Asset Class

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00:00:00: Wenn einen großen Fehler machen?

00:00:01: Die, die den nicht machen und in das richtige investieren.

00:00:04: Die werden einen sehr, sehr großen Profit aus dem ziehen... ...die KI tritt den ganzen Tag auf wie Donald Trump!

00:00:11: Das nennt man eine Diversifikation.

00:00:13: Er hat alles.

00:00:14: Ich hab das Gefühl in Deutschland ist gerade das Gefühl, dass Zukunft existiert eigentlich ausschließlich noch beim Rentenbescheid.

00:00:20: Die folgenden

00:00:21: Inhalte sind keine Anlageberatung.

00:00:23: Kapitalanlagen bergen Risiken.

00:00:25: Du entscheidest in was du investierst.

00:00:34: Hallo und herzlich willkommen zu Acid Class, deinem Podcast über Wachstum und Werte.

00:00:39: Ich bin Christian Weröl und heute habe ich für Dich einen der erfolgreichsten Erzähler unserer Zeit!

00:00:46: Angefangen mit Generation Golf waren seine Werke zusammengenommen.

00:00:52: mehr als ein Jahr ganz oben in der Spiegel-Bestsellerliste des Jahrhunderts, Neunzehn-Hundertdreizeen hat er ein völlig neues Genre der literarischen Geschichtsschreibung begründet und mit Träume aus Feuer erweckt er jetzt in unnachahmlicher Weise eine Startup Story Zehnten Jahrhundert zum Leben.

00:01:17: Worum es geht, was er als Autor über die Deep-Tech-Titanen der Gegenwart denkt und wie Konrad Adenauer einst vom Aktienfieber gepackt wurde.

00:01:26: das und mehr jetzt mit Florian Illis.

00:01:29: Florian schön dich hier zu haben.

00:01:31: Freu mich sehr Christian dass wir heute einmal zusammensprechen.

00:01:34: ich habe mich ja wirklich überall Jahre immer bemüht, irgendein Thema zu haben, womit ich endlich in diesen Podcast kann und endlich ist es mir gelungen.

00:01:44: Weil mein neues Buch eben wirklich von einem Mann handelt der zumindest hofte Gold machen zu können also die heißeste Währung der Gegenwart und der Vergangenheit mit eigenen Händen schaffen wollte.

00:01:57: Und da hatte ich dann das Gefühl dass passt dann auch hier in dieser asset glass hinein.

00:02:03: Ja also für mich ist es natürlich Echter Fanboy Moment ja.

00:02:06: Ich habe alle deine Bücher gelesen, wir haben seit vielen Jahren viele Gespräche geführt ohne Mikros oder Kameras was manchmal auch ganz gut war und das mich ja immer fasziniert hat an deinen Büchern dass sie ja auch im Brennpunkt der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts spielen Die Micha

00:02:25: sowieso

00:02:25: mit großer Leidenschaft packt.

00:02:27: Also erster Weltkrieg, Nazizeit, neunzehnt-sebzigern und neunzentachziger Jahre wenn wir jetzt an Generation Golf denken!

00:02:34: Mit einer Ausnahme das war zwanzig dreiundzwanzig von dir ein Zauber der Stille über den Maler Kaspar-David Friedrich, der ist also schon gestorben.

00:02:46: Das war mal wirklich so ein Ausflug etwas weiter zurück.

00:02:50: Auch damit hast du glaube ich dreihunderttausend Menschen in relativ kurzer Zeit erreicht was ein Wahnsinns Erfolg ist.

00:02:57: dann mit diesem Thema.

00:02:58: Letztes Jahr hast Du die Familie Mann auf der Flucht vor den Nazis ins Exil nach San Luis Hermé begleitet wenn die Sonne untergeht.

00:03:08: da waren wir im zwanzigsten Jahrhundert und jetzt hast du dich aber entschieden, noch mal weiter zurückzugehen.

00:03:17: Es geht um Gold es geht um Alchemie und es geht eine Geschichte die mit jemandem zu tun hat der von sechzehnhundert fünfunddreißig bis siebzehn hundert drei gelebt hat Johannes Kunkel.

00:03:33: wie kommt man auf so eine Geschichte soweit zurück?

00:03:38: Ja das liegt bei mir selbst fünf, zwanzig Jahre zurück als ich hier nach Berlin gekommen bin und erschlagen war von der Häslichkeit dieser Stadt.

00:03:47: Also ist nicht Fassengond wie hässlich eine Stadt sein kann vor allem an so einem lähmenden Sonntag Nachmittag bei so dreißig Grad das Gelände rund um den Bahnhof zu... Das hat mich alles fast sprachlos gemacht.

00:04:03: und dann Hörte ich davon, dass es eine Insel hier gibt in der Nähe von Berlin die sogenannte Faun-Insel.

00:04:10: Da bin ich damals hingefahren und erlebte wirklich das erste Mal einen magischen Moment weil man dort wie ein kleines Zauberreich findet.

00:04:22: Das ist eine kleine Insel.

00:04:23: Man fährt mit einer Fähre hinüber, weiß nicht eine Minute zwei Minuten.

00:04:27: sofort ist man in einer anderen Welt Und wenn man sich in die Geschichte dieser Insel rein vertieft dann merkt man, es ist eine irrsinnige Ansammlung von Träumereien.

00:04:38: Magischen Geschichten die man alle kaum glauben kann.

00:04:41: also ein König reiste dorthin mit seiner kaum dreizehn vierzehn fünfzehnjährigen Geliebten.

00:04:47: Die wird dann später auch seine Frau gebährt ihm viele Kinder und als Herr König wird bauen sie einen Schloss auf dieser Insel.

00:04:55: Der nächste König holt Löwenkenkerus und Lamaß auf die Fauninsel.

00:05:02: Irgendwann sind es eighthundert, sieben, vierzig Tieres wird zu viel.

00:05:05: Die werden dann plötzlich nach Berlin geschärft.

00:05:08: damit wird der Berliner Zoo gegründet und immer solche merkwürdigen magischen traumhaften Momente passieren auf dieser Insel.

00:05:16: Und dann las ich etwas das der allererste Bewohner dieser Insell ein Alchemist gewesen ist.

00:05:22: Ein Zauberer!

00:05:23: Da habe ich damals einen kleinen Artikel für die Frankfurter Allgemeine drüber geschrieben Und dieses Thema hat mich immer weiter beschäftigt.

00:05:31: und als jetzt eine Freundin von mir, den Faun-Inselverlag in Berlin gegründet hat.

00:05:36: Nämlich genau jetzt in diesem Sommer, im Jahr zwanzigzehnt.

00:05:41: Da habe ich mit ihr drüber gesprochen und hab gesagt es gibt da eine Geschichte die allererste Anfangsgeschichte dieser Insel, die ist so unglaublich dass man sie unbedingt mal erzählen muss denn man kann das aus heutiger Sicht kaum noch für möglich halten.

00:05:56: aber alles ist wahr.

00:05:58: Und so kommt es dann von mir zu diesem Gasspiel bei diesem Faueninsel-Verlag.

00:06:03: Ich erzähle eben von diesem Johannes Kunkel einem ganz merkwürdigen ... Damals hat man fast noch Zauberer zu ihm gesagt, Alchemist, Chemiker würde man heute sagen vielleicht auch auf jeden Fall.

00:06:16: ein Mann von dem der damalige Kurfürst also bevor Preußen einen Königtum wurde war ans Kurfürsten hoffte, dass er ihn endlich reich macht.

00:06:27: Also es war der dreißigjährige Krieg.

00:06:28: Brandenburg war wahrscheinlich noch ärmer als heute oder?

00:06:33: Ich weiß es nicht.

00:06:35: Es waren genauso arme wie Brandenburger Heute.

00:06:38: die Wirtschaft lag genau so am Boden wie Brandtenburg heute und das einzige was Brandenberg besaß war Sand Wie wir wissen.

00:06:45: bis heute

00:06:46: Aber nur mit Spargel kennst du doch

00:06:48: nicht kam das Land nicht wieder auf die Beine.

00:06:52: und so hat dieser Johannes Kunkel eben aus dem Sand was ganz anderes gemacht, nämlich Glas.

00:06:58: Er hat zauberhaftes wunderschönes Glas gemacht, Gold hinein gegossen und dann eben dieses berühmte Rubin-Klas hier erfunden.

00:07:10: Obwohl der König eigentlich hoffte, dass er wirkliches Gold macht also das war schon der Glaube der Könige aller Zeiten und dass sie jemanden finden, der ihnen einfach mit einem Fingerschnipsen aus Blei Goldsäcke liefert.

00:07:27: Deswegen ist er eigentlich zu seiner Anstellung gekommen als Kammerdiener weil der Königs das hofft aber er wusste es natürlich nicht kann.

00:07:34: Und dann gefiel dem König das Glas, dass dieser Johannes Kunkel machte auch so gut.

00:07:38: Dass er bleiben durfte und dass sie sogar eine Freundschaft aufgebaut haben.

00:07:42: Das heißt wir sind also an so einer Geschichte irgendwie zwischen Deep Tech und Luxus aus der damaligen Zeit.

00:07:48: ja dieses Glas einerseits... Natürlich irgendwie auch ein Ingenieurthema, aber auch aufgeladen mit sehr viel Mythos.

00:07:57: Wenn wir nochmal zu diesem Johannes Kunkel zurückgehen bevor der auf die Faueninsel kam da war er ja schon mal bei einem anderen Kurfürsten in Diensten

00:08:10: gewesen

00:08:10: habe ich gelesen nämlich beim Kurfürstern Johann Georg II von Sachsen wo er wirklich den Auftrag hatte Gold herzustellen.

00:08:21: Die haben ja sehr damals in dieser Zeit wirklich geglaubt, dass man durch irgendwelche obskuren chemischen Verfahren so wirklich an der Grenze zwischen Naturwissenschaft und Zauberei Gold herstellen kann oder?

00:08:34: Ja das war ein ganz fester Glaube!

00:08:36: Das war galt nicht als Hokus Pokus sondern es war das Gefühl man konnte jetzt schon so viel hinbekommen.

00:08:44: Phosphor wird in dieser Zeit plötzlich chemisch hergestellt, da ist auch Kunkel mit dabei und man dachte ja dann muss das doch auch gehen mit dem Gold?

00:08:52: Das muss doch irgendwie möglich sein!

00:08:54: Es gab unendlich viele Quacksalber aber es gab eben dann diese Chemiker und der Kunkel war ein richtig ausgebildeter Apotheker und Chemiker leerte das auch und er ging an den Hof in Sachsen in Dresden und experimentierte da im Schloss und wartete jedes Jahr auf sein Gehalt.

00:09:11: Und es kam in einem Jahr nicht, im nächsten Jahr kam's schon wieder nicht.

00:09:14: und dann sagte er was ist denn jetzt mit meinem Gehalt?

00:09:16: Und dann wurde ihm aber mitgeteilt vom Finanzminister von Sachsen.

00:09:22: In einer kurzen brieflichen Mitteilung hieß es Wenn er denn Gold machen könne dieser Kunkel so brauche er kein Gehalt und wenn er denn kein gold machen kann Dann habe er keinen gehalt verdient.

00:09:37: Also das war die Pragmatik der Finanzbehörde, die damals gesagt hat, wenn er es halt nicht hinkriegt dann ist es auch nicht wert.

00:09:45: Und das hat ihn irgendwann so genervt dass er sehr gerne in die Dienste des präußischen Brandenburgischen Hofes dann getreten ist und dort wurde er auch anständig bezahlt und wurde Kammerdiener, so nannte sich das quasi eine Art ... ja heute würde man sagen Brater oder ein Staatsminister, als er dann geworden ist.

00:10:07: Ein Staatsminister für Alchemie.

00:10:08: vielleicht kann man so sehen und der wollte natürlich auch hier, der Brandenburgische Kurve ist das da Gold gemacht wird.

00:10:15: aber Kunkel wusste es eigentlich schon dass er das nicht kann.

00:10:18: Das Verrückte... Hat er

00:10:19: das auch zugegeben?

00:10:21: Er hat das... Nein natürlich nicht weil er seine Stelle verloren.

00:10:26: Das wirklich Verrückt an dieser ganzen Geschichte ist, er wurde geholt um Gold zu machen.

00:10:32: Aber was er dann tut ist, dass er Gold zerreibt.

00:10:35: Denn ihm fällt auf das sich Glas verändert wenn man kleinen Goldstaub ins Glas in diese Glasschmelze hineingiest.

00:10:44: Und der arme König musste dann mit ansehen, wie dieser Kunkl die Golddukkarten zerrieben hat.

00:10:49: Kleingehemmert.

00:10:50: Hat sowieso nicht

00:10:51: viel nach dem dreißigjährigen Krieg und das was an Gold da war?

00:10:55: Das hat er auch noch zerrieben und

00:10:56: zerhemmerte und dann in die Glasschmelze geworfen.

00:10:59: und dann passiert aber eben dieses Wunder dass sich dieses Glas weil Gold darin war im Erwärmen in Rot-Töne verfärbt hat.

00:11:09: Und diese Gläser, die in diesem Rubinklas entstanden sind waren zu ihrer Zeit das begehrteste Luxusgut was je in Brandenburg entstanden ist bis der Tesla gekommen ist.

00:11:21: Sozusagen war das glaube ich für viele Jahrhunderte, bis der Tessler aus Grünheide kam, war dass das begehteste Luxussgut, was je aus Brandenburger durch ganz Europa sich verbreitete.

00:11:34: und eine zweite Geschichte, die auch hier hineinpasst Die Acid-Glaswelt ist, dass er so feine Glas murmeln würden wir heute sagen.

00:11:47: Damals hießen sie Glaskorallen hergestellt hat, das der König diese Glaskoralen mitnahm nach Afrika wo er damals alle Herrscher Europas Kolonien aufbauen wollte.

00:12:00: und dort nutzte er diese schimmernden Glasperlen die der Kumpel auf der Fauninsel hergestellt hatte um damit Elfenbein zu kaufen von den Einheimischen und Gold.

00:12:12: Also, er hat zwar kein Gold gemacht aber er hat Glas geschaffen und Glasmurmel geschaffen die sich wieder in Gold umwandeln ließen.

00:12:20: Insofern hatte er dann doch seine Funktion erfüllt und der große Kurfürst liebte ihn und die zwei Jahre die auf der Faun-Insel lebte Waren wundervolle, klorreiche Jahre.

00:12:35: und diese Gläser die da entstanden sind gehören bis heute zu dem schönsten was in Barockzeit in Europa je entstanden ist.

00:12:43: Und man muss aber eben immer von zwei Jahren sprechen denn es war ein sehr kurzes Glück.

00:12:48: Das sind auch diese zwei jahre die du dann in deinem buch erzählst.

00:12:52: das ist ja bei dir sehr verdichtet.

00:12:55: Ja, zwei, äh neun, neunzehnund dreizehn ist eben auch ein Jahr.

00:13:00: bei der Familie Mann wenn die Sonne untergeht waren es glaube ich acht Monate nur und die Zeit spannen jetzt zwei Jahre.

00:13:07: also wirklich Geschichte verdichtet und damit ja auch unter dem Brennglas und in diesen zwei Jahren passiert ja eine ganze Menge.

00:13:17: dann er war ja schon vorher beim großen Kurfürsten als Kammerdiener dieser Kunkle, aber das war dann ja eigentlich so dass er diese Faueninsel bekommen hat.

00:13:27: Etwas wo man heute sagen würde es war so des regierungsamtliche Venture Capital.

00:13:32: da hat der große Kurfürst doch mal gesagt jetzt machen wir's aber richtig!

00:13:36: Wir wollen einen Exportschlager nämlich dieses besondere Glas haben und dafür hat der Kunkel eigentlich alles bekommen was er braucht.

00:13:45: Ja, und das erinnert dann eher an Amerika oder Donald Trump.

00:13:49: Oder in Russland unter Putin also mit welcher Geste einfach mal eine Insel diesem Alchemisten geschenkt wird, nämlich die Fauninsel.

00:13:57: Und weil er dann so gutes Glas gemacht hat, schenkte ihm der gute Kurfürst danach gleich noch Schwannenwerder dazu, also die berühmte Insel dahinter.

00:14:08: Weil er es so gut gemacht hatte, kriegte er auch noch Das Gutshaus in Clado, also ihm gehörte unglaublich viel Land und Besitz.

00:14:19: War schon gut für so ein Start-up Unternehmer!

00:14:21: Und es war ja auch nicht so.

00:14:22: das ist damit getan weil ihm jetzt diese Insel zu schenken sondern du beschreibst sehr anschaulich den Prozess wie er das erste Mal an einem furchtbar kalten Tag auf dieser Insel kommt wo ihr alles sehr unwirtlich ist und dann in den ersten Monaten erst einmal die Infrastruktur aufbaut, damit man dort überhaupt Glas herstellen kann.

00:14:44: Also die Öfen und natürlich auch dann Baracken für seine Arbeiter und deren Familien.

00:14:51: Und

00:14:51: ganz wichtig – das habe ich gelernt jetzt beim recherchieren – zentrales Mittel um Glas herzustellen.

00:14:58: damals wie heute ist Bier Bier in sehr, sehr großen Mengen.

00:15:03: Weil diese Arbeiter in dieser Gluthitze den ganzen Tag arbeiten und so viel Flüssigkeit und soviel Salz verlieren müssen sie eigentlich den gesamten Tag dünnes Bier trinken.

00:15:13: Und deswegen bekam Kunkel nicht nur die Inseln und die Erlaubnis diese Öfen aufzubauen sondern auch eine Windmühle aufzubauern und Korn anzubauen damit ebenso dort das Malz und alles direkt

00:15:27: vor Ort

00:15:29: gemacht werden kann.

00:15:30: denn Das Geheimnis des Goldrubin-Klases war so gut gehütet wie das Geheimniss von Coca Cola.

00:15:38: Das war das große Geschäftsgeheimnis, niemand sollte das erfahren.

00:15:42: deswegen die Insel auf die niemand durfte außer der Kurfürst.

00:15:46: er durfte seinen Alchemisten besuchen und sich die Gläser angucken aber niemand durften drauf, niemand durft weg damit dieses unglaubliche Geheimnes ... ja, bewahrt wurde.

00:15:56: Und

00:15:56: hat man es geschafft?

00:15:57: Das wirklich zumindest in der damaligen

00:15:59: Zeit... Man hat das in den nächsten zwei Jahren geschafft.

00:16:02: und er war ein sehr guter Geschäftsmann weil er hatte dass Er musste liefern an den Hof, diese Glaskorallen für den Handel mit Afrika.

00:16:11: Er musste auch Krüge und Teller und Tassen liefern.

00:16:13: aber er hatte dann auch Ausbedungen ein sogenanntes Privilegium hat man damals gesagt fast Monopol würde man heute sagen.

00:16:20: Er war der Einzige der in ganz Brandenburg farbiges Glas herstellen durfte und das war eben für ihn auch wirtschaftlich hoch attraktiv.

00:16:30: Und natürlich gab es damals auch schon dass was man heute Lieferkettenproblematik nennen wird Denn wo kriegt man nun diese Substanzen für die verschiedenen Kläser her?

00:16:41: Denn Kunkel liebte auch blaues Glas.

00:16:44: Und wo kriegte man den Bestandteil des Blauen Glases her, da zeigte sich das dieser Kunkel wirklich ein Start-up Unternehmer in vielfältiger Hinsicht war denn er übernahm auch einen Bergwerk im Harz und da war er dann eigener Unternehmer und baute Kobalt an.

00:17:02: Kobalt ist eben ein Mineral was diesen ungeheuren blauen Farbstoff erzeugt.

00:17:08: und dieser farbstoff aus seiner eigenen grobe sozusagen im harz transportierte er auf die fauninsel und machte nicht nur dieses ungeheure rote klaas sondern eben auch dieses wahnsinnig unglaublich betörende Blauschemandeklaas.

00:17:23: Das nennt man dann Diversifikation.

00:17:26: Er hat alles, er hat Immobilien, er hatte Produktionsstätten, ein Bergwerk Ein großes Haus, Immobilienbesitz in Berlin.

00:17:37: Integrated

00:17:37: Supply.

00:17:40: Du bist für die englischen Begriffe zuständig.

00:17:42: Das

00:17:43: ist großartig!

00:17:45: Das sind alles Themen, die wir heute ja bei DeepTech Startups wieder mal sehen.

00:17:50: Eigentlich würde man ja dann erwarten, wow der hat für den großen Kurfürst eine ordentliche Rendite dann doch erwirtschaftet.

00:17:58: Auch

00:17:58: Brandenburg zum Strahlen zu bringen in der Welt weil du beschreibst ja auch wieder große Kurfürste Geschenke für andere Fürstenhäuser für irgendwelche Vertragsverhandlungen im Auftrag gibt und das waren alles großartige Dinge.

00:18:14: trotzdem Die Sache ist nicht gut ausgegangen, es war nur ein sehr kurzes Intermezzo.

00:18:36: Alleine wegen der deutschen Brandschutzverordnung.

00:18:40: Die Fraueninsel hätte dann vielleicht sechs Arbeiter, die am Glas arbeiten aber mindestens acht Beauftragte für Brandschutzz und Drittschallschutz, die das alles genau angucken.

00:18:49: Denn natürlich haben wir den ganzen Tag damit Feuer gespielt.

00:18:53: im wahrsten Sinne des Wortes heiße Öfen.

00:18:57: Alles schmolz und war heiß.

00:19:00: Man war zwar deshalb direkt am Wasser, um es löschen zu können aber nichts passiert in diesen drei Jahren.

00:19:05: alles geht wunderbar.

00:19:07: die Kläser verlassen Tag für Tag auf Kenen Die Fauninsel.

00:19:13: die Straßen waren damals so katastrophal dass du kein einziges Glas Heil von der Faun Insel nach Potsdam oder gar nach Berlin bekommen hättest werden direkt aus dem Glasofen auf ein Schiff gelegt und ging dann über die Havel- und die Spree nach Berlin.

00:19:28: Und das war denn sicher?

00:19:29: Das war, wir wissen es nicht wie viel kaputt gegangen ist!

00:19:33: Man hat neunzehntundhundertsiebzig also wirklich viele dreihundert Jahre später überhaupt erst angefangen zu graben auf der Faueninsel und hat unzählige Tausende, Zehntausende Bruchstücke von Glas gefunden noch in der Erde.

00:19:49: Also es ist sehr viel kaputt gegangen damals und deswegen sind die erhaltenen Gläser auch so ungeheuer wertvoll, also Goldrubin-Klas ist.

00:20:02: vor zwei Jahren auf der großen Kunstmesse der Teefaf in Maastricht wurde ein Goldruben Pokal aus Vonkunkel angeboten Und er ist für einen Millionenpreis ins Reichsmuseum nach Amsterdam gegangen.

00:20:18: Also es ist tatsächlich auch in diesem Falle das rare, weil es sich über die Jahrhunderte eben ohne Risse und ohne Sprünge erhalten hat.

00:20:29: Damals ist sehr viel kaputt gegangen.

00:20:31: Aber diese Zeit endet eben absolut rarisch, weil sein Gönner dieser Kurfürst stirbt und der Sohn dieses Kurfürsten ist eifersüchtig und hält das alles für Hokus Pukus und Unsinn und Verschwendung.

00:20:43: Und entweder er oder einer seiner Höflinge brennt alles ab.

00:20:50: Die gesamte Anlage Kunkels auf dieser Fahneninsel wird niedergebrannt und... Weil es ein guter Preuse ist, stellt er ihm eine Rechnung.

00:20:58: Er stellt ihm einfach alles in Rechnungen!

00:21:00: Was er in zehn Jahren vom Brandenburgischen Staat bekommen hat...

00:21:03: Es war also kein Venture Capital sondern das war ein Darlehen.

00:21:06: Das stellt sich dann aber eher so und es gab einen Darlehn.

00:21:12: Es wurde immerhin nicht verzinzt, aber es wurde brutal sofort eingetrieben.

00:21:18: und der Kunkl sagt ja aber Teile davon waren doch mein Gehalt und das braucht ich doch für meine ... mein Laboratorium und das war... Ja,

00:21:25: wir haben ja auch einen erzielt damit.

00:21:27: Auch das alles aber es spielte alles keine Rolle.

00:21:29: Es war eben eine ungeheure Rechnung.

00:21:31: Dreiundzwanzigtausend Reichstaler musste Kunkl zurück zahlen einfach alles was er investiert hatte.

00:21:37: Das gesamte Investitionsvermögen wurde quasi wieder, sollte wieder abgezogen werden Und das ging nur in dem Kunkle die Faun-Insel verkaufte.

00:21:48: Schwan Werder verkaufe Kladow verkauft, sein Haus in der Klosterstraße in Berlin verkauft.

00:21:52: Einfach alles!

00:21:53: Er war nach diesen Jahren als

00:21:55: Start-up-Star plötzlich mittellos ja?

00:21:57: Genau so.

00:21:58: es war einfach alles weg und er wurde dann mehr oder weniger vertrieben aus Brandenburg und bekam dann immerhin etwas was zwar wenig Geld bringt aber manchen Menschen dann doch ruhiger schlafen.

00:22:18: er ging nach Schweden und bekam ein Adels-Titel.

00:22:21: Also, er hieß dann Johannes von Löwenstern immerhin.

00:22:25: Ich weiß nicht ob er bezahlt wurde vom schwedischen König aber der holte ihn an seinen Hofen.

00:22:32: da wurde er dann geadelt.

00:22:33: also es ist tatsächlich eine ganz kurze Zeit wirklich wenn du von den Startup begriffen sprichst das war wirklich eine Rubinklas Plase, die dann platzte weil es zu heiß wurde.

00:22:50: So heißt noch mein Kapitel.

00:22:51: das heißt dann zu heiß wo dann einfach alles niedergebrannt wird diese Glasfütte auch eine zweite Glasfütte in in Potsdam und einfach quasi diese Geschichte dem Erdboden gleich gemacht wird.

00:23:04: und dann Leben hundert Jahre lang auf dieser Insel nur noch die Eichen Und die Linden und die Bäume und die Kaninchen und es wird einfach wieder ein wie in so einem Asterix-Film, wo die Eichen dann über die Städte wachsen.

00:23:20: Ist dann einfach nur noch wieder diese gesamte große Geschichte eines Luxusguts aus Brandenburgischem Sand ist wieder verschwunden und ich erzähle genau diese kurze Zeit.

00:23:32: deswegen heißt es Träume aus Feuer weil das eben alles im Feuer entsteht und eben aber auch träumen die im Feuer wieder vergehen Kunkel selbst auf einem Boot stehen, diesen Untergang seiner eigenen Insel mit ansehen muss.

00:23:48: Es spielt ja im Zeitallteil des Barrocks ist also wirklich ein ganz klassisches Barrokes-Vanitas Erzählungen über Aufstieg und Fall einer großen historischen Figur.

00:24:02: Und was war dann mit dieser Glastechnik?

00:24:05: Ist das

00:24:06: von

00:24:07: anderen Alchemisten, Künstlern, Ingenieuren noch mal aufgelebt?

00:24:12: oder war das wirklich denn das Ende

00:24:14: dieses Handwerks?

00:24:16: Nein, dass Bonn-Poli sich eben auch fast nur diese zweieinhalb Jahre halten.

00:24:20: Ganz kurz danach ging es schon in ganz anderen Orten in Brandenburg los und dann auch in ganz Deutschland, dann oft in Nürnberg, in Bayern, in Augsburg also...

00:24:32: Und irgendwann hat man jetzt Moranoglas aus Italien.

00:24:36: Genau.

00:24:38: Irgendwann konnte es jeder und dieses exklusive war verschwunden und dann, also es war dann irgendwie wahrscheinlich ... konnte man's auch schon bei Temu in China bestellen.

00:24:50: Und ich weiß das nicht.

00:24:51: Also es ging dann ganz schnell auf jeden Fall.

00:24:54: War das dann nach dieser ganz kurzen Blütezeit?

00:24:58: Wurde es ein Allgemeingut?

00:24:59: aber bis heute gibt es die Sammler, die diese Gläser bei sich zu Hause bewahren und natürlich träumt jeder davon.

00:25:08: dass ist ein Glas, das wirklich auf der faunen Insel entstanden ist.

00:25:12: Ich glaube, in den meisten Fällen ist das mehr ein Wunschtraum und eine Hoffnung als die Wirklichkeit.

00:25:17: Es ist auf jeden Fall eine wunderschön erzählte Geschichte.

00:25:20: Das macht richtig Spaß!

00:25:21: Ich durfte es sehr vorablesen und habe es wirklich gesuchtet während einer Hin- und Rückfahrt nach München im Zug.

00:25:29: Es hat mich wirklich gepackt, dein Erzählstil... Und man kann sagen ja's ist irgendwie eine historische Geschichte aber ich lese es hier wirklich als Parabel über Unternehmertum Visionen, Geld, Eitelkeiten, Intrigen auch am Hof.

00:25:45: Ich habe die ganze Zeit zu überlegt was gibt es so für Entsprechungen, irgendwie die Industrieansiedlungspolitik schon von Joe Biden und jetzt von Donald Trump ist ja irgendwie schon eine Parallele.

00:25:56: Dass die Trump-Regierung beispielsweise Intel eigentlich ein verloddertes Unternehmen was zuletzt mehrfach gezeigt hatte was sie alles nicht können einfach mal Milliarden gibt dafür sorgt dass Ein Video, noch ein paar Milliarden dazu gibt.

00:26:13: Die haben jetzt keine Fauninsel bekommen aber natürlich breite Spaces und Möglichkeiten neu zu wachsen strategisch aufgestellt zu werden.

00:26:21: die Datacenter in der Mitte von Nichts entstehen ähnlich wie auf der Fauninsel.

00:26:28: diese Infrastruktur das sind schon so viele Parallelen dabei zur unserer heutigen Techwelt wenn man will oder?

00:26:35: Unbedingt.

00:26:35: ich denke auch weil du Donald Trump erlebst dass natürlich Ungeheure Sehnsucht nach Gold, die wir da in diesen barocken Fürstenhöfen sehen überall.

00:26:46: Dass jeder hoffte endlich dieses Gold zu bekommen und damit ist man aller Sorgen ledig.

00:26:51: Das ist ja ganz offensichtlich ein Symptom was Donald Trump auch befallen hat weil er wirklich alles mit Gold überzieht also nicht nur seinen Trump Tower sondern auch im weißen Haus eben alles mit gold verziert wird.

00:27:06: Und die Schweizer haben es am allerbesten verstanden, als sie diese schrecklichen neununddreißig Prozent Strafzölle auf Pharma und Luxusgüter und Uhren bekommen sollten.

00:27:16: Hatten Sie das ja auch erst versucht mit einem politischen ... Haben Sie Ihre politische Proteste eingelegt?

00:27:22: Aber das hat natürlich nichts gebracht!

00:27:23: Dann sind die Vertreter der Wirtschaft rübergefahren, haben ihm einen goldbaren mit eingraviertem Namen.

00:27:30: Das ist so lächerlich aber das hatte ebenso funktioniert... Tischuhr von Rolex geschenkt, auch vergoldet und plötzlich am nächsten Tag wurden die Zölle gesenkt.

00:27:40: Wir haben ja hier um zu zeigen was heute alles möglich ist, was alles vergoeldet werden kann.

00:27:46: Auch ein wunderbaren Kaffeebecher aus Gold.

00:27:49: also wenn Friedrich Merz ihm nicht nur die Geburtsurkunde seines Großvaters mitgebracht hätte in einem Holzrahmen sondern im Goldrahmen ich glaube dann wäre auch Deutschland viel, viel besser behandelt worden.

00:28:02: Also da gibt es irgendetwas ganz archaisches, ganz offenbar was bis heute geblieben ist.

00:28:08: man kennt das ja auch aus diesen Enthüllungen.

00:28:10: wenn irgendwo in Osteuropa in irgendeiner vergessenen Sowjetrepublik dann der Palast des Herrschers aufgedeckt wird Das Hauptcharakteristikum ist ja Gold dass dieses gold irgendwie eine ein großer Traum bleibt und das sieht man an Donald Trump.

00:28:28: Und natürlich die Günstlingswirtschaft, die erleben wir hier auch in diesem Barockzeitalter sehr herrlich.

00:28:36: auch der eine, der offenbar dafür verantwort ich ja dass alles abrannt.

00:28:39: Der Eberhard Dankelmann einen sehr strenger Erzieher, der dann auch Staatsminister wird dem gelingt es direkt nach seinem Regierungsantritt alle seine sechs Brüder mit hohen Regierungsamt Posten in Brandenburg zu betreuen.

00:28:55: Und da denkt man natürlich auch, wie es Donald Trump gelungen ist diverse Botschafterposten und alles weitere in seinem großen Familienkreis zu verteilen.

00:29:06: Nein ich glaube das sind Parabeln, die ich in diesem Buch erzählen kann aus der Wirklichkeit.

00:29:12: Aber die immer wieder die Modelle sind dafür wie das Leben sich neu ordnet auch im ganz sozusagen lebenstechnischen Bereich.

00:29:23: denn der arme Kurfürst ist sein ganzes Leben nur damit beschäftigt Wie löst er die Erbverteilung in seiner Patchwork-Familie?

00:29:31: Das ist das große Problem dieses Kurfürsten weil er hat eben eine erste Ehe mit drei Kindern und dann zweiten Ehefrau, sieben Kinder.

00:29:40: Und diese zweite Ehe Frau will sehr dafür sorgen dass dieses Sieben Kinder alle gut versorgt würden und sie ist eigentlich die wirtschaftliche Heldin dieses Buches.

00:29:51: Dorothea heißt sie und Wir sind hier quasi in der Nähe der Dorotation Vorstadt wie man sie heute in Berlin nennt.

00:30:00: das ist alles ihr eigener Besitz gewesen.

00:30:02: sie hat fast jeden Monat eine weitere Immobilie gekauft.

00:30:06: Sie hat für jeden ihrer sieben Kinder Immobilien gekauft ... Okay,

00:30:09: also frühe Trade-Wife!

00:30:11: Wie

00:30:11: wir

00:30:11: hier wissen können.

00:30:13: Sie ist die sozusagen das erste brandenburgische Berliner Trade Wife.

00:30:19: Sie hatte wirklich diese Dorotheche vorstatt aufgebaut und war die beste und größte Immobilianinvestoren in Brandenburg vor den Sammers je hatte, muss man sagen.

00:30:32: Und der arme Kurfürst weiß überhaupt nicht, wie er das alles regeln soll mit seinen Besitztümern.

00:30:40: Und eigentlich darf man ja in Brandenburg nur alles dem Erstgeborenen geben.

00:30:43: aber da war seine Frau doch sehr dagegen und das ist sehr lustig mit dieser Frau weil die offenbar wirklich sehr hart gesorten war.

00:30:50: Die hat ihn auf jeden der Kriegs- und Feldzüge auch begleitet und sich immer neben ihnen gelegt ins Feldbett.

00:30:56: Das gab es in dieser Zeit gar nicht also... Der König hatte keine Minute Ruhe und hat dann auch am Ende dafür gesorgt, dass alle sieben Kinder von ihr sehr angemessen berücksichtigt werden.

00:31:07: Aber da sieht man auch sehr lebensweltliche Probleme die sich genauso als Parabel auf die Gegenwart.

00:31:13: und die komplexen Familienverhältnisse von vielen Zeitgenossen übertragen lassen.

00:31:18: Das finde ich sowieso immer spannend in deinen Stoffen, dass du ja diese Gabe hast wirklich große Begebenheiten, die auch häufig dramatisch sind in so einer lakonischen Art-und-Weiße zu erzählen.

00:31:30: und dann kommen ja manchmal wirkliche Brüller!

00:31:33: Und also meine Lieblingsstelle seit einigen Monaten nämlich seit ich wenn die Sonne untergeht gelesen habe Thomas Mann der ja dann über die Schweiz nach Frankreich floh vor den Nazis, also wirklich eine dramatische Szene und der dann in seinem Tagebuch notierte über diese entscheidende Zugfahrt.

00:31:57: Wo man denkt jetzt kommt was ganz pathetisches und jetzt kommt etwas... Ja was schreibt jetzt dieser große deutsche Sprachkünstler?

00:32:03: Wir haben die Tagebücher von seinem Bruder Heinrich, der schreibt an dem Moment als er in die Emigration fährt, abgereist aus der alten Heimat.

00:32:12: Der weiß, es ist vorbei.

00:32:13: Sein Sohn Klaus schreibt in seinen Tagebuch beginnende Emigration.

00:32:18: die wissen

00:32:19: jetzt... Wissen das ist Zeitenwände?

00:32:21: Zeitenwende

00:32:22: großer Moment.

00:32:23: und Thomas Mann, der Literatur Nobelpreis Trigger.

00:32:26: Der Mann, den vielleicht wie keiner in dieser Zeit mit dem Wort umgehen konnte, der hat ein ganz großes Problem im Moment als er in die Emigration gereist, nämlich mit dem Zug Aus der Schweiz nach Südfrankreich.

00:32:41: Es gibt kein Kaffee im Nachzug und das treibt ihn um!

00:32:47: Und von Zeile zu Zeilen sieht man, wie er immer mehr in Erregung gerät... Deutschland, Hitler.

00:32:57: Alles spielt keine Rolle mehr sondern nur wie er es formuliert das Ausbleiben des Heißgetränkes treibt ihn in immer größeren Wahnsinn und dann findet er eben ein ungeheures Wort dafür.

00:33:08: und das hat mich auch so begeistert als ich das gelesen habe weil er schreibt durch das ausbleibendes Heißgedrängs entstand bei mir eine erhebliche Behagensminderung Und dieses Wort ist so wundervoll.

00:33:20: Bahagensminderung, weil da zieht man diesen ganzen Thomas Mann und diese ganze ... Diese Ehrpuzzligkeit dieses Mannes der wirklich in diesem Moment jetzt nicht realisiert, in welcher historischen Momente er ist sondern dem einfach gerade die Tasse Kaffee fehlt.

00:33:36: Das macht mir zu beschreiben ungeheuren Spaß.

00:33:39: Ja dann muss ich

00:33:40: selber... Das macht auch zum Lesen unheimlich Spaß!

00:33:42: Man lernt ja auf was fürs Leben.

00:33:43: Ich meine das kann man ja auch mitnehmen.

00:33:45: Man kennt es aus der Bahn dass es irgendwie dann kein Heißgetränk gibt und einfach mal zu sagen, mit einem Nobelpreisträger.

00:33:51: Das ist eine schlimme Bahagensminderung!

00:33:53: Genau

00:33:54: das ist eine sehr höfliche Form des Protestes.

00:33:58: Also insofern macht viel Freude.

00:34:01: Das war jetzt einfach nur noch einmal so.

00:34:03: der Bogen denn auf der einen Seite natürlich... Der Kunkl ist ein Innovator Start-up Unternehmer aber du bist ja auch innovator nämlich Art und Weise des Erzählens.

00:34:16: Das fing ja dann an mit den Jahrzehnten, Sommer des Jahrhunderts also der letzte Sommer vor dem Krieg und da hast du ja im Grunde ein völlig neues Genre der populären Geschichtsschreibung erfunden.

00:34:32: Ja, ist ein Sachthema literarisch wie eine Epochen-Gemälde aufzubereiten.

00:34:38: So einen Mosaik aus vielen kleinen Begebenheiten, Anekdotenbriefauszügen Tagebuchauszüge was sich dann am Ende wirklich zusammenfügt zu einem Bild.

00:34:51: Jetzt ist die Frage Wie kommt man auf so eine Idee Literatur und Sachbuch in dieser Form zu kreuzen?

00:35:01: Hast du dir gedacht, ich überlege jetzt mal was kann ich als unverwechselbares Buch machen?

00:35:05: oder wie war da so dein Prozess?

00:35:07: Nein gar nicht.

00:35:08: Das entsteht dann wirklich ganz im Schreiben.

00:35:10: eigentlich denke ich auch immer wieder dass es letztlich Generation Golf ja auch schon ein Geschichtsbuch war weil das war natürlich ein Buch in dem ich über meine Vergangenheit und damit über die Vergangenen der Generation erzählt habe in dem Fall aus den siebziger-und achtzigerjahren also eine sehr nahe Vergangenkeit.

00:35:30: Ja, meine Kindheit auch du.

00:35:31: Du definierst die Generation Golf glaube ich bis neunzehntfünfundsiebzig?

00:35:34: Ich bin ja Baujahrsechsohn-Siebzig aber...

00:35:38: Wenn du dich zur Zuge führt, dann ganz sehr gerne!

00:35:40: Meine Eltern hatten einen roten Golf I. insofern und das war halt so das ... Ja, Epochen gemeldet dieses behüteten Westdeutschlands

00:35:51: in den Seiziger

00:35:53: Jahren.

00:35:53: Man

00:35:53: dachte dass blickiert immer so weiter.

00:35:55: also man hatte gar keine Vorstellung dass das mal anders werden könnte.

00:35:58: es war immer Helmut Kohl Abends in der Tagesschau und es war sozusagen eine ungeheure Stabilität, Kontinuität.

00:36:07: Auch letztlich eine Präsigkeit natürlich des ganzen Lebens.

00:36:12: Es war immer nur die große Frage... Die einzige Frage, die Deutschland umtrieb war eben für die Schüler ob man Ein Pelikanfüller hat er oder ein GH-Füller.

00:36:23: Ich hatte einen Lami Füller, was damals

00:36:26: furchtbar uncool war.

00:36:27: Aber sehr früher avant-garde und dann immer ich weiß das auch immer noch in der Bunte die großen Tests welche Stadt ist cooler München oder Hamburg?

00:36:35: Das war die einzige relevante Kategorie.

00:36:38: man war man war völlig in in sich selbst so gefangen und dass viel mehr dadurch auf das ich merkte.

00:36:44: das sollte man mal versuchen in seiner banalität zu beschreiben.

00:36:49: ja weil das Ähm, ich hatte mal eine herrliche Diskussion mit Joschka Fischer.

00:36:54: Der dieses Buch so ... schrecklich fand.

00:36:56: jetzt hätte ich fast was gesagt worden zu gehen.

00:36:58: Das hätte dann wahrscheinlich muss denn so ne Trigger-Warnung hier drüber liegen.

00:37:02: also er fand es ganz schrecklig weil wir wissen überhaupt nicht was diese Generation sich einbildet Bücher zu schreiben sie hätte doch nichts erlebt.

00:37:10: ja während eher doch Flastersteine geöffnet und war's noch alles.

00:37:15: Und das verrückt war eben dass dieses Gefühl, ihr habt doch nichts erlebt.

00:37:21: Was wollt ihr denn?

00:37:22: Euch geht's doch so gut!

00:37:23: Das hörten wir halt den ganzen Tag auch von den Lehrern und dann trotzdem zu sagen, nee aber das beschreibe ich jetzt mal genau, die es nicht erlebt haben.

00:37:32: Wir haben natürlich trotzdem gelebt, wir haben trotzdem sehr viel Details in dieser merkwürdigen Phase der sattesten Phase der Bundesrepublik aufgeschnappt und beschrieben.

00:37:44: Und ich würde sagen, das war letztlich der Anfang des Geschichtsschreibens, auch wenn ich es damals gar nicht so erzählt habe und wenn es sehr als Gegenwartbuch verstanden wurde.

00:37:56: Es war damals die Werbekampagne, die auch eben Generation Golf hieß und die hab' ich übernommen und die Werbesprüche von dort übernomm'.

00:38:03: Also eine Zeit wo wirklich der Werber noch kurz hinter dem... Arzt aus der Schwarzwaldklinik glaube ich, der zweitangesehenste Beruf in Deutschland war.

00:38:15: Das war ihm so eine ganz eigentümliche Zeit und dieses Erzählen der Vergangenheit hat mich dann einfach so beschäftigt weil ich merkte, mich interessiert dieses zwanzigste Jahrhundert und eigentlich habe ich immer noch nicht verstanden.

00:38:30: was ist da eigentlich alles passiert erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieb?

00:38:33: Und wenn ich aber diese Geschichtsbücher angucke das sind ja schwarz-weiß Fotos und es bleibt völlig leblos Wie kriegt man denn da Farbe rein?

00:38:41: Wie kriegst du einen Farbfilm der Vergangenheit.

00:38:45: Den wollte ich machen, den wollte ich drehen sozusagen.

00:38:49: aber ich bin kein Filmmacher sondern ein Erzähler und deswegen habe ich dann versucht Emotion, Atmosphäre, Stimmung Lebendigkeit in die Geschichte reinzutragen Und diese Form von Erzählungen für dieses Jahr als erstes versucht Ansatz zu sagen, heute heißt das immer, dass ist das Vorkriegsjahr.

00:39:15: Aber damals die Menschen wussten es nicht.

00:39:18: Wir wissen nicht in was für ein Jahr wir jetzt leben wenn wir ehrlich sind.

00:39:21: Wir wissen nicht!

00:39:22: Ist der größte Irrsinn von Donald Trump schon hinter uns?

00:39:27: Ist das jetzt?

00:39:28: feiert er seinen achtzigsten Geburtstag mit einer Marshall Arts Party?

00:39:32: Ist da quasi schon... der goldene Herbst seiner Regierungszeit oder geht es überhaupt erst los.

00:39:42: In der Gegenwart ist alles möglich, es ist eine Art Wahrscheinlichkeit die wir jetzt gerade eigentlich nur aufstellen können.

00:39:49: ja also das ist eigentlich nur Wahrscheinlichkeitsrechnung die wir machen und erst im Rückblick wird man wissen in welche Richtung die Geschichte sich jetzt ihr Flussbett sucht.

00:40:01: Mir war Geschichtsschreibung sehr oft viel zu bequem erzählt, als wäre es völlig klar gewesen, dass der Erste Weltkrieg kommt.

00:40:09: Dass Hitler an die Macht kommt!

00:40:10: Ich wollte hineinsteigen in die Momente davor, als alles noch offen ist und niemandes weiß.

00:40:15: Deswegen erzähle ich auch im Präsens weil ich möchte alle Leserinnen und Leser reinziehen in diese Zeit mitreißen verführen in dieses Jahr einzusteigen und dann zu merken... Oh was ist jetzt hier los?

00:40:29: Äh, wer ist der erfolgreichste Autor des Jahres?

00:40:33: Oh ein Wirtschaftspublicist.

00:40:35: Der heißt Norman Engel und er veröffentlicht einen Buch das heißt Die große Illusionen.

00:40:40: und da erklärt er Es kann nicht zu einem Weltkrieg kommen denn die wirtschaft ist so vernetzt Dass wir von einer globalisierung sprechen müssen sagt er.

00:40:52: Und er sagt weil deutschland und frankreich so viele geschäftsbeziehungen haben so viele Staatsschulden, die Banken auffangen und so viel wirtschaftliche Verflechtung existiert ist.

00:41:04: Das vollkommen unsinnig wäre wenn jetzt Deutschland, Frankreich oder Frankreich Deutschland angreifen würde.

00:41:10: Er erklärt vollkommen rational warum ein Krieg einen Weltkrieg Unsinn wäre.

00:41:15: Und die Menschen haben ihn geliebt sind zu tausenden zu seinen Vorträgen gelaufen und haben seine Bücher gelesen.

00:41:21: Und noch im Frühjahr hier hat er diesen Vortrag gehalten.

00:41:24: leider im Sommer ziehen die Deutschen und gegen die Franzosen in den Krieg, weil er ganz offenbar vergessen hat dass es Emotionen gibt.

00:41:32: Dass es große Emotionen gibt auch Völkeremotion haben eine naive Kriegsbegeisterung Die Deutschen Eine Kränkung wie sie jetzt sich auslebt sehen das heute bei Putin oder im Krieg gegen die Ukraine, da gibt es ganz große Unterströmungen immer in den Nationen.

00:41:54: Die man erst im Rückblick sieht und die man erst dem Rückblick erzählen kann.

00:41:58: Und ich versuche eben immer in die Geschichte hinein zu hüpfen und hineinzuspringen als sei sie Gegenwart um dieses verwirrende der Vergangenheit zu zeigen Um zu zeigen Sie ist genauso unübersichtlich wie unsere Gegenwart.

00:42:14: Es ist eigentlich nur unglaublich bequem im Rückblick dieser ganzen Sinnlosigkeit immer wieder Sinn zu geben.

00:42:21: Wenn man ganz ehrlich wäre, würde man sagen nein es lässt sich nicht alles kausal begründen warum diese erste Weltkrieg angefangen hat.

00:42:28: Es lässt sich nie kausal begrunden warum es zu Hitler kommen musste.

00:42:32: Es ist so gekommen aber es ist doch eine Form von Wahrscheinlichkeitsrechnung was dann am Ende den Ausschlag gegeben habt und keine Logik, die da immer am Werke ist.

00:42:45: Weil dann hieß es man würde an eine große Logik der Geschichte glauben und dafür halten wir uns doch eigentlich alle viel zu aufgeklärt als dass wir noch wie früher die Menschen an eine gottgegebene Geschichte glauben oder jetzt eben an eine irgendwie Sinn innerhalb der Geschichte glaube.

00:43:03: Und je mehr man da fragt merkt man wie unwäksamer das Gelände wird und jede weitere Frage lässt einen tiefer einsinken.

00:43:10: Und das macht mir viel Spaß, diese Frage

00:43:12: zu stellen gegenüber Prognosen!

00:43:15: Ja ich habe gerade nochmal geschaut hier Liebe in Zeiten des Hasses Das ist ja von der Zeit vor der Machtergreifung bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs.

00:43:26: Da schilderst du ja das Leben und Lieben der deutschen Intellektuellen unter dem Eindruck der Nazis.

00:43:32: Und es beginnt ja auch in einer wahnsinnig lebensfrohen Phase.

00:43:36: der Hedonismus blüht gerade hier in Berlin, der kulturelle Reichtum ist immens.

00:43:43: Und wenn du jetzt so mit diesem Wissen auch aus dem Buch aus den letzten Jahren dann jetzt auf diese Epochenbrüche schaust die wir gerade erleben, auch als Chronist der deutschen Seele, als Chronistes des Deutschen befinden siehst du da parallel zu den.

00:44:07: Wenn ich das, was ich gerade gesagt habe über Vergangenheit und Gegenwart, wenn ich das selbst beherzige dann muss ich eben einfach sagen wir müssen ehrlich sein.

00:44:18: Wir wissen es nicht!

00:44:22: Was ist die größte Naivität unserer Zeit?

00:44:25: Das wissen wir zum Beispiel nicht.

00:44:27: Ja was?

00:44:28: wo?

00:44:29: in jeder Zeit unterschätzt eine Gefahr?

00:44:32: Unterschätzen wir die Gefahr des Klimas Gerade unterschätzen wir die Gefahr eines Krieges, unterschätzen wir ... äh... Die Gefahr der künstlichen Intelligenz.

00:44:43: Oder sind wir hysterisch mit der Künstlichenintelligenz und betonen nur die Gefahren?

00:44:48: Das sind Punkte, die immer nur ist eigentlich fies aber man muss es akzeptieren.

00:44:54: Wir können all diese Fragen erst...

00:44:55: Wir werden einen großen Fehler machen!

00:44:57: Wir

00:44:57: werden einem ganz großen Fehler gerade alle machen.

00:45:01: Die, die den nicht machen und in das Richtige investieren werden einen sehr großen Profit aus dem ziehen.

00:45:09: Weil alle anderen einen großen Fehler machen.

00:45:11: Das sind alles Dinge, die nur der Rückblick wirklich zeigen kann.

00:45:16: Das einzige was glaube ich auffällig ist, dass man einfach sagen muss... Wir leben in einer Zeit, wo sehr viele Dinge die vor zehn oder fünfzehn Jahren noch selbstverständlich waren.

00:45:27: Es nicht mehr sind.

00:45:28: ja also ein Aussage eines Bundesverteidigungsministers dass wir im Jahr zwei tausend neunundzwanzig kriegstüchtig sein müssen ist eben undenkbar in diesen Generationen Golf Zeiten.

00:45:40: Ja

00:45:40: wobei wir fühlen uns ja wieder ein bisschen erinnert

00:45:44: auch

00:45:44: an die Zeit weil wir sind ja aufgewachsen noch mit dem kalten Krieg, mit der Bedrohung?

00:45:50: Mit den Tiefliegern.

00:45:52: Also ich bin aufgewachsen im sogenannten Full Dark Gap also genau dem Flecken Hessens wo wegen einer geografischen Besonderheit vermutet wurde dass die sowjetische Armee Deutschland und dann in Rest Europas einnehmen würde.

00:46:11: es gibt auch sehr viele Bücher und Ausstellungen über dieses Full-Dark-Gap.

00:46:14: Das führte nur dazu, dass in meiner Heimatstadt Schlitz viermal im Jahr die gesamte Stadt von amerikanischen Manövern besiedelt wurde – für mich war das die absolute Selbstverständlichkeit, eben Englisch zu lernen mit amerikanischer GIs und mit ihnen Äpfel und Orangen gegen dieses schreckliche Konservenessen von ihnen einzutauschen, was für mich das größte war als junger Kerl.

00:46:42: Das war völlig selbstverständlich!

00:46:43: Wir werden da von denen verteidigt und das ist notwendig weil die Betrohung so groß ist.

00:46:49: Genau also das kann dann eben auch in der Lebensspanne wie meiner kehrt es jetzt schon wieder zurück und man hat uns Gefühl oder zwischen war tatsächlich ein kurzes Zeitalter Navität ja wo man glaubte doch dass spielt doch alles Das ist vorbei.

00:47:04: Und

00:47:04: unsere Retro-Sehnsucht, ja?

00:47:06: Vor allem in Deutschland oder in Europa vielleicht insgesamt, dass wir sagen, also wir hätten es gerne wieder so wie vielleicht vor zwei tausend neunzehn eigentlich vor zweitausend fünfzehn bevor damals Putin die Krim annektiert hat das war dann irgendwie kuschelig.

00:47:19: Finanzkrise okay das ging Euro Krise jetzt haben wir geschafft und mit Geld einfach zuschmeißen und jetzt sehen wir halt gibt halt doch Themen die wir mit Geld alleine eben nicht lösen können.

00:47:29: Aber wo wir gerade beim Thema Geld sind, du hast das grade auch erwähnt die großen Variablen dieser Zeit künstliche Intelligenz müssen wir natürlich drüber reden mit jemandem der ja unverwechselbaren Primerkontent erstellt um das mal sozusagen.

00:47:44: Du arbeitest jahrelang an diesen Texten liest Tagebuch-Einträge, gehst in Bibliotheken.

00:47:51: Gehst ja zu Originalschauplätzen auch.

00:47:54: Schreib's dort!

00:47:55: Du hast mir mal erzählt wie du in Sanariceur Mère geschrieben hast dich dort aufgehalten hast um diese Stimmung der Familienmann einzufangen.

00:48:06: Wie denkt jemand der so viel Zeit, Leidenschaft und Liebe in Texte steckt über ein Internet?

00:48:16: dass schon jetzt zu mehr als der Hälfte mit KI-generierten Texten durchsetzt

00:48:21: ist.

00:48:22: Ja, ich sehe an mir selbst, dass sich das mit großen Augen alles anschaue.

00:48:28: Also weil es ist um große Augen wirklich in beide Richtungen einen großen Augen der Angst und großen Augen des begeisterten Staunens.

00:48:39: Und ich würde sagen, ja beides Seiten in mir wenn ich irgendetwas Versuche herauszufinden, wie hieß noch mal der linke Verteidiger von Schalke.

00:48:58: Du

00:49:02: bist nicht nur Literat, sondern auch begeisterter Fußball-Fan.

00:49:06: Genau!

00:49:07: Ich weiß noch... Es peinigte mich einmal als ich alle Fußballmannschaften der Fußballbundesliga als Kind vor mir aufsagen konnte, es peiniggte mich dass ich den Vorstabber vom HSV einfach nicht wusste und heute habe ich alle anderen vergessen.

00:49:22: und ich weiß nur noch den Vorstopper von dem HSV damals das war Dietmar Jacobs.

00:49:27: aber Diese Tatsache, dass es diese Wissenslücken, Erinnerungslücken einfach nicht mehr gibt.

00:49:33: Weil es da eine Instanz ist die alles speichert und alles einem gibt hat etwas unglaublich Faszinierendes.

00:49:40: aber im Buch von Thomas Mann zum Beispiel merkte ich an einer Stelle das wollte Ich suchte noch mal ein altes Foto was ich suchte Von der Tochter von Thomas Man Und dann gab ich eben einen Monika-Mann, so heißt seine Tochter in Sanerie.

00:49:57: und dann sagte mir ungefragt die GoogleKI.

00:50:01: Monika Mann war nie in Sanerie.

00:50:06: Sie lebte in Leverkusen nur ihr Vater war im Sanerie.

00:50:09: und dann merkte ich so interessant vollkommen Unsinn.

00:50:14: aber das finde gefährlich und auch lächerlich.

00:50:20: Dieser Auftritt, die KI tritt den ganzen Tag auf wie Donald Trump finde ich so also mit so unfassbar breitbeinig und es ist so jetzt.

00:50:31: ja ich habe dann auch weil ich das ein bisschen herausgefordert war hab ich auch gefragt Wie hieß die Geliebte von Thomas Mann in Sanerie?

00:50:38: Und da hatte die KI auch drei Namen wo auch immer sie die Herr hatte.

00:50:43: Also diese Selbstgewissheit, wie so jetzt dieser homosexuelle Schriftsteller der nie eine Geliebte hatte ausgerechnet in Sanerie geliebter hat und das diese sogar Gertrud Maier und so weiter hießen.

00:50:55: Da merkt man, dass ist das Gefährliche ja?

00:50:57: Diese KI hat offenbar in sich ein ungeheure Rechthaberei, eine ungeheure Besserwisserei quasi wie, man würde von einem Zwangssyndrom sprechen eigentlich.

00:51:14: Sie muss immer eine These oder eine Sache aushalten und man würde mal so gerne hören ich weiß es nicht ja?

00:51:21: Und das ist natürlich das Gefährliche.

00:51:24: und zugleich dass was der Mensch immer der KI voraus hat, der Zweifler Das große was die Menschen immer vorangebracht hat war das Zweifel Galileo Galilei Zweifel daran, dass die Erde eine Scheibe ist.

00:51:41: Und so weiter und so weiter.

00:51:42: Die ganze große naturwissenschaftliche Entdeckung der Welt ist geboren aus dem Zweifeln.

00:51:49: Das ist etwas Urmenschliches.

00:51:51: Tiere haben Angst, Tiere haben Übermut und Tiere haben Instinkt.

00:51:56: aber Zweifels haben die Menschen.

00:51:59: Aus Zweifelen entstehen die schönsten Gedichte, aus Zweifelt entstehen das schönste Bücher, aus Zweifeln entstehen diese schönen Bilder.

00:52:07: Ich glaube, dass dieser Zweifel etwas ist, was wir als Menschen kultivieren sollten.

00:52:13: Auch gerade im Blick auf die KI.

00:52:15: und wir sollten aber einen guten Weg finden wie wir die ungeheuren Chancen, die diese Technik eben auch bietet nutzen, wie wir damit umgehen.

00:52:24: und ich hoffe das es ja ein Mittelweg gibt zwischen diesen Angst, diesen apokalypischen Szenarien KI uns alle beherrscht und dass die Maschinen uns dann vertreiben.

00:52:38: Und dass Elon Musk in Wahrheit deshalb immer vom Ende des monoplanetaren Zeitalters sprechen, damit wir uns auf einen eigenen Planeten zurückziehen weil hier die Maschine die Herrschaft übernehmen.

00:52:51: das ist die eine Sicht.

00:52:54: Die andere ist natürlich dieser dieser KI-Welt blind zu vertrauen.

00:52:58: Das ist völlig klar, dass das gefährlich ist.

00:53:01: Ich habe großes Zutrauen auch in dreißig Jahren oder gerade wegen der KI die Sehnsucht nach dem Gedicht, die Sehnsucht nach den Bild.

00:53:14: Die Sehmsucht nach diesem Buch was aus einem Menschen gewachsen ist zunehmen wird.

00:53:20: auf jeden Fall wird sie genauso groß bleiben wie heute denn grade wenn alles technisch wird dann wird das was aus einen menschlichen Geist kommt und jetzt kommt das Zentrale dann wird das immer sein eigener Wert behalten.

00:53:37: Das heißt, es sind ja auch eigentlich für Kulturschaffende großartige Aussichten wenn man wirklich Unverwechselbares schafft

00:53:45: quasi

00:53:46: als Elite des Selberdenkens.

00:53:47: Ja also ich glaube es gibt gerade Wenn man dem nicht nur mit Angst begegnet sondern merkt Ja, es ist aber eine herrliche Konkurrenz.

00:53:57: Man muss ihm besser werden und bessere Bücher schreiben als die KI könnte.

00:54:02: Man hat originelle Ideen, man muss es ernst nehmen.

00:54:09: Aber ich glaube dass das immer so war wenn ein neues Medium hinzukommt und wenn etwas Neues kommt dann werden die anderen gezwungen besser zu werden.

00:54:22: Das ist gerade so und wir sind jetzt einfach als kreative Menschen maximal herausgefordert, wie vielleicht noch nie.

00:54:33: Wir erleben jetzt einen deutschen Schriftsteller Edelfeder, würde ich mal sagen, Mitgliedspitze des deutschen Kulturbetriebs der ja bei allen Zweifel doch irgendwie zuversichtlich auf diese Veränderungen und Epochenbrüche blickten.

00:54:51: Da frage ich mich, warum ist das im deutschen Kulturbetrieb nicht generell so?

00:54:56: Sondern warum ist der deutsche Kulturbetriebs zumindest nach meiner Meinung immer ein bisschen bräßig, immer so ein bisschen leidend auch so ja immer irgendwie Wirtschafts- und Innovationsfeindlich.

00:55:08: alles Neue ist erst mal schlecht.

00:55:10: Während du uns jetzt gerade eine Perspektive aufzeigst, dass ja gerade ... Denker und Dichter, das was ja so unsere Essenz in Deutschland ist.

00:55:19: Sein sollte irgendwie total gut in dieses KI-Zeitalter passt?

00:55:23: Ja es ist interessant.

00:55:25: Das ist offenbar eine... In der deutschen Kultur ist das sozusagen dass das Leiden und dass die Situation gerade sehr schlimm ist und das Gefahren, Thron was ich seitlich irgendwas in dieser Welttour höre, also das stimmt.

00:55:47: Und man muss aber eben sagen manchmal stimmt es eben auch die Angst, aber in sehr vielen Fällen stimmt sie nicht ja?

00:55:54: Es ist eben wenn man in den Journalismus geht diese diese Angst.

00:55:59: Das ist natürlich für Tageszeitung eine reale ungeheure Konkurrenz diese Geschwindigkeit des Internets und die Möglichkeit die alles im Digitalen schon lesen zu können und nicht erst am nächsten Morgen zum Kiosk gehen, um es dann lesen.

00:56:18: Also natürlich finden permanent große Veränderungen statt.

00:56:24: aber ich habe das Gefühl dass natürlich diese Haltung dieses Alles was morgen kann eigentlich nur noch schlimmer werden finde ich tatsächlich gerade extrem.

00:56:37: und da merkt man dann auch, wie befreiend es ist wenn man mal in Frankreich ist.

00:56:42: Wenn man in Polen ist selbst wenn man in den USA ist.

00:56:47: ja die haben alle eigentlich die gleiche wirklich große Realität um sich.

00:56:54: aber sie haben das Gefühl dass die Zukunft nicht ausverkauft ist existiert eigentlich ausschließlich noch beim Rentenbescheid.

00:57:09: Ja, also dass man, dass man irgendwas im Jahr two-tausendvierunddreißig oder sechsunddreißig oder achten dreißig ausgezahlt bekommt.

00:57:17: da gibt es diese Zahl überhaupt.

00:57:19: ich habe Ich hab das Gefühl, die Zwei-Tausend-Dreißigerjahre existieren ausschließlich bei der deutschen Rentenversicherung für den Deutschen.

00:57:29: Aber es gibt überhaupt keine Utopien mehr!

00:57:31: Es gibt überhaupt keinen Hoffnung mehr für eine gute andere alternative Zukunft.

00:57:36: und da sehe ich auch das ganz große Problem in der deutschen Politik, dass eine positive Zukunftserzählung vollkommen fehlt ja?

00:57:44: Und deswegen gibt's jetzt nur noch Konkurrenz um die Verteilungskämpfe in der Gegenwart, weil nichts mit einer Zukunftserzählung verbunden wird.

00:57:54: Die einen vielleicht auch motivieren würde zu Anstrengungen und die einen motivieren würden zu einer Richtungsverschiebung...

00:58:00: Das ist der Vorteil den wir an der Börse haben?

00:58:02: Ja!

00:58:02: Und der Böse.

00:58:02: haben wir tatsächlich Zukunftserzählungen.

00:58:05: Wir haben Narrative so wie den Börsenprospekt von SpaceX.

00:58:09: Man kann jetzt über die Bewertung denken was man will aber es sind zumindest große Visionen nicht nur von der Besiedlung des Mars, sondern die orbitalen Datacenter.

00:58:20: Aber natürlich auch den Ausbau von Starlink zu einem Mobilfunknetz das am Ende sogar diejenigen angreifen könnte, die Elon Musk ja lange Zeit als Partner gesehen haben nämlich Deutsche Telekom und

00:58:33: Co.,

00:58:34: also in der Wirtschaft an der Börse finden wir diese positiven

00:58:38: Zukunftserzählungen.".

00:58:39: Ja, natürlich.

00:58:40: Und vor allem an der Börse mit amerikanischen Start-ups und amerikanischem Firmen also die größte deutsche Zukunftserzählung ist glaube ich...

00:58:52: Firmen

00:58:53: aus der Rüstung und aus der Verteidigung, also da hat man das Gefühl dass es zukunftsträchtig.

00:58:58: Aber genau!

00:59:00: Da spürt man, dass das natürlich Menschen immer angetrieben hat.

00:59:05: Warum sind Menschen in den Krieg gezogen?

00:59:08: Warum haben sich Städte gebaut ?

00:59:09: Warum haben Menschen große Dinge erfunden?

00:59:11: Warum Haben Menschen überhaupt ihr Land ihre Stadt sich selbst vorangebracht?

00:59:17: weil sie an etwas Großes geglaubt haben, was kommt.

00:59:20: Was kommen könnte?

00:59:22: Und ich glaube späterer Historiker werden verzweifeln.

00:59:28: über die Deutschen des Jahres ist es im Jahr zwölfund sechsundzwanzig.

00:59:31: ja also Die lesen dann zwar noch auf dem Papier vom Frühling der Reform und im Herbst der Reformen und im Sommer der reformen und Dann wird man.

00:59:41: aber Wenn man hineinguckt sieht man plötzlich Ich habe das Gefühl dass ganze land ist hängt wie in so einer Warteschleife einer Hotline fest.

00:59:53: Und wenn man die Wartezeit ist unbegrenzt und man wartet dort, aber es geht nicht voran.

01:00:01: Das ist natürlich einfach ganz traurig weil das sich immer weiter verbreitet und weil das natürlich dringend überwunden werden muss vor allem Extremparteien Zulauf bringt, die sagen früher was besser.

01:00:17: Und diese Narrative bedienen können und sagen ach guck mal war es auch immer in der DDR etwas besser oder?

01:00:23: Die

01:00:23: überhaupt erstmal Narrative haben.

01:00:24: Ja,

01:00:25: die haben Narrative ja!

01:00:26: Die haben leider als einzige Narrative und

01:00:28: seit Robert Schiller wissen wir ja das alles sich um Narrative dreht.

01:00:32: Das Buch Narrative Wirtschaft ist ja so ein Standardwerk muss man gelesen haben.

01:00:37: also gerade über diese Narrotive und über deine Begeisterung Für Themen, auch am Kapitalmarkt könnten wir noch viel sprechen.

01:00:44: Aber es ist ja schon wieder so und die Zeit ist schon wieder uns davon gelaufen!

01:00:48: Aber lieber Florian ich kann dich natürlich hier nicht weglassen ohne dass wir nochmal über eine Anekdote sprechen, die du ausgegraben hast von einem deutschen Bundeskanzler und seinen Versuchen mit Aktien noch reicher zu werden.

01:01:05: Und nein, es geht jetzt nicht um Friedrich Merz und seine vorbörsliche Beteiligung als Startler sondern es geht ein bisschen weiter zurück nämlich Konrad Adenauer war tatsächlich aktionär.

01:01:19: Ja man glaubt das gar nicht wenn man ihn so vor Augen hat aber ich glaube mit ihm kann man wirklich einen wunderschönen Bogen schlagen.

01:01:25: also Der Recherche für mein Buch Leben, Zeiten des Hasses war im neunzwanzig bis neundreißig.

01:01:32: Da wollte ich dieses Jahr neunundzwanziger erzählen und diese ungeheure positive Energie die in diesem Jahre steckte.

01:01:41: Und Konrad Arnauer war damals schon wirtschaftlich sehr interessiert und besaß Aktien von Firmen wo man heute sagen würde Dividenden-Aktien.

01:01:51: er hatte Wuppertaler Farbenfabrik Er hatte Energiekonzerne aus dem Rheinland in seinem Aktien.

01:01:59: Also der klassische Home-Buyers,

01:02:01: er war ein Nordrhein-Westfälischer sozusagen Dividendenaktionär.

01:02:07: Und dann, und ich finde es unglaublich sympathisch laser eben offenbar in den Zeitungen dass deine amerika ja zu junge Firmen das die unglaubliche Dinge erzeugen.

01:02:22: In der Energiewirtschaft und große Projekte haben Bahnprojekte usw.

01:02:27: Und er ließ sich bei der deutschen Bank eine Million Reichsmark Eine ungeheure Sohn.

01:02:35: Wie viel war das so?

01:02:36: Gegenwett von einem Haus in Köln oder sowas, ja?

01:02:38: Ja,

01:02:38: dass lieh er sich.

01:02:39: und weil er eben so ein guter Kunde war und weil der auch als seriös kalt

01:02:43: ... Weil damals schon im Bürgermeister-Umherkermaßen von Kölnen, ja.

01:02:46: Hat er diese eine Million Euro für den Deutschen Bank bekommen und das bekommt er Ende September, neunzehntneinundzwanzig Und leider, leider eben zwei oder drei Wochen vor dem gigantischen Burson Crash des Jahres, des Oktoberes, und es ist quasi weg.

01:03:06: Also diese...

01:03:08: hat er auf Kredit spekuliert?

01:03:09: Ungeheuerlich!

01:03:10: Und dieser Mann von dem man glaubt ... Er würde, bevor er ein Wort sagt, erst sehr lange das Pro und Kontra erwägen.

01:03:20: Der hat wirklich sich Geld geliehen also alles vor was du seit deiner Geburt warst.

01:03:26: Er hat sich also eine Million Euro geliehn von der deutschen Bank, er hat es bekommen!

01:03:31: Das finde ich.

01:03:31: auch bin gespannt wie da das Risikomanagement-Bank intern gelaufen ist.

01:03:37: Da gab's noch keinen Risikovorstand offenbar in der Bank.

01:03:41: Also er bekam eine Million, er kaufte... Verkaufte seine schönen nordrhein-westelischen Farben und Energieaktien kaufte sich diese amerikanische Startup-Aktien.

01:03:50: Und verlor quasi alles drei Wochen später, ich finde die Geschichte deshalb so wichtig weil sie zeigt was für ein normaler Mensch dieser Konrad Adenauer war wie er sich mitreißen ließ auch wie man nochmal einen gefühl kriegt für dieses Gefühl.

01:04:08: Das ist ja Kenntnis aus dem Babylon für Berlin Film.

01:04:11: Ich hatte das Gefühl, er wird gleich so Millionär.

01:04:13: Er jetzt die Börse explodiert und ich glaube aber dass diese Erfahrung dieses dieser Aufstieg und Fall am eigenen Leib erlebt und er musste Ewigkeiten diesen Kredit abzahlen.

01:04:25: es hat ihnen quasi wirklich seinen viele Jahrzehnte sozusagen weiter beschäftigt diese Träumerei Dass dies alles ihn zu einem fantastischen Bundeskanzler gemacht hat einer der nämlich sowohl den menschlichen Hochmut kennt als auch weiß, wie wichtig es ist Träume und Narrative zu bedienen.

01:04:47: Und das ist vielleicht das Wichtigste Demut kennengelernt hat.

01:04:50: In dieser Kombination ist er dann nach dem Kriege noch durch viele andere schwere Zeiten gegangen ebenso ein beeindruckender Politiker geworden.

01:05:04: Thema hier bei uns Florian.

01:05:06: Vielen, vielen herzlichen Dank für diesen ganz anderen Blick mal auf Unternehmergeschichten, auf Märkte und natürlich auch auf die Epochenbrüche nicht nur diejenigen, die schon ein Jahrhundert zurückliegen sondern auch diejenigen die wir jetzt gerade erleben können.

01:05:21: ich hoffe du konntest was mitnehmen.

01:05:24: vielen dank dass du uns zugehört hast.

01:05:27: Wenn es dir gefallen hat, dann lass doch gerne einen Daumen nach oben da, gib uns Sterne und schreib mal wenn du ein Lieblingsbuch hast von Florian Illis oder wenn du vielleicht eine Idee hast was Florian illismal als literarisches Epochen-Gemälde herausbringen könnte.

01:05:45: also leider für die Wirecard Affäre gibt's noch nicht genügend Quellen aber vielleicht für die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone das ist ja auch so Geschichte, die innerhalb kürzester Zeit kulminiert war.

01:05:58: Jedenfalls mir hat es riesig Spaß gemacht!

01:06:00: Danke Florian und damit Tschüss aus Berlin bis nächste Woche.

Über diesen Podcast

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Willkommen zu deinem Briefing für Börse, Aktien und intelligenten Vermögensaufbau mit unserem Editorial Team und Christian W. Röhl, Chief Economist bei Scalable. Zwei Mal wöchentlich verbinden wir den direkten Draht zu Top-Entscheidern der Wirtschaft mit Marktanalysen für dein Depot. Dein Wissensvorsprung – sachlich, fundiert und direkt auf den Punkt.

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von und mit Christian W. Röhl & Scalable Capital

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