deshalb wurde es ja auch so ein bisschen zu uns rübergekippt mit dem Titel.

00:11:56: Da hört sich alles ein wenig Fansjahr an aber am Ende mit den Titeln, das zeigt ja wirklich den Maschinenraum gesteuert und das operative Geschäft saß dann darüber hinaus auch noch in Investments sowie Kreditkomitees.

00:12:11: Und hielt die Fäden bei der Risikobewertung zusammen.

00:12:14: Und das passt dann auch total gut zu seinem Profil, weil er galt als detailorientiert, detailverliebt, Governantexperte und was sich dann nicht nur innerhalb vom Main Street gezeigt hat sondern auch außerhalb.

00:12:26: Denn er saß im Laufe seiner Karriere in über dreißig Boards also als Aufsichts- und Beirat und hat damit also auch viele Mandate gehabt.

00:12:35: Und darüber hinaus, hat er den Prüfungsausschuss des bis zu zwei tausend breitzehn Börsen notierten Druckereirol-Ups Consolidated Graphics geführt und hat jahrelang den milliardenschweren Finanz- und Stiftungsaosschuss der Baylor Universität dann ebenfalls geführt.

00:12:52: Die sind genau wie Consolided Graphics beide in Taxis ansässig.

00:12:56: Texas

00:12:57: hatten wir jetzt schon sehr oft?

00:12:58: Ja!

00:12:58: Das wird noch öfter kommen.

00:13:00: Ja, es ist sehr warm da aber anscheinend schmiedet die Hitze einige gute Ideen.

00:13:07: Jetzt so ein bisschen die Frage was hat er dann irgendwie?

00:13:09: nach seinem Ausscheiden aus dem operativen Tagesgeschäft von Main Street Capital hatte sich auch noch mal was Schönes überlegt hat er mit Rapid Capital Partners seine eigene Investmentfirma gegründet.

00:13:21: um diese sollen sie jetzt aber nicht gehen sondern darum, was die beiden umgesetzt haben.

00:13:25: Deshalb Christian, worum ging es bei Main Street Merchant Partners?

00:13:28: Das war eine Investmentform und man hat sich Projekte angeschauten.

00:13:31: Eines der ersten Projekten, die man dann eben mit angeschoben hat, war der Bau- und die Wartung von Stromnetzen in den neunziger Jahren.

00:13:41: ein Wachstumsmarkt, denn die veralteten Netze mussten dringend modernisiert werden.

00:13:47: Doch es gab eben kaum finanzstarke, landesweit aufgestellte Dienstleister sondern nur mittelständisch strukturierte.

00:13:56: Handwerksbetriebe, was natürlich jetzt auch für die Energiekonzerne, die diese Investitionen schultern wollten nicht angenehm war.

00:14:04: Die hätten lieber einen einzigen Ansprechpartner gehabt und das war eine ideale Ausgangsbasis für ein Roll-up.

00:14:12: wieder mal und deshalb auch der Unternehmer John R. Colson erkannt.

00:14:16: Der hatte sich vom einfachen Mitarbeiter zum Eigentümer eines Spezialisten für Hochspannungsleitung hochgearbeitet.

00:14:23: Und wo?

00:14:31: Tja.

00:14:32: Natürlich in Houston!

00:14:35: Wirklich, Texas boomender Wirtschaftsstandort.

00:14:38: Damals schon so eine besondere Phase und wir erleben das ja gerade wieder dass Texas unglaublich anzieht.

00:14:46: auch die Gründung der Texas Stock Exchange jetzt gerade ein ganz klares Symbol dass Texas noch weiter nach vorne will auch in der Verbindung von Realwirtschaft Börse.

00:14:59: Und in Houston kreuzten sich dann die Wege von Colson und Foster, man kannte sie eben in den Business-Zirkeln der Stadt.

00:15:08: und binnen weniger Monate entwarf Main Street ein Strategie- und Finanzierungskonzept für dieses Rollup.

00:15:16: und schon im Februar, sechs Monate nach der Fusion ging das junge Unternehmen unter dem Namen Quantaservices an die Börse und sammelte forty-fünf Millionen Dollar ein.

00:15:30: Die sofort für weitere Zukäufe genutzt wurden!

00:15:34: Also einen ganz, ganz schneller Deal.

00:15:38: Quick and Dirty könnte man sagen….

00:15:40: Ja, und so ein bisschen erinnert mich dieser Einstieg und die Beginne an den Scottish Mortgage Trust der ja auch ganz früh in Infrastruktur investiert hat.

00:15:50: Und daher für dich an dieser Stelle dahin weiß wenn du die Folge noch nicht gehört hast dann schau da auch unbedingt mal rein!

00:15:56: Aber Christian weiter

00:15:57: Ja, Quantaservices damals irgendwie ein schnell zusammengeflicktes Rollup an die Börse gefurzt und dann mit Kapital ausgestattet.

00:16:08: Heute, achtundzwanzig Jahre später ist aus Quantasurfaces ein S&P-Fivehundred Unternehmen geworden.

00:16:15: Konzernweit knapp siebzig tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

00:16:19: Umsatz zweitausendfünfzwanzigerund achtund zwanzigkommer fünf Milliarden Dollar.

00:16:24: dieses Jahr sollen es vormdreißig Milliarden werden.

00:16:27: Und der Wachstumstreiber?

00:16:29: Na klar, mal wieder Stromnetze!

00:16:32: Der KI-Boom – denn die Milliarden, die die Hyperscaler wie Microsoft, Alphabet oder Amazon in Rechnungszentren stecken, landen eben nicht nur bei den Chipherstellern sondern auch bei Unternehmen wie Quanta, die dafür notwendige physische Infrastruktur bauen.

00:16:51: Seit dem Börsengang, der orchestriert wurde von Forster und Main Street Capital.

00:16:57: Da hat sich der Kurs von Quanta per Salldo mehr als ver-achtzigfach wobei man allerdings sagen muss Zwischen im Jahr zwischen dem Jahr und dem Jahr muss die Aktionäre eine ziemlich lange Durststrecke durchleiten.

00:17:11: Davon hat Matt Street allerdings nicht mehr allzu viel mitbekommen, der Fonds ist relativ bald nach dem IPO mit schnellem Gewinn ausgeschieden.

00:17:22: Also

00:17:23: nicht nur

00:17:23: schnell an die Börse, auch wieder schnell raus.

00:17:26: Zeigt aber auch was Gewinne realisieren mitnehmen und weiter planen?

00:17:29: Genau in dieser ganz steilen Wachstumskurve war Main Street dabei und den Gewinn haben sie dann realisiert.

00:17:36: Wohlgemerkt nur das Unternehmen Foster selbst ist Quantan noch bis verbunden geblieben und hält noch immer hundred seventy-tausend Aktien des Unternehmens.

00:17:51: Die hatten per halb Jahres Ultimo immerhin auch einen Wert von hundertzwanzig Millionen Dollar, das ist nicht schlecht für so ein Deal den man irgendwann vor zwei Jahrzehnten mal mit begleitet hat und der eigentlich nur eine Durchgangsstation

00:18:06: war.".

00:18:07: Und Main Street Capital hat natürlich nicht nur finanziell von diesem Deal profitiert, sondern dieser Track record lockte natürlich auch weitere Investoren an.

00:18:19: So was fiel damals schon auf innerhalb von sechs Monaten, was zusammen geschustert und erfolgreich an die Börse gebracht – zumal man ja noch einen zweiten Treffer landen konnte, nämlich US Concrete!

00:18:33: So ein Roll-up.

00:18:35: Diesmal für regionale Beton und Baustoffunternehmen, die kamen in der Börse in den letzten Jahren aber nicht mehr notiert.

00:18:46: Im Sommer des Jahres wurde US-Koncrete für eine Million Dollar von Valkan Materials übernommen – dem größten Baustoffproduzenten der USA.

00:18:57: Ja, auch eine spannende Aktie die trotz oder vielleicht gerade wegen des bodenständigen Geschäfts in den letzten fünf Jahren ungefähr genauso gut gelaufen ist wie der S&P V-Hundred und jetzt mit einem Dreiunddreißiger KGV für einen Zükliker ziemlich ambitioniert bewertet.

00:19:16: Aber wir sehen auch hier, also selbst der junge Vince Foster hatte seine Finger schon in einigen Deals drin die bis heute irgendwie nachwirken.

00:19:27: Der hat also schon gemeinsam mit seinem Partner Rapid und den Teams Dinge unternehmerisch auf die Schiene gesetzt die sich dann auch tatsächlich weiterentwickelt haben.

00:19:39: Das war nicht nur kurz ein halb zu reiten, insgesamt hat Main Street Merchant Partners dieser erste Fonds von Foster & Rappert in den drei Jahren zwischen nineteen hundert sieben neunzig und zweitausend eine Performance Fonds dreihundert Prozent erzielt.

00:19:59: also allerbeste Voraussetzung um anschließend frisches Kapital einzuwerben, und zwar so richtig.

00:20:08: Wäre da nicht die Geschichte dazwischen gekommen?

00:20:12: Der Crash Tenure Economy dann die Terroranschläge vom Elften September und die anschließende Rezession.

00:20:20: das hat natürlich Spuren gelassen und Netzwerk hin oder her.

00:20:24: es dauerte bis Main Street, Mersenein genannt.

00:20:32: Dann tatsächlich an den Start ging.

00:20:35: der war dann auch schon deutlich größer nämlich ausgestattet mit einhundert Millionen Dollar Kapital und das war auch eine Besonderheit strukturiert als sogenannte SBIC Nämlich als Small Business Investment Company.

00:20:53: da sind wir jetzt mitten in Fördert Dschungel der US-Regierung.

00:20:59: Dieses Programm wurde schon in den letzten Jahren ins Leben gerufen, um dem amerikanischen Mittelstand Zugang zu Wachstumskapital zu geben.

00:21:10: und das Besondere daran ist die Brücke zwischen privatem Kapital einerseits und staatlicher Förderung andererseits denn für jeden US-Dollar von privaten Investoren einsammelt, kann er bis zu zwei weitere Dollar von der Regierung leihen und zwar zu sehr niedrigen Zinssätzen.

00:21:35: Also ein bisschen zurück zu den Wurzeln von Foster, der ja mit Mittelstandsunternehmen groß geworden war!

00:21:45: Ja, wir haben da also quasi ein staatlichen Investitionshebel der aber allerdings an strenge Bedingungen geknüpft ist.

00:21:53: Das Geld muss als Eigenkapital, also per Aktie oder Anteile oder als langfristiges Fremdkapital per Darlehen zur Verfügung gestellt werden um das Wachstum die Modernisierung oder Arbeitsplätze in den USA dann auch zu fördern.

00:22:07: Zudem gibt es dann auch Grenzen was die Größe angeht.

00:22:10: Aktuell dürfen SBICs nur Unternehmen finanzieren deren Materiales Netto-Vermögen unter vierundzwanzig Millionen Dollar liegt und der durchschnittliche Netto Gewinn der letzten zwei Geschäftsjahre darf maximal bei acht Millionen Dollar liegen.

00:22:24: Es geht also wirklich um kleine Unternehmen, während Rollups mit den Foster sein bisheriges Berufsleben verbracht hatte.

00:22:31: aus diesen Dimensionen, die dann irgendwann zwangsläufig herausgewachsen sind ja eben dann wenn sie Traktion bekommen und erfolgreich skalieren.

00:22:39: Und Main Street war dann eben somit auch gezwungen Investitionen breiter zu streuen, um die Anlage grenzend dann auch wirklich einzuhalten.

00:22:47: Weil diese super schnellen Erfolge das konnten sie damit nicht mehr machen aber das funktionierte auch wieder so gut dass man schon sechsein zweiter SBIC auflegen konnte dieses mal mit einem noch höheren Volumen von Hundertfünfzig Millionen US Dollar.

00:23:02: Wir haben aber dann auch Nachteile der SBICs.

00:23:04: Diese sind standardmäßig auch zeitlich befristet und das günstige Geld, dass die US-Regierung dem Fonds leid wird über Anleihen mit einer ganz starren Laufzeit von zehn Jahren vergeben Und am Ende dieser Laufzeit wird der gesamte geliehende Millionenbetrag dann auf einen Schlag fällig.

00:23:22: Wir haben also hier eine lump sum payment, sodass der Fonds seine Beteiligung irgendwann zu Geld dann eben machen muss auch wenn die Wirtschaft gerade in einer Rezension steckt oder aber auch die Preise für Unternehmen mies sind und Unterdruck verkaufen müssen.

00:23:37: Jemand wie Foster, der bei Arthur Anderson Optimierung bis ins letzte Detail gelernt und auch praktiziert hat, dem kann sowas ja eigentlich nur missfallen – zumal das Auszahlen von Investoren bedeutet, dass man für einen Folgefonds wieder neues Kapital einwerben muss!

00:23:55: und das nicht abgezogen werden kann, sondern fix als Investitionskapital dann auch im Unternehmen bleibt.

00:24:01: Und deshalb schon sieben, also fünf Jahre Vorablaufdatum des ersten SBICs der visionäre Schritt die Gründung von Main Street Capital Corporation – nicht als Fonds, sondern als BDC, also als Business Development Corporation.

00:24:18: Auch damelspielte Foster wieder auf der regulatorischen Klaviatur wobei die Struktur dafür bereits aus den Jahren stammt.

00:24:26: Und da sind wir dann bei Jimmy Carter und Ronny Racken, denn damals nach dieser langen Stackflation der hat man sich entschieden, dem Mittelstand auf die Beine zu helfen mit dem sogenannten Small Business Investment Incentive Act von zu Risikokapital, also wirklich staatlich orchestriertes Venture-Capitel und das mit einer neuen Unternehmensform.

00:25:13: BDC als Investmentgesellschaften die über Aktienkapital einsammeln und dieses dann an mittelständische Unternehmen ausreichen als Eigenkapital oder als Fremdkapital.

00:25:28: Und das ist in dieser Struktur an ein paar besondere Bedingungen geknüpft, denn es gibt entscheidende Vorteile.

00:25:37: Damit ein Unternehmen überhaupt BDC werden kann muss es mindestens siebzig Prozent seines Vermögens in nicht börsennotierte amerikanische Firmen investieren oder in kleine börsennotierte Firmen mit einer Marktkapitalisierung von unter zweieinhalb Millionen Dollar.

00:25:58: Und im Gegenzug dafür, dass man sich darauf so fokussiert das Rückgrat der US-amerikanischen Wirtschaft zu stärken gibt es für die BDCs ein mächtiges Steuerprivileg.

00:26:13: Sie können sich nämlich ganz ähnlich wie in Real Estate Investment Trust read als sogenannte regulated Investment Company qualifizieren.

00:26:25: Und das heißt, Katharina?

00:26:26: Das heißt ein richtig schönes Häppchen und zwar solange mindestens neunzig Prozent des steuerpflichtigen Einkommens an die Aktionäre ausgeschüttet werden zahlt das Unternehmen selbst keine Körperschaftsteuer.

00:26:39: Die Steuerlast wandert nämlich komplett zu den Anlegerinnen und Anlegern.

00:26:45: BDCs traditionell so hohe Dividendenrenditen aufweisen, sie sind einfach schlicht weg dazu verpflichtet fast ihren gesamten Gewinn auszukehren.

00:26:55: Und gleichzeitig hat der Gesetzgeber auf diese Weise eine Art Anreiz für Privatanlegende geschaffen in das Rückgrat der US-Wirtschaft dann auch zu investieren.

00:27:04: Unabhängig von Kursentwicklung wird die Rendite direkt sichtbar eben in Form der regelmäßig gezahlten Dividende.

00:27:11: Und damit dieses Konstrukt nicht zu einer unkontrollierten Verschuldungsmaschine wird, gibt es zusätzlich strenge Regeln für den Fremdkapital-Einsatz.

00:27:19: Generell muss nämlich im BDC eine sogenannte Asset Coverage Ratio von mindestens zweihundert Prozent einhalten – ganz vereinfacht gesagt!

00:27:26: Für jeden geliehenen Dollar müssen mindestens zwei Dollarvermögen dagegen stehen was einer Debt Equity Ratio vom Eins zu Eins entspricht.

00:27:35: und im März Kongress mit dem Small Business Credit Availability Act diese Grenze unter bestimmten Bedingungen wie der Zustimmung der Aktionäre auf einhundertfünfzig Prozent gesenkt.

00:27:47: Und das erlaubt BDCs bisher oder seither ihre Verschuldung faktisch zu verdoppeln, also bis zu zwei zu eins!

00:27:55: Und insgesamt ist die BDC-Struktur also deutlich flexibler als die SBIC Fonds, vor allem was die Auswahl ihrer Zielunternehmen angeht und auch eben Verfügbarkeit des Kapitals.

00:28:07: Denn ein BDC hat eben keine Laufzeit – die Investoren müssen nicht ausgezahlt werden!

00:28:12: sondern eben wer aussteigen will.

00:28:14: Der muss seine Anteile über die Börse verkaufen, wobei es aber auch nicht börsennotierte BDCs gibt, die Anteilen zurücknehmen – das ist dann wiederum ein eigenes

00:28:24: Thema.".

00:28:37: Zum Ausgabepreis von fünfzehn Dollar je Aktie und einem, ja zunächst mal recht bescheiden anmutenden Bruttoerlös von gerade einmal sechsundfünfzig Millionen US-Dollar.

00:28:49: Oktober zwei tausend sieben.

00:28:52: Großartiges Timing muss man sagen!

00:28:55: Auf jeden Fall auf den letzten Drücker denn wenig später wurde ja das komplette Ausmaß dieser Suprime Krise offensichtlich, die dann zur Finanzkrise und einem globalen wirtschaftlichen Schockfrost geführt hat.

00:29:12: Und in dem Umfeld hatten dann selbst Großkonzerne zu kämpfen um liquide zu bleiben, um Kapital einzusammeln – ich erinnere mich damals Daimler gab eine dreijährige Anleihe mit neun Prozent Zinsen!

00:29:27: In diesem Umfeld wäre es unmöglich gewesen Geld für kleine und mittlere Unternehmen einzusehen Sammeln, egal wie gut der Track record auch vorher war.

00:29:38: Insofern die hatten so gerade eben noch den Sprung an die Börse geschafft bevor das Fenster sich erst mal mit Karacho schloss und das war für das Unternehmen natürlich eine unglaublich komfortable Situation!

00:29:54: Denn Main Street musste eben nicht Geld einsammeln.

00:29:58: Und im Vergleich zu anderen Fonds- und Finanzinstituten mussten sie dann, dass auch in den Jahren des Jahrhunderts noch nicht panisch Vermögenswerte zu Geld machen, um auch Investoren auszuzahlen.

00:30:10: Denn man hatte der von Vince Foster noch gerade rechtzeitig implementierten BDC Struktur seit Dank permanentes Kapital.

00:30:19: Damit wurde Main Street Capital sogar zum Krisengewinner.

00:30:22: da der US Mittelstand traditionell im Banken komplett abgeschnitten war, konnte Main Street nun die Bedingungen diktieren und aus den durch den Börsengang erlösten Kapital erstklassige Kredite zu zweistelligen Zinssätzen vergeben.

00:30:36: Und das ist eben der Grundstock für die grandiose Wachstums-Story!

00:30:41: Die allerdings erst mal, das muss man auch sagen mit einem brutalen Abverkauf begannen.

00:30:46: Denn als diese Krise, zwei Tausend Acht Fahrt-Aufnahmen da wollten oder mussten viele Aktionäre die kurz zuvor beim IPO noch eingestiegen waren nur noch raus was eben in dieser BDC Struktur anders als bei Investmentfonds eben nur über die Bause möglich ist.

00:31:06: und wenn du jetzt Verkaufsdruck einerseits hast und andererseits einen ausgetrockneten Markt, auf dem es kaum Nachfrage gibt.

00:31:14: Dann fallen die Kurse quasi ins Bodenlose!

00:31:17: Die Main Street-Aktie bröckelte erst so langsam ab und sagte dann nach der Pleite von Lehman Brothers sozusagen dem Supergau der Finanzkrise so richtig durch – bis in den einstelligen Bereich.

00:31:30: Und Ende Preis vom Oktober.

00:31:38: Klar, in den Verwerfungen damals haben wir noch ganz andere Performance Zahlen nach unten gesehen da sind sie noch glimpflich davon gegangen.

00:31:47: trotzdem von der Aufbruchstimmung die beim Börsengang war zumindest auf dem Paket nichts mehr zu spüren.

00:31:55: allerdings wie das eben so ist in Krisen.

00:31:57: wer damals den Mut zum Einstieg hatte Bei Main Street Capital, der wurde sehr schnell belohnt.

00:32:05: Schon Anfang Zwei-Tausendzehn sah Main Street diese fünfzehn Dollar IPO Preis wieder und zwei-tausenddreizehn kostete die Aktie schon mehr als dreißig Dollar.

00:32:15: also trotz einer epochalen Finanzkrise seit dem Börsen Gang ein Verdoppler in gut sechs Jahren.

00:32:24: da waren die Investoren natürlich wieder versöhnt

00:32:27: Ja und anschließender ging es ja auch noch weiter rauf, nicht mehr ganz so steil.

00:32:31: Aber im Herbst zwanzig-fünfundzwanzig da notierte die Aktie sogar bei fünfundsechzig Dollar.

00:32:36: heute im Sommer sechsenzwanzigs sind's immerhin nach fünfzig Dollar mehr als dreimal so viel wie beim IPO.

00:32:43: Naja

00:32:43: wobei jetzt eine Verdreifachung in knapp zwanziger Jahren nicht wirklich aufregend ist schon gar nicht im Vergleich mit Inicis wie dem S&P Five Hundred der im selben Zeitraum eine Verfünffachung hingelegt hat, aber wir müssen ja auf der anderen Seite noch mal zum Anfang zurückgehen.

00:33:00: Die Kursbeforms ist ja nur ein kleiner Teil der Rendite denn wie festgestellt BDC's müssen den Großteil ihres Gewinns an die Aktionäre ausschütten.

00:33:13: und das tut Main Street seit dem Börsengang in ganz besonderer Weise!

00:33:19: Denn erstens Main Street überweist seine Dividende nicht wie die allermeisten US-Unternehmen quartalsweise, sondern monatlich.

00:33:30: Schön!

00:33:31: Es klingelt jeden Monat.

00:33:32: Genau man könnte eigentlich mit The Monthly Dividend Company werben aber dieser Claim ist ja bekanntlich schon an den Nackaufreed Realty Income vergeben zu dem wir übrigens auch schon einen Deep Dive gemacht haben hier bei Acid Class.

00:33:48: Doch genau wie Realty Income erzielt Main Street mit dieser Dividendenfrequenz natürlich auf Privatanlegerinnen und Privat-Anleger, die aus ihrem Vermögen ein möglichst regelmäßiges Einkommen erzielen möchten.

00:34:03: Und wenn jeden Monat Geld aufs Konto tröpfelt dann ist das zwar für sich genommen!

00:34:10: kein Qualitätsmerkmal, aber auf jeden Fall ein psychologischer Pluspunkt.

00:34:18: Monetäre Nieselregen, wie ich das ja gerne nenne.

00:34:22: Der stärkt auch die Investorenbindung.

00:34:24: Ja ist ja schön regelmäßig mal auch was davon nicht nur zu hören sondern immer ein bisschen etwas zu sehen.

00:34:29: Ist ja

00:34:29: toll wenn das Unternehmen E-Mail schickt oder so was sie gerade alles Tolles machen.

00:34:33: fein aber der schönste Gruß den man von einem Unternehmen bekommen kann is der auf dem Kontoauszug.

00:34:41: und dass jeden Monat klasse Sache.

00:34:43: Zweitens hat Main Street die Dividende seit dem Börsengang kein einziges Mal gesenkt, weder in der Finanzkrise noch in der Pandemie.

00:34:53: Oder nach der Zinswende.

00:34:56: Ganz im Gegenteil die Ausschüttung ist sukzessive gewachsen.

00:35:00: Im Jahr zwei Tausend neun gab es jeden Monat regulär zwölf Komma fünf Dollar Cent.

00:35:06: aktuell sind es sechsundzwanzig Komma Fünf Dollar Cent das heißt also in fünfzehn Jahren mehr als verdoppelt.

00:35:14: Das ist eine durchschnittliche Steigerung um fünf Prozent, das ist jetzt nicht Raketenniveau aber es ist deutlich mehr als die Inflationsrate und das ist auch wieder ein ganz wichtiges Argument für die Privataktionäre von Main Street Capital.

00:35:30: Und drittens zahlt Main Street immer wieder erfolgsabhängige Sonderdividenden.

00:35:38: In manchen Monaten, dieses Jahr etwa im März und im Juni schon statt der regulären Ausschüttung.

00:35:45: Drei-Sicht Dollar Cent auf dem Konto gelandet sind.

00:35:48: Also mal her geht's mal!

00:35:49: Sechsundzwanzig Komma Fünfte Tier da dreizig Cent.

00:35:53: Ja ja das sind alles Kleckerbeträge für sich genommen aber über die Zeit summiert sich das eben.

00:36:01: seit dem Bausengang hat Main Street in Summe knapp fünfzig Dollar an Dividenden ausgeschüttet.

00:36:10: Will heißen, wer seit dem IPO dabei ist also zu fünfzehn Dollar eingestiegen ist, hat den Einstandspreis zumindest brutto schon dreimal über die Dividende reingeholt.

00:36:25: Allein dieses Jahr sind bereits knapp drei Dollar ihr Aktie ausgeschüttert bzw.

00:36:31: annussiert worden.

00:36:32: bis Dezember dürften noch mal mindestens Achtzig Dollar Cent hinzukommen.

00:36:38: Also über einen Daumen mal so drei, fünf, siebzig, dreiechzig Dollar dieses Jahr.

00:36:45: und naja für Erstzeichner nochmal.

00:36:48: Fünfzehn Dollar Einstiegspreis im Jahr zwei Tausend Sieben, bedeutet das jetzt eine persönliche Dividendenrendite von sagenhaften fünfundzwanzig Prozent.

00:36:59: Ist also wieder mal ein Beispiel dafür wie Dividende Renditen sich im Laufe der Zeit entwickeln können wenn das Unternehmen ordentlich performt?

00:37:11: Vielleicht ne bescheidene Anfangsrendite aber Wachstum und Continuität sorgen dafür, dass wir jetzt hier bei twenty-fünf Prozent sind.

00:37:19: Und also selbst in Relation zum aktuellen Aktienkurs von gut fünfzig Dollar kommt man auf Basis dieser Dividend Run Rate auf mehr als sechs Prozent!

00:37:32: Dividendenrendite.

00:37:33: Ja, und entsprechend stark sieht da natürlich dann auch die Gesamtperformance aus.

00:37:37: Somiert man seit dem Börsengang KursPerformance und Dividende auf kommt man bis Juli zwanzig fünfundzwanzig auf rund fünfundachzig Prozent Zuwachs.

00:37:47: also schon was was dann irgendwie Freude macht.

00:37:49: und hätte Man, die Ausschüttung immer gleich reinvestiert beläuft sich das Plus sogar auf knapp.

00:37:55: Sechs hundert Prozent also eine für siebzehn Fachungen was ja

00:38:00: übrigens kein hätte mehr ist denn in den USA ist es Ja schon seit langem ein Thema und da wird es von Unternehmen hier an geboten diese drip Pläne Dividend Reinvestment Plans Da ist es auch steuerlich ein bisschen besser gelöst.

00:38:16: Hier bei uns in Deutschland kannst du zumindest Netto ausgezahlte Dividende dann also abzüglich Steuer automatisch wieder reinvestieren und zwar wo?

00:38:28: na klar im Scalpel Broker mit der Funktion drip die du in der App einfach mit einem Schalter umlegen kannst.

00:38:36: Leider ist es eben nicht die Brutto Dividend, sondern nur die netto Dividenden.

00:38:42: aber das liegt nicht an uns, sondern dass is ein Thema was Vater Staat lösen muss.

00:38:49: Definitiv!

00:38:49: Aber Mit der Versiebzenfachung braucht Main Street auch den Vergleich mit dem S&P Five Hundred nicht mehr ganz zu scheuen.

00:38:57: Der kommt nämlich seit Oktober zwei Tausend Sieben inklusive in re-investierter Dividenden per Saldo nur auf einen Gesamtertrag von rund sechshundert Prozent, also eine Versiebenfachung zweifelsohnende Performance zum Niederkniegen Christian wie du sagen würdest vor allem eben Dank der Dividenten.

00:39:15: Also

00:39:15: Versiebnfachung gegen Versiebenfachungen Das über diesen Zeitraum seit sieben Wohlgemerkt inklusive des schlimmsten Teils.

00:39:27: der Finanzkrise und alle anderen Krisen, die wir in dieser Zeit auch erlebten.

00:39:31: Ja

00:39:31: jetzt wollen wir nicht zu viel loben denn Dividende ist ja nur das was hinten raus kommt.

00:39:35: und du sagst ja auch oft dass hohe Dividendenrenditen vielfach kein Qualitätsmerkmal sondern ja auch ein Wahnsignal sind.

00:39:42: folglich dürfen wir ja nicht nur auf die Zahlen der Vergangenheit blicken sondern müssen auch nochmal genauer aufs Geschäftsmodell durchleuchten.

00:39:49: wo kommen denn die Dividendinnen her?

00:39:52: Und wie nachhaltig sind dann auch diese Ausschüttungen?

00:39:54: Na

00:39:54: gehen wir erst mal dahin wo sie kommen und da lautet das Zauberwort LMM, also wohlgemerkt LMM.

00:40:01: Wir reden ja momentan viel über LLM, large language models ist nah dran.

00:40:06: aber

00:40:06: hier auch ein zauber

00:40:07: Wort LMM steht für lower middle market und das zieht darauf ab dass viele BDCs sich als reine Kreditgeber für größere Unternehmen profitieren, die vielfach auch schon im Besitz von Finanzinvestoren sind.

00:40:27: Also letztendlich damit am Tropf der Wall Street hängen.

00:40:32: Main Street geht dahin wo die Hochfinanz nicht ist – eben auf die Hauptstraßen!

00:40:39: Die Main Streets in der Provinz sozusagen.

00:40:43: man bückt sich ein bisschen tiefer und zielt auf inhabergeführte Mittelständler mit so einem jährlichen Umsatz zwischen zehn und hundertfünfzig Millionen Dollar.

00:40:55: Und dem operativen Gewinn zwischen drei und fünfzehn Millionen Dollar pro Jahr ab, das sind die Zielgrößen, die Main Street momentan in der Investorenpräsentation angibt.

00:41:07: Firmen also sich diese Dimensionen nochmal vergegenwärtigt, die sowohl für Großbanken als auch für die großen Private Equity-Fonds schlichtweg zu klein sind und die für viele Regionalbanken aber zu risikoreich sind.

00:41:25: Also quasi so eine Austastlücke!

00:41:28: Und genau in dieser Austastlücke Und da sind wir dann beim zweiten Differenzierungsmerkmal.

00:41:34: Da bietet Main Street sogenannte One-Stop-Finanzierungen an und das heißt nichts anderes als Fremdkapital und Eigenkapital aus einer Hand, wir haben es also hier bei diesen LMM Deals quasi mit zwei Komponenten zu tun.

00:41:52: Zunächst, Komponente eins vergibt man erstrangig besicherte Darlehen auf Englisch senior secured debt.

00:42:01: Das sind Kredite, die besichert sind durch die harten Vermögenswerte von Unternehmen – also Liegenschaften-, Produktionsstätten oder Vorräte und die werfen immense Zinsen ab!

00:42:15: Der Durchschnittszins im Portfolio von Main Street Capital liegt momentan bei Prozent per annum und das entspricht einer Zins Marge bezogen auf die eigenen Refinänzierungskosten von siebenhundert Basispunkten.

00:42:33: Und wenn du sieben hundert Basispunkte Zins marge machst, die ja dann auch kontinuierlich gezahlt werden, wenn alles normal läuft?

00:42:42: Dann hast Du damit eine Basis für satte Cash Flows schon mal gelegt!

00:42:47: Das ist aber nur Komponente eins.

00:42:50: Dazu kommt Komponenten zwei, nämlich der sogenannte Equity-Kicker.

00:42:55: Im Zuge der Kreditvergabe sichert sich Main Street gleichzeitig eine direkte Minderheitsbeteiligung an dem Portfolio unternehmen im Durchschnitt etwa so ein Drittel der Anteile entweder über Aktien oder Optionen oder Genussrechte.

00:43:11: man hat also auf jeden Fall in wirtschaftliche Interessen und Diese Kombination, das ist die eigentliche Renditemaschine für die Aktionäre.

00:43:24: für laufende Einnahmen sorgen.

00:43:26: Und dadurch natürlich auch die monatliche Dividende tragen, ist der Equity-Kicker der Wachstumstreiber – die Partizipation daran, dass so ein Zielunternehmen nicht einfach nur überlebt irgendwie sondern tatsächlich nachhaltig erfolgreich wirtschaftet.

00:43:43: und das ist eben der entscheidende Unterschied zwischen Main Street auf der einen Seite Auf der anderen Seite, einer Bank oder einem klassischen Kreditgeber tragen immer das volle Risiko.

00:43:56: Aber die Abscheid, die Gewinnmage T ist eben begrenzt auf den Zins!

00:44:02: Main Street hingegen ist klar auch voll im Risiko verdient aber nicht nur an den Zinsen, sondern erhält eben wenn es gut läuft auch Gewinnausschüttungen und kann Beteiligungen im Erfolgsfall dann mit einem satten Aufschlag wieder veräußern.

00:44:20: Ja und genau an dieser Stelle sind dann ja auch die großen Gewinnerdeals der Unternehmensgeschichte entstanden.

00:44:26: Paradebeispiele sind hier zwei Investitionen in Unternehmen wie CBT Nuggets, ein Anbieter von IT Online Trainings oder Harrison Hydra Jenner, ein Hersteller für hydraulischen Generatoren.

00:44:37: Und Main Street, die sind dazu im Zeitpunkt eingestiegen als die Firmen zwar wachsen wollten aber eben keine Bankkredite bekommen haben – über die Jahre da flossen nicht nur die Zinsen die Unternehmen expandierten und später profitabel rekapitalisiert bzw.

00:44:54: auch verkauft wurden, konnte Main Street das investierte Kapital vervielfachen.

00:44:59: Wobei das natürlich auch nicht immer funktioniert.

00:45:02: Du hast es eben davon gesprochen sie gehen ja auch immer ins volle Risiko.

00:45:07: und auch Main Street Griff, mal daneben.

00:45:09: Im dritten Quartal zwanzig fünfundzwanzig beispielsweise meldete Main Street einen realisierten Verlust von knapp zwanzzig Millionen US-Dollar aus der gescheiterten Sanierung von zwei Portfoliounternehmen.

00:45:22: Klar oder nehmen die Jahre zweitausendfünfzehn?

00:45:24: Zweitausendsechzehn.

00:45:25: damals ist der Ölpreis kollabiert und Main Street ist ja wir haben mehrfach über die Texas Connection gesprochen in Houston beheimatet, sie haben also allein dadurch durch diese Nähe lange Zeit eine spürbare Gewichtung bei lokalen Energiedienstleistern und Zulieferern für die Frackingindustrie gehabt.

00:45:48: Und mehrere dieser Kredite mussten dann als Ausfallgefährdet eingestuft und später auch komplett abgeschrieben werden.

00:45:56: dazu Natürlich, die Pandemie-Twanzig-Zwanzig hat auch ihren Tribut im Portfolio gefordert.

00:46:01: Insbesondere klar bei Investments im Bereich der gehobenen Gastronomie oder bei physischen Dienstleistern, die dann eben im Rahmen der Lockdowns monatelang ohne Einnahmen darstanden.

00:46:15: und das wurde nicht alles so abgepuffert wie wir das hier bis vor allem in Deutschland gesehen haben.

00:46:21: Christian, da kommt dann aber ein weiteres Zauberwort ins Spiel und das heißt Diversifikation.

00:46:26: Ja

00:46:26: ich liebe es, Diversification großartig schmeißt nie alle Eier in einen Korb und zumindest wenn muss der Korb groß genug sein und gut gepolstert.

00:46:36: ja Mansfield hat natürlich im Laufe der Jahre sehr gute Risikomodelle Du hast ja auch dort Rappert angesprochen im Maschinenraum des Unternehmens, aber auch die besten Risikomodelle.

00:46:49: Das kennen wir von den Kapitalmärkten, die schützen eben nicht vorausfällen!

00:46:56: Deshalb steckt selten mehr als ein Prozent des Vermögens in einem einzelnen Unternehmen bei Main Street.

00:47:03: Das größte Engagement kommt derzeit auf einen Anteil von drei Komma vier Prozent am Portfolio und insgesamt hält man dreieinundzig von diesen LMM Investments, also von Engagements in diesem lower Mittel Market tief ins Regal gebürgt.

00:47:22: bei kleinen Unternehmen dazu Streut Main Street sehr breit über alle möglichen Branchen, wobei Maschinenbau mit so einem Portfolioanteil von einem Sechstel durchaus einen Schwerpunkt darstellt.

00:47:36: Aber Maschienenbau ist eben auch eine sehr breite Definition – mit sehr vielen Anwendungsmöglichkeiten und sehr vielen Zielsektoren.

00:47:45: dann!

00:47:45: Und gerade in Zeiten von KI.

00:47:48: schauen wir natürlich auf den gesamten IT-Sektor Software Services, IT-Dienstleistung.

00:47:56: Dieser ganze Komplex ist bei Main Street im Portfolio aktuell nur mit rund zehn Prozent gewichtet.

00:48:04: will heißen diese vielbeschworene FOBO, this fear of becoming obsolete die Angst das Software Geschäftsmodelle durch KI-Agenten disruptiert werden Die spielt für Main Street nicht so eine große Rolle wie viele Private Credit Fonds, die derzeit in den Schlagzeilen sind.

00:48:26: Ja und Private Credit ist ein wichtiges Stichwort denn das LMM-Modell diese Kombination aus Fremd oder Eigenkapital das ist ja dann auch wieder nur eine Säule des Geschäfts, denn es gibt noch einen zweiten Geschäftsbereich nämlich die Private Loans.

00:48:41: was hat's damit auf sich?

00:48:42: Tja, Main Street hat insgesamt konzernweit neun Komma zwei Milliarden Dollar investiertes Kapital Under Management und man kann sich vorstellen dass sich ein Betrag dieser Größenordnung nicht ausschließlich im Lower Middle Market unterbringen lässt.

00:49:01: Dennoch wollte und will Main Street natürlich weiter wachsen!

00:49:07: Und deswegen hat man eben dieses Private Loans-Segment aufgebaut.

00:49:12: Das heißt, die Gesellschaft vergibt gezielt Kredite an etwas größere Unternehmen, die typischerweise von anderen Private Equity Fonds kontrolliert werden.

00:49:25: Das sind so Dimensionen umsatzmäßig zwischen twenty fünf und fünfhundert Millionen US Dollar EBDA so zwischen siebeneinhalb bis fünfzig Millionen Dollar.

00:49:39: Also volumenmäßig in einer oder zwei Liegen über diesem lower Middle Market.

00:49:47: Wichtig hier, die Kredite sind zu ninety-fünf Prozent besichert fast ausschließlich erstrangig und sie zeichnen sich dadurch aus dass sie nahezu immer variabel verzinzt sind.

00:50:03: Wenn also die Marktzinsen steigen, dann wirft dieses Portfolio automatisch höhere Erträge ab und natürlich auch umgekehrt genauso.

00:50:15: Damit ist aber vor allem sichergestellt dass dieses Private Loan Segment komplementär ist zum LMM-Modell.

00:50:24: das setzt nämlich vorwiegend auf fixe Zinsen.

00:50:28: Die beiden Säulen sind also in der Kombination dann weniger zinssensitiv.

00:50:35: Gleichzeitig, das muss man festhalten ist das Risiko hier natürlich größer denn bei diesen LMM-Finanzierung da is Main Street eben im Driving Seat.

00:50:48: die tragen alleine den gesamten Deal und können auch alles steuern.

00:50:54: Beim Private Loan sitzt Main Street letztendlich in einem Boot mit Private Equity-Gesellschaften.

00:51:02: Und die sind zwar vielleicht anders als der langjährige SPD-Vorsitzende Franz Müntefähring vor zwanzig Jahren mal gesagt hat, keine Heuschrecken!

00:51:10: Aber sie sind auf jeden Fall Highfische und um die Eigenkapitalrendite zu optimieren arbeiten mit hohem Finanzierungshebel.

00:51:22: Wenn dann die Konjunktur mal schwächelt und die Zinslast drückt, kann es auch schnell ungemütlich werden, denn in Krisen neigt Private Equity einfach zu knallhartem Liability-Management will heißen, die Fonds versuchen, die Verträge neu zu verhandeln, Zinszahlungen in neue Schulden umzuwandeln – da taucht dann manchmal dieses Stichwort PAYMENT IN KIND auf was im Grunde der Zinseszinseffekt als Schnee nur Richtung Lawine ist, da wird man nämlich dann von erdrückt oder eben auch Sicherheiten so zu verschieben das Kreditgeber am Ende den kürzeren ziehen.

00:52:01: Heißt also für Main Street die müssen ihre Kreditverträge schon sehr wasserdicht schreiben um nicht von den Haien gefressen zu werden.

00:52:10: bis lang scheint es ganz gut zu gelingen auch wegen der Diversifikation.

00:52:15: aber So einen richtigen wirtschaftlichen Einbruch hatten wir ja abgesehen von der Sondersituation der Pandemie seit der Great Recession.

00:52:26: Also der Finanzkrise nicht mehr.

00:52:29: Insofern würde ich sagen für das Private Loan Portfolio, da steht der finale Stresstest noch aus?

00:52:36: Halten wir also mal fest!

00:52:37: Wir haben es bei Main Street momentan mit einem über neun Milliarden Dollar schweren Portfolie zu tun in dem komplexe Finanzengagement bei.

00:52:44: knapp zweihundert Unternehmen stecken etwa hälftig verteilt auf LMMs und Private Loans.

00:52:51: Christian wie bewertet man denn jetzt so eine Aktie?

00:52:53: Naja, es gibt ja unterschiedliche Perspektiven für eine Bewertung.

00:52:58: Einerseits was sagt das Unternehmen?

00:53:00: andererseits?

00:53:01: Was sagt der Markt?

00:53:02: Dass wir mal reinschauen!

00:53:04: Wie das Unternehmen

00:53:04: sich selbst sieht erfällt man natürlich im Rahmen der Quartalsberichte denn Main Street führt alle drei Monate nach gängigen Rechnungs-Lähungsverfahren ne Bewertungen des Portfolios durch aus, der dann der sogenannte NAV resultiert.

00:53:22: Net asset value netto Vermögenswert hatten wir auch beim Scottish Mortgage Fund schon drüber gesprochen.

00:53:28: Dieser NAV lag bei Main Street Capital Ende Q-Eins etwa Dreiunddreißig Dollar Fünfzig.

00:53:40: Also übrigens fünfzig Prozent höher als auf dem Tiefpunkt der Corona-Krise, man hat also den Wert des Portfolios da schon schön gesteigert.

00:53:50: Gleichzeitig müssen wir natürlich zugeben das ist ein rein buchhalterischer Wert dieser net asset value, der zwar durchaus eine gewisse Orientierung bietet aber für den ich mir als Aktionär nichts kaufen kann, denn ich kann ja eben meine Aktien nicht zu diesem Wert zurückgeben.

00:54:13: Denn wir leben hier im permanent Capital-Universum – das ist der große Vorteil aus Sicht des Unternehmens!

00:54:20: Aber wahrscheinlich würde man sowieso seine Main Street-Aktien ungern an das Unternehmen zurückgeben, denn der Markt fällt ein sehr überraschendes Urteil.

00:54:35: Oftmals werden solche Investmentgesellschaften an der Börse ja unter ihrem bilanzierten Wert gehandelt – man nimmt also auf dem Paket einen Abschlag vor und das ist ja auch logisch!

00:54:48: Denn nicht nur die Transparenz ist eingeschränkt, sondern auch die Liquidität.

00:54:53: Denn selbst wenn das Management zu der Erkenntnis gelangt, dass irgendein Engagement sich ungünstig entwickelt – Main Street kann ja nicht einfach so aussteigen!

00:55:04: Es gibt keinen Markt für diese kleinen Firmenbeteiligung und Kredite, ist nicht so, dass du einfach auf eine Taste drücken kannst wie bei einer Apple-Aktion.

00:55:12: Normalerweise müsste es dafür einen Abschlag an der Börse

00:55:17: geben.".

00:55:18: Bei Main Street ist aber genau das nicht der Fall.

00:55:22: Im Gegenteil, im Durchschnitt der letzten Jahre war die Aktie fünfzig Prozent teurer als der bilanzierte Wert.

00:55:32: Es gab sogar Phasen!

00:55:33: Da lag diese Prämie sogar jenseits von Achtzig Prozent und nur im Corona-Crash.

00:55:42: Als alle dachten okay jetzt kommt die große Weltwirtschaftskrise.

00:55:46: da waren NAV und Börsen kurz für eine ganz kurze Zeitspanne mal gleich auf.

00:55:55: Damals war die Aktie dann eben in wenigen Wochen um sechzig Prozent eingekracht, hat sich aber auch wieder entsprechend schnell erholt.

00:56:03: Warum machen Investoren so was?

00:56:04: Also für ein Unternehmen mehr bezahlen als das, was das Unternehmen selbst als Wert ansetzt!

00:56:10: Das ist ja ein immenser Vertrauensvorschuss.

00:56:12: Ja auf jeden Fall einen Vertrauenschuss der sich im Wesentlichen auf drei Faktoren stützt.

00:56:18: erstens Der Track record, muss man ja mal sagen.

00:56:21: Main Street hat vom Start weg sehr solide gewirtschaftet was eben nicht nur durch die Dividendenhistorie belegt wird sondern auch durch die Bilanz wenn wir mal auf das Verhältnis von Schulden und Eigenkapital gucken.

00:56:37: Das liegt nur bei Null Komma sieben drei.

00:56:40: Man reizt also diesen regulatorischen Spielraum Die Schuldenobergrenze, über die du ja eben auch gesprochen hast nicht aus.

00:56:48: Übrigens im Gegensatz zu vielen anderen BDCs, die gerade in jüngster Zeit kräftig Fremdkapital nachgeladen haben – auch um damit notleidende Engagements zu pappeln!

00:57:01: Zweiter Punkt?

00:57:03: Die Equity-Kicker.

00:57:05: Die sind nämlich entsprechend den Rechnungslegungsstandards tendenziell konservativ Bilanziert.

00:57:13: Wenn die LMM-Unternehmen sich dagegen erfolgreich entwickeln und Main Street die Beteiligungen verwerten kann, dann dürften in dieser Bilanz entsprechende stille Reserven schlummern – ein Teil dieses Potentials wird eben schon von der Börse eingepreist!

00:57:35: Das ist ein systemischer Vorteil.

00:57:38: Main Street managt sich nämlich selbst!

00:57:42: Die meisten BDCs sind eigentlich bloße Kapitaltöpfe, die dann von externen Vermögensverwaltern gesteuert werden.

00:57:51: Es sind oft große Hedgefonds oder private Equity-Gesellschaften wie KKA und Apollo.

00:57:57: Die lassen sich dafür natürlich entsprechend bezahlen, horrende Gebühren die dann auf dem Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens basieren.

00:58:07: Dadurch entsteht natürlich immer so ein gewisser Anreiz das Portfolio nicht zuletzt durch Schulden immer weiter aufzublasen um mehr Fundament für die Gebührenrechnung zu haben auch wenn vielleicht das Umfeld eigentlich dagegen spricht.

00:58:24: Der Vince Foster hatte allerdings in seiner langen Wirtschaftsprüfer-Karriere gesehen, dass Fehlanreize früher oder später immer zu einem Debakel für Kapitalgeber führen.

00:58:37: Und deswegen ist von Anfang an das gesamte Management bei Main Street internalisiert!

00:58:43: Es gibt keine externen Geldverwalter sondern nur Angestellte und deren Gehälter, deren Boni sind an die Qualität der Kredite gekoppelt.

00:58:57: Nicht an die schiere Größe!

00:58:59: Dazu hast du natürlich auch ein gewissen Unternehmenswert, wenn das Know-how – das Intellectual Property eben nicht nur für horrende Gebühren immer von extern auf Zeit eingekauft wird sondern wirklich fix im Unternehmen ist.

00:59:17: Wenn Kompetenzzentrum selber dazugehört, das rechtfertigt einen Bewertungsaufschlag.

00:59:26: Wenngleich man natürlich darüber diskutieren kann ob der nicht mit fünfzig Prozent im Durchschnitt ein bisschen üppig geraten ist.

00:59:35: aber wie gesagt Track record equity kicker und eben hier der systemische Vorteil des Selfmanagements da sind gleich drei treibende Qualitätsfaktoren.

00:59:46: Und wenn man jetzt reinschaut und nach den typischen schmutzigen Corporate Governance-Skandalen sucht, da sucht man eben vergeblich bei Main Street.

00:59:56: Es gibt nie keine Schlagzeilen über veruntreute Gelder, fingierte Bilanzen oder Insiderhandel.

01:00:02: das Einzige ist wirklich irgendwie richtig.

01:00:05: Aufregung bringt die es rund um Aktier dann auch zyklisch ist, sind die regelmäßigen Attacken von den Short-Sellern.

01:00:13: Diese bewerfen nämlich den BDCs wie Main Street Phasenweise vor der Bewertung ihrer nicht börsennotierten Portfoliofirmen in den Büchern zu optimistisch anzusetzen um den Buch wert künstlich hochzuhalten.

01:00:25: Doch bisher sind diese Vorwürfe beim Main Street ins Leere gelaufen.

01:00:29: Denn sobald eine Krise kam, bewiesß das Portfolio seine Resilienz und die bar ausgezahlten Dividenden auf den Konten der Anleger ließen sich ohnehin nicht wegdiskutieren.

01:00:39: Du hast gesagt, Rames Schwarz auf Weiß – der Großauf dem Kontoauszug!

01:00:44: Ja und dazu kommt dann eben auch noch das Management hat eben skin in the game ist also am Unternehmen maßgeblich beteiligt.

01:00:52: Und die Corporate Insiders, also die Vorstände Boardmemma Direktoren, die halten insgesamt mehr als fünf Prozent der Aktien.

01:01:00: Und allein Vince Foster, wenn wir mal wieder auf ihn schauen, der besitzt rund eins Komma acht Millionen Anteile im Wert von knapp einhundert Millionen US-Dollar.

01:01:09: Und auch wenn er bereits seit Chairman of the Board, also quasi Aufsichtsratsvorsitzender.

01:01:17: Ja und aber nicht nur sozusagen.

01:01:19: dadurch ist Kontinuität gewahrt.

01:01:22: auch sein Nachfolger als CEO Dwayne El-Heisek gehört seit zweitausend zum Team und seit zwei tausend Zweis auch der Chief Investment Officer David Mactall an Bord.

01:01:34: Also wirklich eben langfristig den Scheinster auch zu gefallen weil sicherlich die Zahlen am Ende schmecken.

01:01:43: Sofern könnte Main Street-Aktionäre eigentlich das tun, was du ja sogar mal auf einem Buchtitel geschrieben hast Christian.

01:01:50: Cool bleiben und Dividenden kassieren!

01:01:53: Im Prinzip ja, aber.

01:01:55: Die übliche Antwort auf Fragen an Radio Irrivan also ganz klar Qualität von Main Street gerade im Vergleich zu anderen BDCs ist auf jeden Fall bemerkenswert.

01:02:08: das zeigt nicht nur der Blick auf diese lupenreine Dividenden Historie sondern auch der vergleich mit einem BDC ETF.

01:02:19: Den gibt es in Deutschland noch nicht, nur in den USA handelbar der von ErkBDC Income ETF.

01:02:26: Der bündelt insgesamt und hat sich seit Auflegung inklusive reinvestierte Ausschüttung gerade einmal verdoppelt, während Main Street sich in dieser Zeit inklusive Dividenden mehr als vervierfachen.

01:02:49: Und wenn man mal die Ausschüttungen außen vorlässt, so nur auf den NAV schaut dann haben wir bei Main Street in dieser Phase eine Stabilität mit leichter Aufwärtssendenz gesehen.

01:03:01: Wir haben also NAV auch gesteigert da ist ja wieder der Equity-Kicker während wir beim BDC Income ETF einen sukzessive fallenden Kurs sehen.

01:03:11: Also im Durchschnitt fallen der NAV's dieser BDCs.

01:03:19: Wenn wir jetzt auch mal auf die letzte jüngere Vergangenheit schauen, Main Street-Aktien bereinigt um die Dividenden Mitte Juli gerade mal sechzehn Prozent unter ihrem Hoch.

01:03:31: Während andere BDCs teilweise vierzig Prozent und mehr eingebrochen sind beispielsweise außen renommiertes Unternehmen wie KKR, die mit FSKKR Capital da grade wirklich einen schwierigen Fall.

01:03:48: im BDC Bereich haben.

01:03:50: Und da sieht man, es ist alles kein Zufall sondern das Main Street so gut dasteht... Resultiert eben aus dem besonderen Charme dieses LMM-Segments, was einerseits die kontinuierlichen Zinseinnahmen aus besicherten Krediten andererseits unternehmerische Abseits und beides geht eben voll in die Taschen der Aktionäre weil es keine Gebühren schinderei durch externe Verwalter gibt.

01:04:16: Also ganz großartiges Geschäftsmodell.

01:04:20: gleichzeitig sollte man sich aber bitte darüber im Klaren sein dass Main Street jetzt nicht irgendwie so eine kuschelige unternehmerische Mittelstandsholding ist, wo man sagt naja wir beschützen unsere Unternehmen und die entwickeln die ganz langsam.

01:04:34: Ja ist alles toll aber im Kern ist es trotzdem bei allen Narrativen eine Hochkomplexe und nur bedingt transparente Finanzierungs- und Investmentsgesellschaften.

01:04:45: Und deren Profil liegt eben irgendwo zwischen Private Credit Engagement auf der einen Seite small.microcaptrust auf der anderen Seite übrigens.

01:04:57: also wenn man gerade die Perspektive nochmal einnimmt Small- und Micro-Captain ist natürlich eine Mainstreet im Portfolio Kontext.

01:05:07: Jetzt auch die fokussiertere Alternative zu einem ETF auf den US Nebenwerteindex, namentlich auf ein Russell, zweitausend weil der diese unglaubliche Breite hat.

01:05:17: da hast du bei Main Street ein bisschen weniger Unternehmen aber Du hast sie dadurch ganzheitlich eben über Fremd und Eigenkapital abgedeckt.

01:05:27: also nicht nur auf die monatliche Dividende schauen sondern auch die Risiken im Blick haben, sagst du damit ganz klar.

01:05:34: Ja also wir haben einige Themen genannt.

01:05:36: ich will das nochmal in zwei Punkte ein bisschen kondensieren.

01:05:39: erstens Wir sehen momentan eine latente Skepsis gegenüber allem was mit Private Credit zu tun hat.

01:05:46: es gab ein paar spektakuläre Pleiten, manche Fonds haben ein zu hohes Exposure bei Softwareunternehmen.

01:05:55: Damit also ein zuhohes Risiko für KI-Disruption und aus einigen Vehikeln auch von namhaften Investmentgesellschaften wollen Investoren mehr Geld abziehen, als kurzfristig zu mobilisieren ist und deswegen wurden Anteilsrücknahmen rationiert.

01:06:15: Das so ein Hagel von Schlagzeilen der auf den Private Credit Markt einprasselt – und er geht jetzt schon einige Monate – ist bei Main Street alles kein Thema.

01:06:26: Aber wenn das Vertrauen in den Sektor nachhaltig leidet, dann kann eben auch der Kurs von Main Street deutlich nachgeben.

01:06:34: Unabhängig davon wie das Geschäft eigentlich läuft.

01:06:37: Weil da ist dann dieser hohe Aufschlag auf den inneren Wert nicht nur eine Qualitätsprämie sondern auch in gewisser Weise eine Hypothek und die muss vielleicht mal an den Markt zurückgezahlt werden.

01:06:50: Dann schrumpft er!

01:06:51: Aufschlag.

01:06:52: Und ein zweiter Punkt, Main Street ist ausschließlich in den USA aktiv und da läuft die Konjunktur auf Hochtouren großartig nicht zuletzt wegen des KI-Booms der weit in den industriellen Bereich hinein wird wo viele Portfolieunternehmen von Main Street auch vom profitieren.

01:07:10: aber wir sollten nicht vergessen eine Wirtschaft kann auch überdrehen.

01:07:15: Und wenn die Inflation weiter anzieht und die Zinsen steigen, dann kann das gerade für kleine und mittlere Unternehmen so ungemütlich werden – dass eine breite Diversifikation Verluste nicht verhindern kann!

01:07:29: Dann sind wir in einem Stresstest für diese Private Loansparte und geht es unter Umständen mal wirklich an die operative Substanz.

01:07:40: Auf jeden Fall nochmal plädiere ich dafür.

01:07:42: der Investment Case, den du dir für Main Street machst.

01:07:46: Der sollte nicht nur allein aus fetten Prozenten bestehen also nicht nur auf dem Blick auf die Dividende denn naja also wenn du fünf Prozent per annum in US-Dollar haben möchtest dann kannst du auch einfach ein US Dollar High Yield Bond ETF kaufen, also Junk Bonds klassische Ramsch Anleihen.

01:08:13: Dann aber von deutlich größeren Unternehmen weil dessen Durchschnittsrendite pendelt eben auch zwischen fünf und fünf Komma fünf Prozent.

01:08:22: gerade deswegen machen wir ja auch diesen Deep Dive damit man sich mehr mit den unternehmerischen Basics Mit der Philosophie mit dem Portfolio einer solchen BDC beschäftigt und Main Street ist da, auch was die ganze herangehensweise wie wir es hier gemacht haben eigentlich ja passt pro Toto.

01:08:42: Genau in dieser Form kannst du natürlich auch mal dir andere BDCs anschauen mit anderen Strategien wie beispielsweise eine Aries Capital Management oder auch eine Blue Hole und vielleicht auch mal einen Fallen Angel wie ne FS KKR wenn dich das Thema wirklich packt, aber dann musst du tief reingehen.

01:09:06: Das war's für heute!

01:09:09: Vielen Dank dass Du dabei warst und wir hoffen das Du was mitnehmen konntest und auch das es Dir gefallen hat.

01:09:16: Wenns dir gefallen hat lasst uns einen Daumen nach oben da ein paar Sterne und vor allen Dingen auch ein Abo.

01:09:22: Schreib uns in die Kommentare wie dein Investment Case für Main Street aussieht Ob du auch in anderen BDCs im Portfolio hast oder warum diese Spezialität der US-Börsen, der vielleicht überhaupt gar nichts für dich ist.

01:09:36: Und wenn du Anregungen hast – für Themen oder auch Gastvorschläge!

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01:09:51: Das war's für heute.

01:09:53: Tschüss aus Berlin.

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