Asset Class

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00:00:00: Endlich laufen Schwellenländer mal besser als Industrieländer.

00:00:03: Und auch dahinter steckt der KI-Bu!

00:00:06: Grund genug, das Thema Emerging Markets mal gänzlich neu zu denken – dazu wie aus Second Hand Klamotten erstklassiger Renditen werden und was der Dino unter den Verkaufsplattform mit dem ultimativen Memestock zu tun hat.

00:00:19: Die folgenden Inhalte sind keine Anlageberatung.

00:00:22: Kapitalanlagen bergen Risiken.

00:00:24: Du entscheidest, in was du investierst.

00:00:27: Und damit willkommen zu Beyond The Noise – Finanzen mit Fokus statt Firlefans!

00:00:32: Der Mai beginnt wie der April aufgehört hat mit neuen Allzeithochs an der Wall Street und damit auch im MSCI World.

00:00:40: Auf Eurobasis hat der US-dominierte Industrieländerindex seit Jahresanfang nun sechs Prozent zugelegt.

00:00:46: Angesichts des in vielerlei Hinsicht disruptiven Umfelds durchaus respektabel….

00:00:53: Und dennoch nur ein Drittel dessen, was die Schwellenländer derweil aufs Paket gelegt haben.

00:00:59: Der MSCI Emerging Markets ist ihr To-Date satte zwanzig Prozent im Plus.

00:01:05: Wobei dieser Anstieg wenig mit den klassischen Schwelleländer Narrativen zu tun hat.

00:01:11: Starkes Wachstum reich an Rohstoffen, günstige Demografie, aufstrebende Mittelschicht, niedrige Bewertungen – ja alles schön und gut und teilweise auch richtig!

00:01:21: Doch auch die Emerging-Markets werden derzeit vor allem getrieben von künstlicher Intelligenz.

00:01:29: Denn zu den Schwellenländern zählen eben auch Taiwan und zumindest bei MSCI Südkorea, also genau die beiden Börsen wo drei der aktuell größten KI Profiteure gelistet sind – Taiwan Semiconductor als größter Halbleiterhersteller der Welt sowie die südkoreanischen Speicherchip-Champions Samsung Electronics und SK Hinnix.

00:01:52: Deren Kurse haben sich im letzten halben Jahr mehr als verdoppelt.

00:01:57: Allein TSMC kommt dem MSCI Emerging Markets mittlerweile auf einen Anteil von vierzehn Prozent, Samsung auf sieben, SK Hennigs auf sechs Prozent.

00:02:08: In Summe beherrscht das Tech Trio damit ein Viertel des Index – ein immenser Klumpen!

00:02:14: für ein marktbreites Aktienbarometer, das eigentlich die komplette Karte der aufstrebenden Volkswirtschaften abdecken soll.

00:02:23: Zumal diese top drei ja nur die Spitze des Tekturms im Schwellenländerindex sind.

00:02:29: Taiwan ist weltweit führend in der Mikroelektronik.

00:02:33: Südkoreanische Konzerne wie LG Energy Solutions oder Samsung SDI setzen Masterby bei Batteriespeichen.

00:02:40: und dann ist da auch noch China!

00:02:43: mit den Plattformen Riesen Tencent und Alibaba oder dem zum Device multimutierten Smartphone-Hersteller Xiaomi.

00:02:51: Nur einige große Namen, die eins klarmachen – Taiwan, Südkorea und auch China mögen mit Blick auf Kapitalmarktzugang, Währungshandel und Governance durchaus zweite Liga sein.

00:03:06: Aber die Topfirmen der drei Länder gehören technologisch längst zur Weltspitze!

00:03:12: Das lässt diese Schublaten, Developed und Emerging reichlich überholt aussehen.

00:03:19: Und genau darin liegt ja auch der Charme der All-World ETFs – egal wo Unternehmen ansässig sind und wie ihre Domiziländer einsortiert werden!

00:03:29: Du bist immer über die volle Breite diversifiziert dabei.

00:03:34: Gleichzeitig ist Diversifikation das, was der MSCI Emerging Markets immer weniger leistet.

00:03:42: Zwei Drittel des Index entfallen auf drei Länder – eben Taiwan, China und Südkorea.

00:03:49: Das Gewicht der Techbranche IT- und Kommunikation ist mit forty-fünf Prozent noch höher als im MSCI World wo es nur siebenunddreißig Prozent sind.

00:04:02: Und die zehn größten Unternehmen kommen auf einen Anteil von sieben und dreißig Prozent verglichen, mit sechsundzwanzig Prozent im MSCI-World.

00:04:12: Wer die vielbeschworene Sebzigdreißigstrategie verfolgt, braucht den MSCI Emerging Markets natürlich weiterhin – sonst ist das Universum nicht komplett!

00:04:22: Aber wenn du deinen Weltportfolio Kern aller MSCI Aqui oder FTSE All World mit einem typischen Schwellenländer-Satelliten ergänzen möchtest?

00:04:33: Tja….

00:04:34: Dann wäre es eine probate Idee vielleicht, die drei Länder mit den global relevanten Tektikschiffen draußen zu lassen und sich auf die Basen zu fokussieren.

00:04:46: Die primär von binnenwirtschaftlichen Faktoren und Assets getrieben werden.

00:04:51: Bislang musste man dafür einzelne Länder oder Regionen ETFs beimischen etwa für Indien oder Lateinamerika was irgendwann dann ziemlich kleinteilig wird.

00:05:03: Nun aber zeichnet sich alternativ auch eine Paketlösung für die wahren Schwellenländer ab.

00:05:10: Der ganz frisch imitierte und noch in Portfolioaufbau befindliche Wisdomtree True Emerging Markets ETF lässt Taiwan, Südkorea und China tatsächlich außen vor.

00:05:23: Entsprechend höher werden die Unternehmen aus anderen Schwelleländern gewichtet – wobei man sich bei der Definition unter anderem auf die Einstufung des internationalen Währungsfonds und auf Indikatoren, der unerstützt.

00:05:37: Im zugrunde liegenden Index sind knapp fünfhundert Aktien aus sechsundzwanzig Ländern enthalten – wobei nicht wirklich überraschend Indian mit thirty-fünf Prozent und Lateinamerika den Ton angeben.

00:05:52: Gleichzeitig bleibt damit noch genügend Raum für die Asianstaaten, die Golfregion Afrika und Osteuropa!

00:06:00: Sektoral dominieren Banken und Versicherungen.

00:06:04: Typisch für Schwellenländer, wo die Finanzbranche quasi Infrastrukturcharakter hat.

00:06:10: Ebenfalls stark vertreten sind Rohstoff- und Energiewerte – während der Techsektor kaum präsent ist!

00:06:18: Und auch vor Einzelwertklumpen muss man sich nicht fürchten.

00:06:22: Die zehn größten Aktien stellen nur rund zwanzig Prozent vom Index.

00:06:26: Dazu ist das Gewicht einzelner Unternehmen auf vier Prozent begrenzt.

00:06:31: In Summe also eine durchaus spannende Idee, auch wenn die Definition der wahren Schwellenländer etwas willkürlich anmutet.

00:06:39: Klar ist überdies – solange der KI-Boom läuft wird der neue Index dem MSCI Emerging Markets tendenziell hinterherhängen.

00:06:49: Aber Marktphasen und Trends können sich eben ändern.

00:06:53: Manchmal sogar zum Guten!

00:06:55: So wie bei Vintage.

00:06:57: Vor zehn Jahren stand der digitale Marktplatz für Second Hand Klamotten noch kurz vor der Pleite.

00:07:02: Nun wird die hierzulande früher als Kleiderkreisel bekannte Plattform mit acht Milliarden Euro bewertet.

00:07:10: Auf diesem Niveau hat ein Konsortium um die Private Equity-Gesellschaft EQT bestehenden Investoren Anteile abgekauft, für insgesamt achthundert-achtzig Millionen Euro.

00:07:24: eine reichlich ambitionierte Bewertung für ein Unternehmen, das zuletzt µm Euro Umsatz gemacht hat.

00:07:32: Dafür kann Winted gleich drei Fachpunkten.

00:07:35: Denn erstens ist die Vitausendacht in Litauen gegründete Firma profitabel.

00:07:40: Zwei Tausendfünfundzwanzig standen unter dem Strich immerhin zweiundsechzig Millionen Euro Gewinn Und zwar echtes Net-Inkern und nicht dieses berühmtberüchtigte bereinigte EBDA, mit dem etwa Delivery Heroes seinen Aktionären seit Jahren rote Zahlen schönrechnet.

00:07:58: Zweitens hat Vintit eine steile Wachstumskurve – im vergangenen Jahr wurden die Erlöse um formidable thirty-eight Prozent gesteigert!

00:08:08: Und nachdem die bislang in zwanzig Ländern präsente Plattform nun auch in den USA gestartet ist… sollten dieses Jahr erneut dreißig Prozent plus drin sein.

00:08:19: Und drittens ist Vintage Absolut Asset Light – kein Warenbestand, kein Lager!

00:08:26: Vintage betreibt nur die Online-Plattform und lagert den gesamten logistischen Aufwand an die Nutzer aus.

00:08:33: Der Clou ist dabei das asymetrische Geschäftsmodell.

00:08:37: für Verkäufer ist Vinte kostenlos während Käufer eine sogenannte Schutzgebühr von in der Regel siebzig Cent plus fünf Prozent des Preises entrichten müssen.

00:08:49: Dabei agiert Vintage als Treuhänder zwischen den Parteien, wobei Verkaufseinnahmen erstmal in einer virtuellen Geldbörse landen – ein ebenso simples wie geniales Ökosystem das dazu auch noch nachhaltig ist.

00:09:03: was verkauft wird wandert zumindest erst mal nicht auf den Müll.

00:09:08: Wer jetzt schon im Secondhand-Business als Investor mitmischen will, muss an die Nest decken.

00:09:13: Wo beispielsweise Thread Up gelistet ist!

00:09:16: Die ebenfalls auf Kleidung, Schuhe und Assessoires fokussierte Plattform hatte beim Bausengang das perfekte Timing erwischt.

00:09:24: Anfang zwanzig einundzwanzig – als im Lockdown alle daheim saßen ausgemüstet und nebenbei mit Aktien gezockt haben.

00:09:32: Doch wie bei den meisten Pandemie-Hypies war danach eher Thread Down statt Thread Up angesagt.

00:09:38: Die Aktie bröselte von in der Spitze knapp dreißig Dollar auf Pennystock Niveau ab, die Wachstumskurve wurde flach und die Zahlen blieben rot – kein Wunder!

00:09:49: Bei einem so logistikintensiven Geschäftsmodell….

00:09:53: Denn anders als bei Vinted schicken Verkäufer, bei Thread-Up ihre Artikel in einer Clean Outback ein.

00:10:01: Woraufhin Thread Up dann alles selbst fotografiert, beschreibt und listet?

00:10:06: Und zwar zu einem algorithmisch festgesetzten Preis der so lange reduziert wird bis jemand zuschlägt!

00:10:12: Der Verkäufer muss sich also um nichts kümmern hat aber keinerlei Kontrolle – er hält bei Waren unter USD nur rund fünfzehn Prozent des Erlöses.

00:10:22: Da ist Verschenken dann vielleicht doch die naheliegendere Lösung.

00:10:26: Nachdem Thread-Up die Plattform mit einem neuen Gebührenmodell für Modemarken geöffnet hatte, gab es im vergangenen Jahr erneut einen kurzen Hype um die Aktie – doch auch der ist schon wieder abgeflaut.

00:10:38: nach dem Klarwurde!

00:10:40: Schwarze Zahlen wird Thread Up frühestens zwanzig achtundzwanzig schreiben wenn das Geld denn bis dahin reicht….

00:10:48: Einen ähnlichen Absturz wie ThreadUp hat nach der Pandemie auch RealReal aufs Paket gelegt.

00:10:54: Seit den tiefsten Kursen, knapp über einem Dollar, hat die Aktie sich jedoch schon fast wieder verzehntfacht – dank des konsequenten Fokus auf Mode, Handtaschen und Schmuck von Chanel, Hermès, Prada, Rolex und anderen handverlesenen Premium-Markten.

00:11:13: Verkäufer erhalten dabei Full Service Geboten!

00:11:16: kostenlose Abholung, professionelle Fotografie und vor allem eine rigorose Echtheitsprüfung durch Experten.

00:11:25: Die kosten natürlich Geld – genauso wie die sechzehn Stores für physische Einlieferungen!

00:11:31: Dafür kann RealReal hohe Margen von dreißig bis vierzig Prozent vom Verkaufspreis durchsetzen.

00:11:39: Und das Geschäft brummt.

00:11:41: Während die meisten Luxuslabels derzeit tendenziell stagnierende Bis sinkende Umsätze beklagen, ist Reel Real im Jahr zwanzig fünfundzwanzig um fünfzehn Prozent gewachsen.

00:11:53: Luxus ist also nach wie vor durchaus begehrt – nur eben nicht unbedingt zu den Preisen!

00:12:00: Die LVMH und Co für neue Kollektionen aufrufen.

00:12:04: Um die Fixkosten von jährlich Fünfhundert Millionen Dollar einzuspielen muss Reel Reel allerdings noch weiter skalieren.

00:12:12: Immerhin Bei einem erneut zweistelligen Umsatzplus könnte dieses Jahr endlich der Break-even gelingen.

00:12:20: Und da die variablen Kosten relativ gering sind, schlagen weitere Zuwächse dann deutlich überproportional auf die Marge durch.

00:12:29: Dennoch ist auch im Scalable Broker handelbare Aktie natürlich hoch spekulativ – während eBay quasi der Dino unter den Verkaufsplattformen sich in den letzten Jahren zu einem Langweiler entwickelt hat.

00:12:43: Und das ist aus meinem Mund ja eigentlich eher ein Kompliment!

00:12:48: Zwar stagniert die Zahl der aktiven Käufer bei rund hundert und dreißig Millionen weit unter dem Corona-Hoch, gleichzeitig holt man aber aus der bestehenden Nutzerbasis sukzessive mehr Umsatz raus – nicht zuletzt durch Zielgruppen genaue Werbeschaltungen.

00:13:05: Vom Boom ist die Aktie deshalb längst genesen.

00:13:11: Seit Anfang im Jahr hat sich der Kurs nahezu verdreifacht, trotzdem scheint die Bewertung mit dem siebzehnfachen Gewinn für einen globalen Marktführer nicht übertrieben.

00:13:23: Das meint nun auch Ryan Cohen.

00:13:26: Der CEO des Videospielhändlers Gamestop will eBay für fifty-six Milliarden Dollar übernehmen, obwohl seine eigene, zwanzig-einundzwanzig als ultimative Memestock berühmt gewordenne Firma gerade einmal elf Milliarden Dollar auf die Waage bringt.

00:13:44: Es wäre zwar nicht das erste Mal auf dem Paket, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt aber einen Investment Case sollte man auf dieser unverbindlichen Offerte lieber nicht aufbauen.

00:13:55: und das war's für heute!

00:13:57: Vielen Dank, dass du dabei warst und wenn Du etwas mitnehmen konntest freue ich mich über ein Daumen nach oben über Sterne und über Deine Kommentare.

00:14:06: Wie siehst Du die Schubladen Industrie & Schwellenländer?

00:14:10: Bist du auf Secondhand-Plattformen, wie windet aktiv?

00:14:13: oder lieber alles über eBay?

00:14:16: Nächste Woche machen wir hier einmal Pause.

00:14:20: Aber bis dahin dir noch eine gute Woche und Tschüss aus Berlin!

Über diesen Podcast

Investiere mit Durchblick, nicht nach Schlagzeilen.

Willkommen zu deinem Briefing für Börse, Aktien und intelligenten Vermögensaufbau mit unserem Editorial Team und Christian W. Röhl, Chief Economist bei Scalable. Zwei Mal wöchentlich verbinden wir den direkten Draht zu Top-Entscheidern der Wirtschaft mit Marktanalysen für dein Depot. Dein Wissensvorsprung – sachlich, fundiert und direkt auf den Punkt.

DIENSTAG: ASSET CLASS
Der Deep Dive für deine Anlagestrategie. Christian W. Röhl blickt hinter die Fassaden von Konzernen. Ob im CEO-Talk oder in der Analyse von Giganten wie Amazon und Microsoft: Im Fokus stehen Geschäftsmodelle, Dividenden, Visionen und die Menschen, die unsere Wirtschaft lenken.

DONNERSTAG: BEYOND THE NOISE
Fakten statt Firlefanz. Wenn die Finanzmärkte laut werden, schalten wir auf Fokus. Christian W. Röhl und Sophie Schimansky analysieren die Deals der Woche, sortieren Markttrends ein und diskutieren für dich ETFs und Einzelaktien, die im Rauschen der Newsticker untergehen.

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Kapitalanlagen bergen Risiken. Keine Anlageberatung.

von und mit Christian W. Röhl & Scalable Capital

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